Ein Ma­kel

Wittlager Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Wal­traud Mess­mann w.mess­mann@noz.de

Die Dis­kus­si­on um das Her­auf­set­zen des Min­dest­al­ters bei Whats­app macht klar, dass die An­bie­ter sol­cher Di­ens­te al­les ver­su­chen wer­den, um die stren­gen Re­geln der neu­en EU-Da­ten­schutz­ver­ord­nung zu ih­rem Vor­teil zu ver­wäs­sern. So scheint es, dass der Mes­sen­ger bei der Fest­le­gung des Min­dest­al­ters auf 16 Jah­re mög­li­cher­wei­se nur des­halb vor­prescht, weil er so die bei jün­ge­ren Nut­zern fäl­li­ge Ein­wil­li­gung der El­tern um­ge­hen kann.

Klar, dass Face­book & Co nichts aus­las­sen wer­den, um auch zu der at­trak­ti­ven Al­ters­grup­pe der un­ter 16-Jäh­ri­gen wei­ter­hin ei­nen mög­lichst frei­en Zu­gang zu ha­ben. Schließ­lich ma­chen die Jün­ge­ren ei­nen gro­ßen Teil der Nut­zer aus. Und nach den Vor­stel­lun­gen der An­bie­ter soll sich das na­tür­lich auch durch die neue EU-Ver­ord­nung nicht än­dern.

Da­ten­schüt­zer kri­ti­sie­ren auch des­halb zu Recht, dass die Ver­ord­nung bei der Um­set­zung ei­ni­ger Re­geln zu viel Spiel­raum lässt. Ein­zel­ne EU-Staa­ten kön­nen in ver­schie­de­nen Punk­ten Ab­wei­chun­gen vor­neh­men. Da­zu ge­hört auch, dass sie die Al­ters­gren­ze für Face­book & Co auf drei­zehn Jah­re ab­sen­ken kön­nen. Auch wenn die Ver­brau­cher­rech­te ins­ge­samt ge­stärkt wer­den, für ei­ne Ver­ord­nung, die sich vor al­lem den Schutz der jün­ge­ren Nut­zer zum Ziel ge­setzt hat, ist das ein er­heb­li­cher Ma­kel.

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