Gu­tes Er­geb­nis im Spiel um Po­li­zei­kos­ten

Wertinger Zeitung - - Sport - VON AN­TON SCHWANKHART [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Die Deut­sche Fuß­ball Li­ga (DFL) hat im Streit um Po­li­zei­kos­ten bei Hoch­ri­si­ko­spie­len ei­ne deut­li­che Nie­der­la­ge ein­ste­cken müs­sen. Das Ur­teil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­rich­tes in Leip­zig be­rech­tigt die Bun­des­län­der, den Ver­ei­nen zu­sätz­li­che Si­cher­heits­kos­ten in Rech­nung zu stel­len. Ein Er­geb­nis, das im Sin­ne des Ge­mein­we­sens zu er­hof­fen, aber grund­sätz­lich nicht so ein­fach zu er­war­ten war. Schließ­lich wa­ren die Rich­ter in den bis­he­ri­gen Ver­fah­ren mal der ei­nen, mal der an­de­ren Sei­te zu­ge­neigt ge­we­sen.

Zu­nächst schien sich das ges­tern fort­zu­set­zen, als die deut­sche Pres­sea­gen­tur um 11.07 Uhr die Eil­mel­dung „Kei­ne Ent­schei­dung im Po­li­zei­kos­ten­streit“ver­brei­te­te. Er­freu­li­cher­wei­se kor­ri­gier­te sich die Agen­tur 30 Mi­nu­ten spä­ter mit der Nach­richt „Ge­bühr für Po­li­zei­ein­sät­ze im Prin­zip recht­mä­ßig“.

Wer, wenn nicht der mil­lio­nen­schwe­re Pro­fi-Fuß­ball soll die Kos­ten über­neh­men, die er selbst ver­ur­sacht, zu­mal in Leip­zig ja nur die po­li­zei­li­chen Zu­satz­schich­ten ver­han­delt wur­den. Für das Stan­dard­pro­gramm kommt wei­ter die öf­fent­li­che Hand auf. Dar­über kann man in ei­ner Wo­che, in der Ho­en­eß & Co. 80 Mil­lio­nen Eu­ro in den Ver­tei­di­ger Lu­cas Hernán­dez in­ves­tiert ha­ben, noch ein­mal nach­den­ken. Zu­nächst ist es nun Sa­che der Bun­des­län­der dar­über zu ent­schei­den, ob sie den Klubs das Geld hin­ter­her­wer­fen, oder sie zur Kas­se zu bit­ten. Das wird zwangs­läu­fig zu Un­ge­rech­tig­kei­ten füh­ren, die aber fi­nan­zi­ell über­schau­bar sind und sich durch ei­nen Bun­des­li­ga-Fonds ab­fe­dern lie­ßen. Wenn ein ein­zel­ner Ver­ein 80 Mil­lio­nen für ei­nen Spie­ler zur Ver­fü­gung hat, wer­den wohl 36 Ver­ei­ne 20 Mil­lio­nen Eu­ro für ei­nen Si­cher­heits­topf zu­sam­men­brin­gen. Ein­zig be­dau­erns­wer­ter Ver­lie­rer ist zu­nächst das Bun­des­land Bre­men. Die Bre­mer, no­to­risch ver­schul­det, wa­ren an­läss­lich ei­nes Hoch­ri­si­ko­spiels vor vier Jah­ren al­lei­ne ge­gen die DFL an­ge­tre­ten und hat­te dem Li­ga-Ver­band die zu­sätz­li­chen Po­li­zis­ten in Rech­nung ge­stellt. Die Rich­ter ha­ben Bre­men nun noch ein­mal in die Ver­län­ge­rung ge­schickt. Wün­schen wir dem Land ei­nen Sieg.

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