Un­sin­ni­ge Hür­de für Haus­käu­fer

Wertinger Zeitung - - Erste Seite - VON BERN­HARD JUN­GIN­GER [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

End­lich ein­mal ei­ne gu­te Idee in der auf­ge­heiz­ten De­bat­te um be­zahl­ba­res Woh­nen: Die Uni­on will die un­sin­nigs­te al­ler Hür­den für Im­mo­bi­li­en­käu­fer schlei­fen und die Grund­er­werbs­steu­er ent­schär­fen. Es ist näm­lich völ­lig wi­der­sin­nig, wenn sich der Staat ei­ner­seits zur För­de­rung von Wohn­ei­gen­tum be­kennt und an­de­rer­seits kräf­tig die Hand auf­hält, wenn je­mand sich den Traum von den ei­ge­nen vier Wän­den ver­wirk­licht. Was an­ge­sichts ra­sant stei­gen­der Im­mo­bi­li­en­prei­se ge­ra­de jun­gen Fa­mi­li­en im­mer schwe­rer fällt. Des­halb hat die Gro­ße Ko­ali­ti­on ja auch mit viel Tam­tam das Bau­kin­der­geld ein­ge­führt. Doch der Zu­schuss reicht in vie­len Fäl­len nicht ein­mal aus, um die Straf­steu­er zu be­zah­len, die je nach Bun­des­land zwi­schen 3,5 und 6,5 Pro­zent der Kauf­sum­me be­trägt. Hin­zu kommt: Die Grund­er­werbs­steu­er kann in der Re­gel nicht durch das in der Mehr­zahl der Fäl­le nö­ti­ge Dar­le­hen fi­nan­ziert wer­den. So schmilzt das Ei­gen­ka­pi­tal, Kre­dit und Woh­nung rü­cken in im­mer wei­te­re Fer­ne.

Ein Frei­be­trag von ei­ner hal­ben Mil­li­on Eu­ro bei der Grund­er­werbs­steu­er wür­de Käu­fern ei­ner selbst ge­nutz­ten Woh­nung wirk­lich nut­zen. Er soll­te aber nicht auf Erst­käu­fer be­schränkt sein. Wer et­wa be­ruf­lich um­zie­hen muss, darf nicht be­straft wer­den.

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