Lands­ber­ger lie­fert E-Au­tos nach Ber­lin

Mo­bi­li­tät Wie Chris­toph Schal­ler mit ei­nem Fahr­dienst der Bahn ins Ge­schäft kam

Wertinger Zeitung - - Wirtschaft - VON GERALD MODLINGER

Lands­berg Auf Elek­tro­fahr­zeu­ge setzt Chris­toph Schal­ler aus Lands­berg schon seit über zehn Jah­ren. Und ei­nen der­art ho­hen Ver­kaufs­an­teil an Elek­tro­au­tos wie der Lands­ber­ger Nis­san- und Su­zu­kiHänd­ler dürf­te kaum ein an­de­res Au­to­haus auf­wei­sen: „Vor zwei Jah­ren wa­ren es un­ge­fähr zehn Pro­zent, mitt­ler­wei­le sind es 50 Pro­zent“, sagt Schal­ler. Der Un­ter­neh­mer hat vor kur­zem den größ­ten Auf­trag in der 60-jäh­ri­gen Fir­men­ge­schich­te an Land ge­zo­gen: Er lie­fert die Flot­te für den Fahr­dienst-An­bie­ter Cle­ver Shut­tle, ei­ne Toch­ter der Deut­schen Bahn.

Hun­der­te Fahr­zeu­ge – die ge­naue Zahl will Schal­ler nicht nen­nen – wer­den in die­sem Jahr über sei­nen Hof vom Nis­san-Werk in Bar­ce­lo­na zu Cle­ver Shut­tle ge­lie­fert, kün­digt der Händ­ler an. Das Ber­li­ner Star­tup be­treibt ei­nen Ta­xi­dienst in meh­re­ren deut­schen Groß­städ­ten. Die weiß-grü­nen Au­tos sind in Ber­lin, Ham­burg, Mün­chen, Stutt­gart, Dresden und Leip­zig un­ter­wegs.

Dass die Ber­li­ner und Schal­ler ins Ge­schäft ge­kom­men sind, liegt an der Ver­triebs­stra­te­gie des Lands­ber­ger Händ­lers. Die­se ha­be er sich bei Tes­la ab­ge­schaut, sagt er selbst. E-Fahr­zeu­ge ha­ben mo­men­tan Lie­fer­zei­ten von et­li­chen Mo­na­ten. Ge­gen ei­ne An­zah­lung von ei­ni­gen hun­dert Eu­ro ga­ran­tier­te Schal­ler in In­ter­net-Fo­ren und so­zia­len Netz­wer­ken sei­nen Kun­den ei­ne Lie­fe­rung in kür­ze­rer Frist. Und da klopf­te dann ir­gend­wann Cle­ver Shut­tle in Lands­berg an – we­gen ei­nes Sie­ben­sit­zers und ei­ner et­was grö­ße­ren Stück­zahl.

Vier Mo­na­te nach dem De­al wur­den die ers­ten Fahr­zeu­ge vom Typ Nis­san e-NV200 ge­lie­fert. Und seit Jah­res­be­ginn wer­den im­mer neue Char­gen vom Werk in Bar­ce­lo­na nach Lands­berg ge­bracht. Schal­lers Mit­ar­bei­ter tau­schen die Som­mer­rei­fen ge­gen Ganz­jah­res­rei­fen, wech­seln die Fuß­mat­ten aus und ma­chen die Über­ga­bein­spek­ti­on. Dann wer­den die künf­ti­gen Sam­mel­ta­xis nach Ber­lin ge­bracht, wo sie noch be­klebt wer­den.

Cle­ver Shut­tle wur­de 2014 in Ber­lin ge­grün­det. Seit 2018 ge­hört das Un­ter­neh­men mehr­heit­lich zur

Im Stadt­ver­kehr sind Elek­tro­au­tos im Vor­teil

Deut­schen Bahn. Der Fahr­dienst ver­spricht, bil­li­ger als ein Ta­xi und be­que­mer als ein Bus zu sein. Die Kun­den über­mit­teln ih­ren Fahr­wunsch per App. Die Soft­ware von Cle­ver Shut­tle kom­bi­niert die ein­zel­nen An­fra­gen so, dass meh­re­re Pas­sa­gie­re zu­sam­men fah­ren kön­nen, oh­ne dass sie da­bei lan­ge Um­we­ge in Kauf neh­men müs­sen. Da­her ist der Fahr­preis deut­lich nied­ri­ger als bei ei­nem ge­wöhn­li­chen Ta­xi. Ge­fah­ren wird aus­schließ­lich mit Au­tos mit Elek­tro- oder Was­ser­stoff­an­trieb.

Den Stadt­ver­kehr sieht Händ­ler Chris­toph Schal­ler als idea­len Ein­satz­ort für Elek­tro­fahr­zeu­ge: An­ders als Au­tos mit Ver­bren­nungs­mo­tor ha­ben Elek­tro­fahr­zeu­ge im Stadt­ver­kehr mehr Reich­wei­te als über Land – dank der Re­ku­pe­ra­ti­ons­ener­gie, die je­des Mal ge­won­nen wird, wenn vor ei­ner Am­pel ge­bremst wird. So wer­de die vom Her­stel­ler an­ge­ge­be­ne Reich­wei­te von 250 Ki­lo­me­tern so­gar über­trof­fen. Auf­ge­la­den wer­den kann, wenn der Fah­rer Pau­se macht. An Schnell­la­de­säu­len sei ein Elek­tro­au­to in ei­ner hal­ben St­un­de „auf­ge­tankt“.

Foto: T. Jor­dan

Chris­toph Schal­ler und ein klei­ner Teil sei­ner Nis­san-Lie­fe­rung.

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