Das Boot

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Dass das Ein­kau­fen von gu­ten In­hal­ten al­lein heu­te kaum mehr aus­reicht, um auf dem um­kämpf­ten Film- und Se­ri­en­markt Ober­was­ser zu be­hal­ten, hat Sky durch die Kon­kur­renz von Net­flix und Ama­zon deut­lich zu spü­ren be­kom­men. Mehr und mehr stößt der Pay-TV-An­bie­ter da­her nun auch in die pres­ti­ge­träch­ti­ge Spar­te der Ei­gen­pro­duk­tio­nen vor. Mit „Das Boot“lie­fert Sky hier nun ei­ne tech­nisch star­ke Se­rie aus Deutsch­land ab, die je­doch auch nicht ganz oh­ne Män­gel aus­kommt... Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ge­rät das deut­sche Re­gime En­de 1942 im­mer stär­ker un­ter Druck. Hoff­nung, den Krieg noch zu gewinnen, liegt zu ei­nem Gut­teil auch in der ei­ge­nen U-Boot-Flot­te und dem jun­gen Ka­pi­tän Klaus Hoff­mann. Zeit­gleich ge­rät in LaRo­chel­le die jun­ge Deut­sche Si­mo­ne Stras­ser im­mer stär­ker zwi­schen die Fron­ten aus Wi­der­stand und Na­zi-Herr­schaft. Wirk­li­che An­knüp­fungs­punk­te zum ori­gi­na­len Film aus dem Jahr 1981 von Wolf­gang Pe­ter­sen gibt es bei der Neu­auf­la­ge von Sky – ab­ge­se­hen von der U-Boot-The­ma­tik – nicht. Sich hier in neu­es Fahr­was­ser zu wa­gen, soll­te der Se­rie aber auch kei­nes­wegs als Nach­teil an­ge­krei­det wer­den. Schon eher darf man da den nicht mehr ganz tau­fri­schen Spio­na­ge-Plot um Si­mo­ne Stras­ser kri­ti­sie­ren, der dann auch noch mit ei­ner Lie­bes­ge­schich­te auf­ge­bla­sen wird. Hier im­mer­hin zeigt die in Ber­lin le­ben­de Lu­xem­bur­ge­rin Vi­cky Krieps, die auch schon an der Sei­te von Os­carp­reis­trä­ger Da­ni­el Day Le­wis be­ste­hehn konn­te, ei­ne so­li­de Leis­tung. Letzt­end­lich ist die Sto­ry, in der wir das ti­tel­ge­ben­de Boot mit all sei­nen auf engs­ten Raum an­ein­an­der ver­knüpf­ten Fi­gu­ren mit­er­le­ben, je­doch der klar strär­ke­re Teil der Ge­schich­te. In tech­ni­scher Hin­sicht kann die deut­sche Pro­duk­ti­on üb­ri­gens durch­aus mit Hollywood mit­hal­ten. Schär­fe, Kon­trast und Far­ben sind ab­so­lut ge­lun­gen (schön, dass nicht je­der deut­scher Ti­tel das über­trie­be­ne Farb­de­sign von Schwei­ger, Schweig­hö­fer und Co. mit­macht), auch wenn Sky nach wie vor noch nicht zur Über­tra­gung von HDRCon­tent in der La­ge ist. Ähn­lich sieht es in Sa­chen Sound aus. Die Dia­lo­ge sind klar, die Sound­ef­fek­te kna­ckig und prä­zi­se. Gera­de in den be­droh­li­chen Un­ter­was­ser-Sze­nen hät­te 3D-Sound die klaus­tro­p­ho­pi­sche En­ge in­ner­halb des U-Boots aber si­cher­lich noch zu­sätz­lich un­ter­strei­chen kön­nen. Tat­säch­lich wur­de die Se­rie in At­mos ge­mas­tert, in Deutsch­land ist die­se Ver­si­on aus tech­ni­schen Grün­den je­doch nicht ab­ruf­bar. „Das Boot“bie­tet un­term Strich ei­ne star­ke deut­sche Se­rie, die trotz ei­ni­ger Män­gel in ein paar Be­rei­chen der Sto­ry gut un­ter­hält, je­doch auch nicht durch­ge­hend das al­ler­höchs­te Se­ri­en­ni­veau er­rei­chen kann.

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