Nach­zug von Fa­mi­li­en stockt

Wittlager Kreisblatt - - POLITIK - Von Ma­ri­on Trim­born

OS­NA­BRÜCK. Der Fa­mi­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen, die in Grie­chen­land ge­stran­det sind, stockt seit Jah­res­be­ginn wie­der. In den ers­ten vier Mo­na­ten (Stich­tag 7. Mai) stell­ten grie­chi­sche Be­hör­den An­trä­ge für 870 Flücht­lin­ge, zu ih­ren An­ge­hö­ri­gen nach Deutsch­land nach­zu­kom­men. Da­von lehn­te das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) aber 582 Fäl­le ab, das ent­spricht ei­ner Quo­te von 67 Pro­zent. Das geht aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne schrift­li­che Fra­ge der Lin­ken-Ab­ge­ord­ne­ten Gö­kay Ak­bu­lut her­vor, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren fast al­le An­trä­ge ak­zep­tiert wor­den: So wur­den 2017 ins­ge­samt 5692 An­trä­ge ge­stellt. Das Bamf gab für 5307 Fäl­le grü­nes Licht.

Do­ku­men­te feh­len

Die Ab­leh­nung er­folg­te meist aus bü­ro­kra­ti­schen Grün­den. Nach An­ga­ben der Lin­ken ent­schei­det das Bamf häu­fig ge­gen An­trä­ge, weil Über­set­zun­gen von Do­ku­men­ten nicht bei­ge­fügt sind wie et­wa Ur­kun­den, die die Fa­mi­li­en­zu­sam­men­ge­hö­rig­keit be­le­gen. Nach der Du­blin-Ver­ord­nung sei es aber gar nicht zu­läs­sig, sol­che Über­set­zun­gen zu for­dern.

Die Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Gö­kay Ak­bu­lut sag­te: „Das ist ein Skan­dal und ei­ne un­zu­läs­si­ge Rechts­ver­wei­ge­rung.“Vie­le Flücht­lin­ge leb­ten in Grie­chen­land un­ter men­schen­un­wür­di­gen Be­din­gun­gen. Auch die in Deutsch­land an­ge­kom­me­nen Flücht­lin­ge könn­ten sich bes­ser in­te­grie­ren, wenn ih­re Ehe­part­ner und Kin­der bei ih­nen sei­en.

Bei die­sen Fäl­len geht es nicht um den Fa­mi­li­en­nach­zug aus den Her­kunfts­län­dern, der für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Schutz ab Au­gust wie­der mög­lich sein soll.

Un­ter­des­sen will die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on den Fa­mi­li­en­nach­zug für Ehe­part­ner und Kin­der ehe­ma­li­ger is­la­mis­ti­scher Gefährder jetzt doch ge­ne­rell ver­bie­ten. Die SPD will ei­nen Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung ent­spre­chend än­dern.

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