Ur­alt und ge­heim­nis­voll:

Der Lö­wen­mensch Die­se Fi­gur ist ei­ne der äl­tes­ten der Welt und nicht nur des­halb ei­ne Sen­sa­ti­on

Wertinger Zeitung - - Capito - VON STE­FA­NIE PAUL

Er hat den Kör­per ei­nes Men­schen, trägt den Kopf ei­nes Lö­wen, ist aber nur 31 Zen­ti­me­ter groß: der Lö­wen­mensch. Ge­fun­den wur­de die Fi­gur in ei­ner Höh­le auf der Schwä­bi­schen Alb, ei­ner Ge­gend na­he der Stadt Ulm. „Der Lö­wen­mensch ist ei­ne Sen­sa­ti­on“, sagt Kurt Wehr­ber­ger. Schon seit vie­len Jah­ren be­schäf­tigt er sich mit der Fi­gur. Herr Wehr­ber­ger ar­bei­tet im Mu­se­um Ulm, in dem die Fi­gur aus­ge­stellt ist.

Der Lö­wen­mensch ist zwar nur so hoch wie ein lan­ges Li­ne­al, er ist aber schon et­wa 40 000 Jah­re alt. Da­mit ist er ei­nes der äl­tes­ten Kunst­wer­ke, das je von Men­schen ge­schaf­fen wur­de! Ge­schnitzt wur­de die Fi­gur aus dem Stoß­zahn ei­nes Mam­muts. „Man kann sa­gen, die­se Men­schen ha­ben die fi­gür­li­che Kunst er­fun­den“, er­klärt der Fach­mann.

Da­zu gab es dann noch ei­nen Fund-Kri­mi

In an­de­ren Ge­gen­den wie dem heu­ti­gen Frank­reich zum Bei­spiel mal­ten un­se­re Vor­fah­ren Bil­der an die Höh­len­wand. Fi­gu­ren schnitz­ten sie zu die­ser Zeit wohl nicht. Auf der Schwä­bi­schen Alb war das an­ders: Dort fand man kei­ne Höh­len­ma­le­rei, da­für aber Fi­gu­ren. „Auf den ers­ten Blick wirkt der Lö­wen­mensch sehr sta­tisch. Wenn man aber ge­nau hin­schaut, er­kennt man, dass die Fi­gur in Be­we­gung ist“, sagt Kurt Wehr­ber­ger. Sie steht auf Ze­hen­spit­zen, die Schul­tern sind nach vor­ne ge­zo­gen, die Ar­me an­ge­win­kelt, und man kann so­gar Mus­keln ent­de­cken. „Es sieht aus, als wür­de die Fi­gur zum Sprung an­set­zen“, meint der Ex­per­te. Ihr rech­tes Ohr zeigt leicht nach rechts. So als wür­de sie aus die­ser Rich­tung ein Ge­räusch hö­ren. Die Fach­leu­te glau­ben, dass die Fi­gur bei be­stimm­ten Ri­tua­len zum Ein­satz kam.

Dass wir den Lö­wen­men­schen heu­te im Mu­se­um se­hen kön­nen, ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Denn die Ge­schich­te sei­nes Fun­des ist ei­ne Art Kri­mi! Ent­deckt wur­den die Tei­le der Fi­gur En­de Au­gust 1939, al­so vor fast 80 Jah­ren. We­ni­ge Ta­ge spä­ter be­gann der Zwei­te Welt­krieg. Lan­ge Zeit nahm man an, der Ent­de­cker ha­be über­haupt nicht ka­piert, was er da ent­deckt hat. Der Mann hieß Ro­bert Wet­zel.

Dann wa­ren die Tei­le erst ein­mal ver­schwun­den

Doch vor ei­ni­gen Jah­ren wur­de ein Brief ent­deckt. Ro­bert Wet­zel hat­te ihn kurz nach der Ent­de­ckung ver­fasst. Er schreibt da­rin von ei­nem „sen­sa­tio­nel­len Fund“.

Al­so wuss­te er wohl, was er ge­fun­den hat­te! Trotz­dem ver­schwand die Fi­gur qua­si in der Schub­la­de sei­nes Schreib­tischs.

War­um der Ent­de­cker das mach­te, kann heu­te nie­mand mehr ge­nau sa­gen. Erst 30 Jah­re spä­ter be­gann ein For­scher da­mit, die mehr als 200 Ein­zel­tei­le zu un­ter­su­chen und zu ord­nen. Er fand her­aus: Das ist ei­ne Fi­gur, ein ur­al­tes Fa­bel­we­sen! Nun war die Sen­sa­ti­on per­fekt.

(dpa)

Fo­to: Oleg Kuchar, Mu­se­um Ulm, dpa

Der Lö­wen­mensch ist nun im Mu­se­um Ulm zu se­hen. Um ein Haar wä­re das nicht mög­lich ge­we­sen.

Die­ser sport­li­che Ha­se ists von Li­lith, 6, aus Herk­heim,.

Jo­el, 6, aus Augs­burg ist mit Tan­ja un­ter­wegs.

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