Uni­on mahnt bei schnel­lem In­ter­net zur Ei­le

Mo­bil­funk Im März wer­den die Li­zen­zen für 5G-Fre­quen­zen ver­ge­ben. Doch in der Po­li­tik herrscht noch Un­klar­heit, wie auch länd­li­che Re­gio­nen pro­fi­tie­ren kön­nen. Der CSU-Ab­ge­ord­ne­te Ul­rich Lan­ge will aufs Tem­po drü­cken

Wertinger Zeitung - - Wirtschaft - VON STE­FAN LAN­GE

Ber­lin Ir­gend­wann wird es in Deutsch­land flä­chen­de­ckend den 5G-Mo­bil­funk­stan­dard ge­ben – die im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung ent­schei­den­de Fra­ge ist je­doch, wann. Um das schnel­le In­ter­net auch auf dem Land zu eta­blie­ren, setzt die Bun­des­re­gie­rung auf das lo­ka­le Roa­ming. Uni­on und SPD kön­nen sich al­ler­dings bis­lang nicht auf ei­nen Weg da­hin ei­ni­gen. CDU/CSUFrak­ti­ons­vi­ze Ul­rich Lan­ge dräng­te am Mon­tag des­halb zur Ei­le. Ab­war­ten und Tak­tie­ren füh­re nicht da­zu, „dass da drau­ßen beim Bür­ger Mo­bil­funk­mas­ten er­rich­tet wer­den“, er­klär­te der Nörd­lin­ger CSUAb­ge­ord­ne­te.

Für die zwei­te März­hälf­te ist – so an­hän­gi­ge Kla­gen den Zeit­punkt nicht ver­zö­gern – die Ver­stei­ge­rung der 5G-Mo­bil­funk­li­zen­zen ge­plant. Neue Ver­ga­be­re­geln der Bun­des­netz­agen­tur sol­len da­für sor­gen, dass da­bei na­he­zu die ge­sam­te Be­völ­ke­rung ver­sorgt wird und es zu­ver­läs­si­gen Mo­bil­funk ent­lang der Ver­kehrs­we­ge gibt. Bei al­len Be­mü­hun­gen bleibt je­doch das Pro­blem be­ste­hen, dass die Ver­sor­gung auf dem Land schlep­pen­der vor­an­geht als in den Bal­lungs­räu­men. Denn für die drei gro­ßen Netz­be­trei­ber Te­le- fó­ni­ca, Te­le­kom und Vo­da­fo­ne lohnt sich das Ge­schäft auf dem plat­ten Land kaum, weil die In­ves­ti­tio­nen hoch und die Ein­nah­men ver­gleichs­wei­se nied­rig sind.

Die Ein­füh­rung des lo­ka­len Roa­mings scheint da die ein­fachs­te Lö­sung zu sein: Dort, wo es nur ei­nen An­bie­ter gibt, soll die­ser sein Netz für die Kon­kur­renz und de­ren Kun­den öff­nen. Ei­ne frei­wil­li­ge Um­set­zung schei­tert der­zeit aber Wi­der­stand der Netz­be­trei­ber, die Kos­ten und Wett­be­werbs­nach­tei­le glei­cher­ma­ßen fürch­ten.

Die Re­gie­rung denkt des­halb laut über ei­ne Ver­pflich­tung zum lo­ka­len Roa­ming als letz­te Kon­se­quenz nach. Die Bun­des­netz­agen­tur soll die Mög­lich­keit be­kom­men, dies in Aus­nah­me­fäl­len an­zu­ord­nen. Recht­lich ist das mach­bar, wie ein Gut­ach­ten von Pro­fes­sor Jür­gen Kühling von der Uni Re­gens­burg zeigt, das un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Das Pro­blem da­bei ist je­doch, ver­ein­facht aus­ge­drückt, dass die Mo­bil­funk­an­bie­ter für die lau­fen­de 5G-Ver­stei­ge­rung wis­sen müs­sen, was die Po­li­tik von ih­nen will. Da­bei geht es um Rechts­si­cher­heit, wie es auch schon die Bun­des­netz­agen­tur an­mahn­te, aber auch um den Kos­ten­rah­men. Die Zeit drängt al­so.

Ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung zur Än­de­rung des Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­am ons­ge­set­zes (TKG) hät­te ei­gent­lich ver­gan­ge­ne Wo­che im Ka­bi­nett be­ra­ten wer­den sol­len. Wie aus Re­gie­rungs­krei­sen ver­lau­te­te, leg­te je­doch das SPD-ge­führ­te Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um zur Über­ra­schung der CDU/CSU-ge­führ­ten Mi­nis­te­ri­en für Wirt­schaft so­wie Ver­kehr und di­gi­ta­le In­fra­struk­tur kurz­fris­tig sein Ve­to ein.

Am Mitt­woch steht zum The­ma ei­ne An­hö­rung im Bun­des­tags­aus­schuss für Ver­kehr und In­fra­struk­tur an. Ju­ris­ti­sche und tech­ni­sche Fra­gen wer­den da­bei be­spro­chen, zu viel Zeit soll­te sich die Re­gie­rung nach Ein­schät­zung von Uni­ons­Frak­ti­ons­vi­ze Lan­ge nicht ge­ben. Oh­ne recht­li­che Klar­heit dro­he ei­ne „jah­re­lan­ge Hän­ge­par­tie – schlimms­ten­falls vi­el­leicht so­gar bis zum Jahr 2025“, mahn­te der CSUPo­li­ti­ker mit Blick auf die dann an­ste­hen­de nächs­te Fre­quenz­ver­ga­be. „Die Be­den­ken­trä­ger soll­ten zü­gig in den Hand­lungs­mo­dus wech­seln und nicht län­ger auf der Brem­se ste­hen“, for­der­te Lan­ge.

5G ist die fünf­te Ge­ne­ra­ti­on des Mo­bil­funks. Es bie­tet nicht nur Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten bis zu zehn Gi­ga­bit pro Se­kun­de. Die Tech­nik er­laubt auch ein viel hö­he­res Da­ten­vo­lu­men pro Qua­drat­ki­lo­me­ter je Mo­bil­funk­sta­ti­on.

Foto: Chris­ti­an Cha­ri­si­us, dpa

5G gilt als der Stan­dard der Zu­kunft für das In­ter­net. Des­halb möch­te die Po­li­tik Vor­ga­ben ma­chen, wie „wei­ße Fle­cken“in un­ter­ver­sorg­ten Re­gio­nen auf dem Land ver­mie­den wer­den kön­nen.

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