Wind­po­cken-Alarm am Gym­na­si­um in Kö­nigs­brunn

Ge­sund­heit We­gen zwei­er kran­ker Kin­der wer­den hun­der­te Schü­ler über­prüft. Ei­ni­ge müs­sen jetzt zu Hau­se blei­ben

Wertinger Zeitung - - Bayern - VON DA­NI­EL WE­BER

Kö­nigs­brunn Die Wind­po­cken sor­gen der­zeit für Alarm in Kö­nigs­brunn (Kreis Augs­burg): Am Gym­na­si­um sind zwei der mehr als 1100 Schü­ler er­krankt. Das staat­li­che Ge­sund­heits­amt hat in ei­ner Eil­ak­ti­on al­le Kin­der iden­ti­fi­ziert, die sich an­ste­cken könn­ten. Sie müs­sen bis zu den Os­ter­fe­ri­en zu Hau­se blei­ben.

Weil Wind­po­cken ei­ne mel­de­pflich­ti­ge Krank­heit sind, hat­te das Ge­sund­heits­amt von den bei­den be­trof­fe­nen Schü­lern er­fah­ren. Die Be­hör­de setz­te sich um­ge­hend mit dem Gym­na­si­um Kö­nigs­brunn in Kon­takt, um die Maß­nah­men mit der Schul­lei­tung ab­zu­spre­chen.

Üb­li­cher­wei­se wer­de in ei­nem sol­chen Fall über­prüft, ob in den Klas­sen der kran­ken Schü­ler Kin­der sind, die nicht ge­gen Wind­po­cken im­mun sind, er­klärt der stell­ver­tre­ten­de Pres­se­spre­cher des Land­rats­amts Jens Reit­lin­ger. Weil das Gym­na­si­um Kö­nigs­brunn aber ein of­fe­nes päd­ago­gi­sches Kon­zept ha­be und Schü­ler al­ler Jahr­gän­ge viel Kon­takt zu­ein­an­der hät­ten, ha­be das Ge­sund­heits­amt nicht nur ein­zel­ne Klas­sen, son­dern al­le Schü­ler über­prü­fen müs­sen.

Die Schu­le ver­teil­te am ver­gan­ge­nen Mon­tag ein Schrei­ben an al­le Kin­der, die nach 2003 ge­bo­ren wur­den. Bis Mitt­woch muss­ten die Schü­ler für das Ge­sund­heits­amt nach­wei­sen, dass sie ent­we­der ge­gen Wind­po­cken ge­impft sind oder die Krank­heit be­reits selbst hat­ten und so ge­gen den Er­re­ger im­mun sind. Al­ter­na­tiv konn­ten sie sich ei­ne so­ge­nann­te Rie­ge­lungs­imp­fung ge­ben las­sen, die in den ers­ten fünf Ta­gen nach dem Auf­tre­ten der Wind­po­cken da­vor schützt, sich an­zu­ste­cken. Die Frist ist in­zwi­schen ver­stri­chen. Für die, die nicht im­mun wa­ren, galt ab dem gest­ri­gen Don­ners­tag für 16 Ta­ge ein Aus­schluss vom Un­ter­richt. Prak­tisch be­deu­tet das sie­ben ver­pass­te Schul­ta­ge bis zu den Os­ter­fe­ri­en. Für 30 bis 40 Schü­ler kam es ge­nau so.

„Wir sind uns des­sen be­wusst, dass die Maß­nah­me als sehr dras­tisch wahr­ge­nom­men wer­den könn­te“, sagt Mar­tin Mil­ler, Lei­ter des staat­li­chen Ge­sund­heits­amts. „Al­ler­dings wür­den wir uns ei­ne sol­che Ent­schei­dung nie­mals leicht ma­chen und ver­fah­ren stets nach dem Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prin­zip, wenn ei­ne sol­che Sach­la­ge vor­liegt.“

Im Fall des Gym­na­si­ums Kö­nigs­brunn ge­he es nicht nur dar­um, die ge­fähr­de­ten Kin­der vor den Wind­po­cken zu schüt­zen. Wenn Er­wach­se­ne sich mit der Krank­heit infizieren, kön­ne das schwer­wie­gen­de me­di­zi­ni­sche Kom­pli­ka­tio­nen nach sich zie­hen. Be­son­ders ri­si­ko­reich sei die Krank­heit für Schwan­ge­re.

Am Don­ners­tag be­schwer­ten sich ei­ni­ge auf­ge­brach­te El­tern bei der Schul­lei­tung: Sie hat­ten das For­mu­lar des Ge­sund­heits­amts nicht recht­zei­tig ab­ge­ge­ben. Am Don­ners­tag durf­ten ih­re Kin­der des­we­gen nicht mehr zum Un­ter­richt, ob­wohl sie im­mun ge­gen Wind­po­cken sei­en. Die Be­hör­de stell­te klar, dass der Aus­schluss vom Un­ter­richt je­der­zeit auf­ge­ho­ben wer­den kön­ne, so­bald nach­ge­wie­sen sei, dass die be­trof­fe­nen Kin­der im­mun ge­gen Wind­po­cken sei­en.

Foto: stock.ado­be.com

Ein ro­ter Aus­schlag ist bei Wind­po­cken ty­pisch.

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