Ge­schen­ke in Apo­the­ken vor dem Aus?

Ge­richts­hof auch bei Klei­nig­kei­ten skep­tisch

Wertinger Zeitung - - Panorama -

Karls­ru­he Für klei­ne Auf­merk­sam­kei­ten, die Apo­the­ker ih­ren Kun­den beim Ein­lö­sen von Re­zep­ten mit­ge­ben, gel­ten künf­tig mög­li­cher­wei­se stren­ge­re Be­schrän­kun­gen als bis­her. Das zeich­ne­te sich am Don­ners­tag in ei­ner Ver­hand­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) in Karls­ru­he über zwei Wer­be­ak­tio­nen ab, die die Wett­be­werbs­zen­tra­le vor Ge­richt ge­bracht hat.

In Darm­stadt hat­te ei­ne Apo­the­ke­rin Bröt­chen-Gut­schei­ne für ei­ne na­he ge­le­ge­ne Bä­cke­rei ver­teilt, wahl­wei­se für „zwei Was­s­er­wecks oder ei­nen Ofen­krus­ti“. In ei­ner Ber­li­ner Apo­the­ke wie­der­um be­ka­men die Kun­den ei­nen Ein-Eu­roGut­schein für den nächs­ten Ein­kauf. Das ist hei­kel, weil re­zept­pflich­ti­ge Me­di­ka­men­te in Deutsch­land über­all gleich viel zu kos­ten ha­ben. Die Apo­the­ken dür­fen sich we­gen die­ser Vor­schrift nicht mit Schnäpp­chen­prei­sen un­ter­bie­ten – auch nicht in­di­rekt, in­dem sie ih­ren Kun­den Ge­schen­ke mit­ge­ben oder Ra­bat­te an­bie­ten.

Vor ei­ni­gen Jah­ren hat­te der BGH noch ge­ur­teilt, dass Klei­nig­kei­ten, die höchs­tens ei­nen Eu­ro kos­ten, trotz­dem ver­schenkt wer­den dür­fen. In­zwi­schen hat der Ge­setz­ge­ber aber die Vor­schrift ver­schärft. Der Se­nat ten­diert des­halb da­zu, den Apo­the­ken die Gut­schei­ne nun zu ver­bie­ten. Es stel­le sich so­gar die Fra­ge, ob tra­di­tio­nel­le Bei­ga­ben wie das Päck­chen Ta­schen­tü­cher oder der Trau­ben­zu­cker über­haupt noch er­laubt sind. Die Ab­ga­be kos­ten­lo­ser Zeit­schrif­ten wie et­wa der Apo­the­ken Um­schau wer­de aber wohl wei­ter er­laubt sein. Das Ur­teil soll erst in den nächs­ten Wo­chen ver­kün­det wer­den.

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