Die Zu­kunft hat be­gon­nen

Wittlager Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

In Deutsch­land wird viel über Le­bens­be­din­gun­gen von Nutz­tie­ren dis­ku­tiert. Ha­ben sie ge­nug Platz, aus­rei­chend Frisch­luft und fri­sches Fut­ter? Das al­les soll auf der Fleisch­pa­ckung er­kenn­bar sein. Stel­len Sie sich vor, ne­ben Fleisch­ver­pa­ckun­gen mit all die­sen La­beln lie­gen noch wei­te­re, auf de­nen steht: Für die­ses Fleisch muss­te kein Tier ster­ben. Ge­nau das ist es, woran ge­ra­de vie­le klei­ne Un­ter­neh­men ar­bei­ten: Fleisch aus dem La­bor oh­ne die Nach­tei­le, die kon­ven­tio­nel­le Pro­duk­ti­on mit sich bringt, den Tod ei­nes Tie­res und die Um­welt­pro­ble­me. Fleisch oh­ne schlech­tes Ge­wis­sen – das ist das, was die Er­fin­der ver­spre­chen. Und ein gu­tes Ge­wis­sen war im­mer schon ein gu­tes Kauf­ar­gu­ment. Kein Wun­der al­so, dass Mi­cro­soft-Grün­der Bill Ga­tes, Mil­li­ar­därs-Kol­le­ge Richard Bran­son oder der Mut­ter­kon­zern des Ge­flü­gel­fleisch­pro­du­zen­ten Wie­sen­hof in sol­che Un­ter­neh­men Geld in­ves­tiert ha­ben. Auch der deut­sche Markt­füh­rer Tön­nies wird um­den­ken müs­sen, wenn die Kin­der­krank­hei­ten der Tech­no­lo­gie be­ho­ben sind.

Klar ist: Von ei­ner flä­chen­de­cken­den preis­wer­ten Ver­sor­gung sind wir weit ent­fernt. Auf ab­seh­ba­re Zeit wird das künst­lich er­zeug­te „sau­be­re“Fleisch ein Pro­dukt für Wohl­ha­ben­de blei­ben. Oder bes­ser ge­sagt für die­je­ni­gen, die sich die­sen mo­ra­li­schen Lu­xus er­lau­ben wol­len. Aber gut mög­lich, dass sich das dreht: das Kunst­fleisch für die Mas­se, das ech­te Steak vom to­ten Tier nur für Rei­che.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.