Tipps für Rad­ler zum Sai­son­start

Gesundheit Für wen eig­net sich ei­gent­lich ein E-Bi­ke, wel­ches Fahr­rad eig­net sich wo­zu und was ist zu tun, wenn der Rü­cken oder die Hand­ge­len­ke beim Ra­deln schmer­zen? Ein Über­blick zum Früh­jahr

Wertinger Zeitung - - Geld & Leben - VON HA­RALD CZYCHOLL

Augs­burg Rad­fah­ren wird im­mer be­lieb­ter. Wer nicht so­wie­so schon das gan­ze Jahr über ra­delt, der holt das Fahr­rad oft aus dem Kel­ler, so­bald das Wetter wie­der an­hal­tend schö­ner wird. Doch es gilt ei­ni­ge Fein­hei­ten zu be­ach­ten: So muss der Sat­tel rich­tig ein­ge­stellt sein, Ge­päck muss si­cher trans­por­tiert und da­ne­ben muss der Draht­esel na­tür­lich auch vor Dieb­stahl ge­schützt wer­den. Und na­tür­lich muss das Fahr­rad­mo­dell grund­sätz­lich zu den ei­ge­nen An­for­de­run­gen pas­sen. Was Fahr­rad-Fans be­ach­ten müs­sen.

Wor­auf soll­te man beim Fahr­rad­kauf ach­ten?

Wer ei­ne Neu­an­schaf­fung plant, steht vor ei­ner gro­ßen Aus­wahl. So­wohl der Ein­satz­zweck als auch die Ab­mes­sun­gen spie­len bei der Ent­schei­dung ei­ne Rol­le. Als sta­bi­le All­roun­der für All­tag und Frei­zeit ha­ben sich Trek­king-Bi­kes er­wie­sen, die so­wohl für Fahr­ten auf Stra­ßen als auch im leich­ten Ge­län­de ge­eig­net sind. Das Moun­tain­bike mit bis zu 30 Gän­gen und grob pro­fi­lier­ten Rei­fen eig­net sich per­fekt für die Berg­welt. Renn­rä­der punk­ten durch ih­re schma­le Bau­art und ihr leich­tes Ge­wicht mit Schnel­lig­keit. Ci­ty­und Hol­land­rä­der da­ge­gen eig­nen sich für den Stadt­ver­kehr. Bei die­sen bei­den Fahr­rad­t­y­pen mit ih­ren di­cken Rei­fen und dem brei­ten Sat­tel der Fah­rer ei­ne eher auf­rech­te Hal­tung. Aber Vor­sicht: Hol­land­rä­der ste­hen un­ter dem Ver­dacht, schäd­lich für den Rü­cken zu sein, weil Schlä­ge di­rekt auf Wir­bel­säu­le und Na­cken ge­hen. Doch „dies stimmt nur be­dingt“, meint Wolf­gang Reu­ter, Ge­sund­heits­ex­per­te bei der Deut­schen Kran­ken­ver­si­che­rung (DKV). „Wie bei al­len Mo­del­len ist auch hier die Kon­struk­ti­on des Fahr­rads ent­schei­dend.“Wich­tig sei­en ein nied­ri­ger Len­ker und ein ge­rin­ger Ab­stand zwi­schen den Grif­fen und dem Kör­per, so­dass der Ober­kör­per um 15 bis 20 Grad nach vor­ne ge­neigt ist.

Für wen lohnt sich ein E-Bi­ke?

Mitt­ler­wei­le sind sämt­li­che Fahr­rad­t­y­pen auch als E-Bi­ke er­hält­lich. Sie sind vor al­lem bei Se­nio­ren be­liebt. Da­mit sind selbst län­ge­re Stre­cken kein Pro­blem und äl­te­re Men­schen tun et­was für ih­re Fit­ness. Aber auch bei Jün­ge­ren wer­den sol­che Rä­der als Al­ter­na­ti­ve zu Bus, Bahn und Au­to, et­wa zum Pen­deln an den Ar­beits­platz, im­mer be­lieb­ter. Da­für soll­ten Pend­ler aber auf die rich­ti­ge Aus­stat­tung ach­ten: Re­gen­ja­cke, Wech­sel­klei­dung, Pro­vi­ant und Co. wol­len si­cher trans­por­tiert wer­den. Des­halb soll­ten Rad­ler schau­en, wel­che Fahr­rad­t­a­sche zu ih­ren Ge­wohn­hei­ten passt.

Wor­auf soll­te man bei der Sitz­hal­tung ach­ten?

Ge­ra­de zu Be­ginn der Fahr­rad­sai­son kommt es im­mer wie­der vor, dass der Po schmerzt, Rü­cken und Na­cken ver­spannt sind oder die Hän­de krib­beln und im­mer wie­der „ein­schla­fen“. Da­mit das Ra­deln nicht zur Qu­al wird, muss je­der Fah­rer schau­en, wel­che Sitz­po­si­ti­on zu ihm passt – Ex­per­ten spre­chen vom so­ge­nann­ten Bi­ke­fit­ting. Zur rich­ti­gen Sitz­po­si­ti­on und zum pas­sen­den Sat­tel kön­nen Fach­händ­ler be­ra­ten. „Sat­tel und Len­ker müs­sen rich­tig ein­ge­stellt sein, um Fehl­hal­tun­gen zu ver­mei­den“, er­klärt Ge­sund­heits­ex­per­te Reu­ter. „Die Sitz­hö­he ist op­ti­mal, wenn die Knie beim Fah­ren nie ganz durch­ge­streckt sind und der Rad­fah­rer den Bo­den ge­ra­de noch mit den Fuß­spit­zen be­rüh­ren kann, wenn er auf dem Sat­tel sitzt.“Beim Ein­stel­len des Len­kers ist dar­auf zu ach­ten, dass die Hand­ge­len­ke beim Fah­ren nicht ab­ge­knickt sind. Ein et­was nach vorn ge­neig­ter Ober­kör­per mit leicht ge­beug­ten Ar­men: So sieht die per­fek­te Hal­tung aus. Bei Renn­rä­dern sind die Fah­rer meist stark nach vor­ne ge­neigt. Rad­ler neh­men den Kopf dann weit in den Na­cken, was zu Ver­span­nun­gen füh­ren kann. Wer re­gel­mä­ßig Renn­rad fährt, soll­te da­hat her sei­ne Rumpf-, Schul­ter- und Na­cken­mus­ku­la­tur kräf­ti­gen, rät Reu­ter.

