Test: Samsung GQ65Q8CN TV

Es ist still ge­wor­den im Seg­ment der Cur­ved-TVs. Die­ser Samsung GQ65Q8CN ist viel­leicht auf ab­seh­ba­re Zeit der letz­te sei­ner Art. Da­bei ist das De­sign fas­zi­nie­rend und die Tech­nik so gut wie bei den Su­per­fla­chen. Wer an­ti­zy­klisch denkt, macht jetzt ein ec

video - - Inhalt - Von Ro­land Seibt

Mit dem viel­leicht letz­ten Cur­ved-TV für lan­ge Zeit zau­bert Samsung noch ein­mal ein High­light her­vor.

De­sign ist ein be­son­ders in­di­vi­du­el­ler Fak­tor, wenn es um den Kauf ei­nes neu­en TV-Ge­rä­tes geht, je­doch kein un­be­deu­ten­der, wenn man sieht, dass sich je­de Men­ge Ge­rä­te heu­te im Be­reich der erst­klas­si­gen Bild- und Ton­wie­der­ga­be so­wie smar­ter und klas­si­scher Ex­tras tüm­meln. Samsung hat in den letz­ten Jah­ren da­bei das Feld der ge­bo­ge­nen Dis­plays im­mer ex­klu­si­ver be­ackert und steht da­mit schon 2018 al­lein auf wei­ter Flur. Aber auch wenn die Wer­be­bud­gets nun wo­an­ders hin flie­ßen und da­mit die­se Ka­te­go­rie im­mer we­ni­ger Be­ach­tung fin­det bleibt die De­si­gn­idee an sich schick und ein­zig­ar­tig. Samsungs Q8CN-Se­rie, die es in 65 und 55 Zoll zu kaufen gibt, könn­te al­so erst ein­mal die letz­te ih­rer Art sein, denn der Her­stel­ler wird sich 2019 ver­stärkt um die Durch­set­zung sei­ner 8K-Am­bi­tio­nen be­mü­hen. 3D fiel ja auch ganz schnell dem Rot­stift zum Op­fer, und vie­le, die noch ein letz­tes, tech­nisch aus­ge­reif­tes Pro­dukt er­ste­hen konn­ten, schät­zen sich heu­te glück­lich. Ge­nau­so könn­te es den Käu­fern von Cur­ved-TVs er­ge­hen. Ge­bo­ge­ne Fern­se­her wer­den ei­ne Sel­ten­heit und da­mit et­was ganz Be­son­de­res wer­den.

Als wir uns auf Samsungs Web­sei­te nach neu­en Ent­wick­lun­gen um­ge­se­hen ha­ben, konn­ten wir ei­nen in­ter­es­san­ten Preis­sturz fest­stel­len. Der 65Q8CN ist mit 2600 Eu­ro gera­de um 16 % in sei­ner un­ver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung her­un­ter­ge­setzt wor­den. Als er im April auf den Markt kam, kos­te­te er so­gar noch sat­te 3600 Eu­ro. Und wer das Ge­rät im „Su­per­de­al“des Vor­weih­nachts­ge­schäfts kauf­te, be­kam so­gar noch ein Ga­la­xy S8 ge­schenkt, bei An­ge­bo­ten so­gar für un­ter 2000 Eu­ro. Da wird ed­les De­sign echt für je­der­mann greif­bar. Auf­grund des lo­ka­len Dim­mens und des da­mit zu­sam­men­hän­gen­den bes­se­ren Schwarz­wer­tes hät­ten wir uns zwar für den nun gleicht­eu­ren Q9FN ent­schie­den, doch der sieht halt deut­lich lang­wei­li­ger aus.

