Tä­ter hät­te aus­rei­sen müs­sen

Donauwörth: Neue De­tails zu Mes­ser­an­griff

Wertinger Zeitung - - Bayern - (fe­ne, wwi)

Donauwörth Meh­re­re Ta­ge nach der Blut­tat in Donauwörth, bei der ein 33-jäh­ri­ger Afri­ka­ner ein be­nach­bar­tes Ehe­paar mit dem Mes­ser nie­der­ge­sto­chen hat, wer­den im­mer mehr De­tails be­kannt.

So soll es vor der ei­gent­li­chen Tat zu­nächst ei­nen Streit ge­ge­ben ha­ben. Zwei Zeu­gen hat­ten wohl ver­sucht, schlich­tend ein­zu­grei­fen, konn­ten aber nicht ver­hin­dern, dass der Mann aus Gui­nea den 49-jäh­ri­gen Fa­mi­li­en­va­ter töd­lich ver­letz­te und auch die 43-jäh­ri­ge Ehe­frau mas­siv at­ta­ckier­te. Das Scho­ckie­ren­de: Der sie­ben­jäh­ri­ge Sohn des Ehe­paars hat das Ver­bre­chen wohl aus nächs­ter Nä­he mit­er­lebt. Nach­barn zo­gen den Bu­ben weg. Er und sei­ne eben­falls schul­pflich­ti­ge Schwes­ter wur­den vom Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­team im Land­rats­amt be­treut.

Der 33-jäh­ri­ge Tä­ter kam nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung im Jahr 2001 als un­be­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Flücht­ling nach Deutsch­land. Sein An­trag auf Asyl wur­de ab­ge­lehnt, doch er blieb in Donauwörth. Durch die Ge­burt sei­ner drei Kin­der in den Fol­ge­jah­ren er­hielt er ei­ne be­fris­te­te Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung und konn­te sei­nen Le­bens­un­ter­halt ver­die­nen. Das tat er bis zum

Op­fer war In­ge­nieur bei Air­bus He­li­c­op­ters

No­vem­ber 2018 bei ei­nem Groß­un­ter­neh­men in der Re­gi­on. Er war La­ger­ar­bei­ter. Nach­dem er sei­nen Füh­rer­schein ab­ge­ben muss­te, war er krank­ge­schrie­ben. Da­nach er­schien er nicht mehr zur Ar­beit. Ar­beits­lo­sen­geld er­hielt er kei­nes. Bei den Be­hör­den war er mehr­mals ne­ga­tiv aufgefallen.

Sei­ne Op­fer stam­men bei­de aus In­di­en, leb­ten aber be­reits seit 18 Jah­ren in Deutsch­land. Der ge­tö­te­te Va­ter war In­ge­nieur bei Air­bus He­li­c­op­ters und hat­te seit ei­nem Jahr die deut­sche Staats­bür­ger­schaft. Die An­teil­nah­me im Werk in Donauwörth ist groß. „Der Tod von Herrn P. er­füllt uns mit Trau­er und Be­trof­fen­heit“, heißt es in ei­ner Stel­lung­nah­me.

Der Fall sorgt auch im Hei­mat­land der Op­f­er­fa­mi­lie für Schlag­zei­len. Wie die In­dian Ti­mes be­rich­tet, hat sich die in­di­sche Au­ßen­mi­nis­te­rin dar­um be­müht, dass die An­ge­hö­ri­gen ein Vi­sum er­hal­ten, um schnell nach Deutsch­land rei­sen zu kön­nen.

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