Wie Spick­zet­tel das Ler­nen leich­ter ma­chen

Er­folg Vie­len Schü­lern fällt es schwer, sich auf Haus­auf­ga­ben und Schul­stoff zu kon­zen­trie­ren. El­tern wie­der­um treibt das oft an den Rand der Ver­zweif­lung. Doch mit ein­fa­chen Tricks kön­nen Kin­der und Er­wach­se­ne viel er­rei­chen

Wertinger Zeitung - - Schule - VON JONATHAN MAY­ER

Augs­burg Man­geln­de Kon­zen­tra­ti­on, kei­ne Lust zu ler­nen und schließ­lich schlech­te No­ten. Vie­len El­tern dürf­te das be­kannt vor­kom­men. Oft fällt es dann schwer, dem Kind den Schul­all­tag zu er­leich­tern. Doch es gibt ei­ni­ges, was Müt­ter und Vä­ter tun kön­nen. Lern­coach As­trid Brüg­ge­mann aus Mün­chen und Tanz­päd­ago­gin Frau­ke Red­lin aus Augs­burg ge­ben bei der Bil­dungs­in­itia­ti­ve der Lech­wer­ke in Augs­burg El­tern und Leh­rern Tipps fürs rich­ti­ge Ler­nen.

Das, was As­trid Brüg­ge­mann da er­klärt, klingt recht ein­fach. Durch po­si­ti­ve Spra­che könn­ten El­tern ih­re Kin­der mo­ti­vie­ren – und ih­nen die Angst vor Schul­auf­ga­ben und Ab­fra­gen neh­men. „Wenn man dem Kind sagt ,Du brauchst kei­ne Angst vor der Ma­the­ar­beit zu ha­ben‘, was pas­siert dann? Es be­kommt Angst“, er­klärt sie. Bes­ser sei, po­si­tiv aufs Kind ein­zu­wir­ken. In et­wa so: „Du hast ge­lernt, du kannst den Stoff.“Wich­tig beim täg­li­chen Ler­nen sei je­doch auch, die Ver­ant­wor­tung dem Kind zu über­las­sen. Hil­fe bei den Haus­auf­ga­ben soll­ten El­tern laut Brüg­ge­mann nicht di­rekt an­bie­ten. Häu­fig rei­che es schon, wenn Mut­ter oder Va­ter ein­fach da sind. „Emo­tio­na­le­re Kin­der brau­chen ein­fach die Nä­he, die Auf­ga­ben lö­sen sie dann schon al­lei­ne“, er­klärt sie.

Doch das ist nicht al­les. Be­son­ders wich­tig sei­en die pas­sen­den Lern­stra­te­gi­en. Ei­ne da­von ist das struk­tu­rier­te Ar­bei­ten. Das be­ginnt schon im Heft­ein­trag. Leich­te und schwe­re Din­ge soll­ten un­ter­schied­lich mar­kiert wer­den. Das ver­schaf­fe Über­blick. „Kin­der ten­die­ren oft da­zu, das zu üben, was sie be­reits kön­nen. Was sie nicht kön­nen, las­sen sie dann weg“, sagt die Men­tal­trai­ne­rin. Vie­len Kin­dern hel­fe es, wenn der gan­ze Heft­ein­trag mit Sym­bo­len neu struk­tu­riert wird. So könn­ten ne­ben dem be­reits be­herrsch­ten Stoff auch Bei­spiel­sät­ze oder be­son­ders schwe­re Auf­ga­ben mit ei­ge­nen Sym­bo­len mar­kiert wer­den. Und auch das hilft: Spick­zet­tel schrei­ben. Denn da­durch ver­schaf­fen sich Kin­der selbst ei­nen Über­blick und struk­tu­rie­ren den Lern­in­halt neu. Gleich­zei­tig wird der ge­lern­te Stoff wie­der­holt. Wich­tig da­bei: Am Tag der Prü­fung bleibt der Spick­zet­tel da­heim. Ge­lernt wur­de dann ja schon.

Vie­le El­tern be­kla­gen auch die man­geln­de Kon­zen­tra­ti­on ih­rer Kin­der. Brüg­ge­mann und Red­lin ha­ben da­für ei­ni­ge Tipps: Han­dys soll­ten beim Ler­nen bei­spiels­wei­se aus­ge­schal­tet blei­ben. Auch re­gel­mä­ßi­ge Pau­sen sei­en wich­tig. Ei­ne Faust­re­gel be­sagt: Das Al­ter des Kin­des mal zwei in Mi­nu­ten er­gibt die Zeit, in der sich das Kind am Stück kon­zen­trie­ren kann. Da­nach hel­fen ei­ni­ge Mi­nu­ten Pau­se, um die Kon­zen­tra­ti­on wie­der­auf­zu­bau­en. Die Pau­se kön­nen Kin­der für Sport­übun­gen nut­zen, die den Blut­kreis­lauf an­re­gen und das Ler­nen ein­fa­cher ma­chen. Tanz­päd­ago­gin Red­lin hat ei­ni­ge ein­fa­che Übun­gen pa­rat: ei­nen be­stimm­ten Rhyth­mus klop­fen, auf ei­nem Bein ba­lan­cie­ren oder auch Schuh­plat­teln hilft, mehr Schwung ins Ler­nen zu brin­gen.

Und nach dem Ler­nen? Dann soll­te min­des­tens 20 Mi­nu­ten auf Han­dy, Fern­se­hen und Co. ver­zich­tet wer­den. Denn: „Das Hirn braucht so lan­ge, um das Ge­lern­te zu ver­ar­bei­ten“, er­klärt Men­tal­trai­ne­rin Brüg­ge­mann.

Sym­bol­fo­to: Da­ni­el Karmann, dpa

Da­mit es in der Schu­le klappt, ist vor al­lem das rich­ti­ge Ler­nen wich­tig. Doch da­bei gilt es ei­ni­ges zu be­ach­ten.

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