Der Vor­teil im Bild

Über die tech­ni­schen Fi­nes­sen und Vor­tei­le von ge­bo­ge­nen Bild­schir­men hat­ten wir uns in den Sturm- und Drang­jah­ren 2014/2015 in al­ler Aus­führ­lich­keit aus­ge­las­sen. Letzt­end­lich bleibt es ei­ne De­sign­spe­zia­li­tät, bei der auf ei­ni­ge Din­ge zu achten ist. Tat­säch­lich er­scheint das Bild et­was grö­ßer und be­kommt ei­ne be­son­de­re Tie­fe. Un­ter ex­tre­men Blick­win­keln sieht es gar nicht gut aus, je­doch wirkt direkt von vorn be­trach­tet so­gar die Aus­leuch­tung bes­ser. Kri­tisch sind Re­fle­xio­nen von Raum­licht zu be­wer­ten. Durch den „Brenn­punkt“wan­dern sie bei Kopf­be­we­gun­gen schnel­ler über den Schirm und fal­len leich­ter auf. Je­doch spie­geln Fens­ter und Lam­pen aus dem­sel­ben Grund oft gar nicht mehr ins Bild hin­ein. Hier ist die Auf­stel­lung ent­schei­dend. An­sons­ten muss man gar nicht viel be­ach­ten, nur dass die Ge­rä­te mehr Tie­fe be­nö­ti­gen als Flach­bild­schir­me und so an der Wand kei­ne gu­te Fi­gur ma­chen. Da­für ist der Q8FN aber auf­ge­stellt aus je­dem Win­kel äu­ßerst an­sehn­lich. Für ex­tra­va­gan­te In­stal­la­tio­nen bie­ten sich die Zu­be­hör­lö­sun­gen „No-Gap-Wall­mount“, „Stu­dio-Stand“oder „To­wer Stand“an. Mit häß­li­chen Ka­beln muss sich der In­nen­ar­chi­tekt da­bei

nicht pla­gen, denn al­lein das dün­ne „One In­vi­si­ble Ca­ble“führt vom TV zur An­schluss­box, die im Schrank ver­schwin­den kann. Es ar­bei­tet op­tisch, über­nimmt über Zu­satz­lei­ter je­doch auch die Strom­ver­sor­gung. Ei­ne fünf Me­ter lan­ge Va­ri­an­te liegt bei, nö­ti­gen­falls kön­nen auch 15 Me­ter nach­ge­kauft wer­den.

Die An­schluss­box be­inhal­tet den Vier­we­ge-Dop­pel­tu­ner, mit dem ne­ben dem Bild­schirm (auch PaP) auch ei­ne USB-Fest­plat­te mit Auf­nah­men oder Ga­la­xy-Han­dys mit Pro­gram­men ver­sorgt wer­den kön­nen. Die vier HDMI-Buch­sen sind voll 2.0b-taug­lich, in­klu­si­ve der noch dy­na­mi­sche­ren HDR-Va­ri­an­te HDR10+. Über USB sind UHD-HDR-Fil­me ab­spiel­bar, die Spie­ge­lung von Han­dy­dis­plays ist ge­nau­so mög­lich wie App-Cas­ting, al­so das Wei­ter­lei­ten von mo­bi­len In­hal­ten zu Youtube oder Net­flix. Über Blue­tooth las­sen sich ne­ben Tas­ta­tur und Maus auch Kopf­hö­rer an­steu­ern. Wich­tig, denn ei­ne ana­lo­ge Buch­se hier­für gibt es nicht mehr. Auch auf ana­lo­ge Bild- und Ton­ein­gän­ge ver­zich­tet Samsung seit Lan­gem. Da­für gibt es den Am­bi­ent-Mo­dus, mit dem schö­ne oder in­ter­es­san­te In­hal­te auf dem Schirm er­schei­nen, wenn er sonst nur aus­ge­schal­tet als schwar­zes Loch das Woh­nam­bi­en­te stört. Der Strom­ver­brauch von bis zu 100 Eu­ro im Jahr bei zwölf­stün­di­gem Am­bi­en­te pro Tag wird De­si­gn­fans nicht scho­cken.

Samsungs In­te­gra­ti­on in das smar­te Uni­ver­sum ist bes­tens ge­löst. Schon bei der In­stal­la­ti­on hilft ein Han­dy mit der „Smart Things“-App zur Über­ga­be von Pass­wör­tern und Zu­gän­gen. Spä­ter glänzt Samsung durch

ei­ne um­fas­sen­de Un­ter­stüt­zung al­ler mög­li­chen Smart-TV-Apps und die Steue­rung von vie­len Ga­rä­ten den In­ter­nets der Din­ge. Smart Things ist hier ein fir­men­über­grei­fen­der An­satz, der sich hof­fent­lich wei­ter ver­brei­tet. Zur Steue­rung soll Samsungs Sprachas­sis­tent Bix­by her­an­ge­zo­gen wer­den, der für die ers­ten Smart­pho­nes jüngst auf Deutsch er­schien. Es ist al­so ab­seh­bar, dass hier bald mit mehr In­tel­li­genz ge­ar­bei­tet wird. Mo­men­tan sind je­den­falls schon vie­le in­ter­ne Funk­tio­nen des TVs per Sprach­be­fehl steu­er­bar. Eben­falls im Auf­bau ist Samsungs uni­ver­sel­ler Rat­ge­ber (Bild lin­ke Sei­te oben). Er wird Vor­lie­ben und Ver­hal­ten des Nut­zers ana­ly­sie­ren und pas­sen­de In­hal­te vor­schla­gen. Wenn’s funk­tio­niert, ein wich­ti­ger Rat­ge­ber im Dschun­gel der heu­ti­gen Me­di­en­flut. Dass die ge­wal­ti­ge Aus­stat­tungs­flut vom Q8C sich über­schau­bar be­die­nen lässt, ist den schnell re­agie­ren­den, gut struk­tu­rier­ten Me­nüs und der klei­nen Fern­be­die­nung mit ih­ren we­ni­gen, mehr­fach be­leg­ten Drü­ckern zu­zu­schrei­ben.