Wor­auf kommt es bei Kin­der­fahr­rä­dern an?

Kin­der­fahr­rä­der soll­ten si­cher und ro­bust sein – und vor al­lem müs­sen sie pas­sen: Was die op­ti­ma­le Rad­grö­ße be­trifft, hält sich hart­nä­ckig die Re­gel, dass das Kind auf dem Sat­tel sit­zend mit bei­den Fü­ßen platt auf den Bo­den kom­men muss. Tat­säch­lich aber gilt ab dem 24-Zoll-Rad: Ein Rad passt, wenn das Kind vor dem Sat­tel ste­hend zwei Zen­ti­me­ter Frei­raum zum Rah­men hat. Ne­ben der Grö­ße spielt auch ein nied­ri­ges Ge­wicht ei­ne wich­ti­ge Rol­le – sonst tun sich die Klei­nen beim Ma­nö­vrie­ren schwer. Nimmt das Kind am Stra­ßen­ver­kehr teil, sind Klin­gel, Schein­wer­fer, Rück­leuch­te und Re­flek­to­ren Pflicht. Und ei­nen Fahr­rad­helm brau­chen die Klei­nen auch. Wich­tig da­bei: Er muss fest sit­zen und darf nicht ver­rut­schen, um im Fall ei­nes Stur­zes auch wirk­lich Schutz zu bie­ten.

Wie schützt man das Rad vor Dieb­stahl?

Mas­si­ve Bü­gel-, Pan­zer­ka­bel- oder Ket­ten­schlös­ser sind das si­chers­te Mit­tel ge­gen Die­be. Als Faust­re­gel gilt, dass das Schloss rund zehn Pro­zent vom Neu­preis des Rads kos­ten soll­te. Das Fahr­rad soll­te mög­lichst mit dem Rah­men im­mer an ei­nem fes­ten Ge­gen­stand – et­wa ei­nem Fahr­rad­stän­der oder ei­nem La­ter­nen­pfahl – an­ge­schlos­sen wer­den. Au­ßer­dem hilft es, das Fahr­rad­schloss nicht auf Bo­den­hö­he an­zu­brin­gen, denn dann kön­nen Die­be ihr Werk­zeug am Bo­den ab­stüt­zen. Doch auch das bes­te Schloss bie­tet kei­nen hun­dert­pro­zen­ti­gen Schutz. Wird ein Fahr­rad­be­sit­zer Op­fer ei­nes Dieb­stahls, soll­te er in­ner­halb von 48 St­un­den An­zei­ge bei der Po­li­zei er­stat­ten. Um den fi­nan­zi­el­len Ver­lust ab­zu­fan­gen, gibt es grund­sätz­lich zwei Mög­lich­kei­ten: Die güns­ti­ge­re Al­ter­na­ti­ve ist die klas­si­sche Haus­rat­ver­si­che­rung, die Fahr­rä­der in der Re­gel mit ein­schließt. Sie zahlt al­ler­dings nur, wenn das Fahr­rad aus der Woh­nung, ei­nem ab­ge­schlos­se­nen Kel­ler oder ei­ner ab­ge­schlos­se­nen Ga­ra­ge ge­stoh­len wird, gibt Pe­ter Schnitz­ler von der Er­go Ver­si­che­rungs­grup­pe zu be­den­ken. „Wer sein Fahr­rad öf­ters drau­ßen ab­stellt, kann für ei­nen ge­rin­gen Auf­preis den Ver­si­che­rungs­schutz der Haus­rat­ver­si­che­rung ent­spre­chend er­wei­tern.“Für hoch­wer­ti­ge Rä­der bie­tet sich un­ter Um­stän­den ei­ne spe­zi­el­le Fahr­rad­ver­si­che­rung an. Egal, auf wel­chen Ta­rif letzt­lich die Wahl fällt – vor dem Ab­schluss soll­te man in die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen schau­en und prü­fen, an wel­chen Or­ten der Ver­si­che­rungs­schutz gilt und ob das Rad da­mit wirk­lich ge­schützt ist.

Zehn Pro­zent des Rad­prei­ses kos­tet ein gu­tes Schloss

Foto: stock.ado­be.com

Wenn das Wetter wie­der ver­läss­lich schö­ner wird, ho­len vie­le Men­schen ih­re Fahr­rä­der aus dem Kel­ler oder über­le­gen sich, ein neu­es zu kau­fen. Aber wor­auf kommt es da­bei an? Braucht wirk­lich je­der ein Moun­tain­bike und wie ist der Sat­tel rich­tig ein­ge­stellt, da­mit das Fah­ren auch Spaß macht?

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