bild- und ton­qua­li­tät

Der Q8CN ba­siert auf ei­nem QLEDPa­nel, das die stärks­ten Far­ben lie­fert, die mo­men­tan mög­lich sind. In un­se­ren Tests er­reich­te er kurz­zei­tig über 1700 Nits an Hel­lig­keit, lie­fer­te aber auch bei ech­ten HDR-Fil­men viel Bril­lanz. Der Schwarz­wert ist durch recht kon­ser­va­ti­ves lo­ka­les Dim­men nicht perfekt, doch die sehr dunk­le und re­fle­xi­ons­ar­me Fil­ter­schei­be ge­währ­leis­tet ei­nen erst­klas­si­gen Kon­tras­tein­druck vor al­lem, wenn noch et­was Licht im Raum vor­han­den ist. Die Ab­stim­mung von Far­ben und Hel­lig­keits­über­tra­gung ist im Film­mo­dus gut ge­lun­gen, hier macht auch das Tu­n­er­bild ei­nen sehr har­mo­ni­schen, na­tur­ge­treu­en Ein­druck. Stellt man die Dimm­funk­ti­on auf „ge­ring“, hält sich die Ab­dunk­lung in düs­te­ren Sze­nen im Rah­men, je­doch er­schei­nen gro­ße schwar­ze Flä­chen et­was aus­ge­wa­schen. In „Stan­dard“ist der Kom­pro­miss aus Hel­lig­keits­pum­pen und sat­tem Schwarz gut ge­lun­gen. Ga­mern wird ge­fal­len, dass we­der Me­mo­ry-Ef­fekt noch Ein­bren­nen nach­weis­bar sind und die La­tenz­zeit mit 13 ms markt­füh­rend ist. Nicht nach­mes­sen kann man der­zeit den Free­sync-Mo­dus, der noch­mals schnel­ler re­agie­ren soll.

Sehr an­ge­nehm und über­haupt nicht auf­dring­lich oder ner­vig wirkt auch der Klang des Q8CN.

Fazit

Er ist der ein­zi­ge Cur­ved-TV, den es über­haupt noch gibt. Dank QLEDTech­nik und tol­ler Aus­stat­tung ist der GQ65Q8CN be­den­ken­los zu emp­feh­len, wenn das De­sign ge­fällt.

An der gern vor­zeig­ba­ren Rück­wand im leicht bläu­lich me­tal­li­schen Bürs­ten­look wird das dün­ne Ver­bin­dungs­ka­bel zur Box ele­gant her­aus­ge­führt.

An­schlüs­se und Netz­teil be­fin­den sich in der OneCon­nect Box. Vie­le läs­ti­ge Ka­bel kön­nen al­so im Schrank ver­schwin­den.

Das Haupt­me­nü ist be­kannt. Man ge­langt schnell zu al­len In­hal­ten und Apps, da sie nach der Qu­el­len­wahl so­fort an­ge­zeigt wer­den.

Die­se Me­tall­ver­si­on der klei­nen Fern­be­die­nung ist hoch­wer­tig und prä­zi­se im Hand­ling.

Sprach­steue­rung und ioT (Smart Things) sind zu­kunfts­träch­ti­ge The­men. Samsung ist jetzt schon ganz vorn mit da­bei. Nicht gera­de ul­traf­lach, da­für aber von vorn wie hin­ten sehr nett an­zu­schau­en. die­se de­sign-Fern­se­her könn­ten bald ech­te Klas­si­ker sein.

der „Uni­ver­sal Gui­de“wird in­hal­te nach per­sön­li­chen Vor­lie­ben vor­schla­gen. Film­gen­res bis Fuß­ball­clubs las­sen sich schon wäh­len.

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