Nun doch mehr Geld fürs Mi­li­tär?

Gro­ko strei­tet über Rüs­tungs-Plus / Na­to-Ober­be­fehls­ha­ber springt Deut­schen bei

Wittlager Kreisblatt - - POLITIK - Dpa, AFP

In­ves­tiert Deutsch­land ge­nug Geld in sei­ne Ver­tei­di­gung? Spä­tes­tens seit dem Na­to-Gip­fel wird über die­se Fra­ge wie­der leb­haft dis­ku­tiert. In der Gro­ßen Ko­ali­ti­on bahnt sich neu­er Streit an.

BER­LIN Plä­ne für ei­ne be­schleu­nig­te Er­hö­hung der deut­schen Mi­li­tär­aus­ga­ben sor­gen für Är­ger in der Gro­ßen Ko­ali­ti­on. Füh­ren­de Uni­ons­po­li­ti­ker wol­len den Ver­tei­di­gungs­etat schon bis zum Jahr 2021 auf 1,5 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts an­he­ben und nicht erst – wie bis­her ver­ab­re­det – bis 2024. Beim Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD stößt die­ses Vor­ha­ben auf deut­li­che Ab­leh­nung: „An­ge­la Mer­kel darf sich nicht von Do­nald Trumps Auf­rüs­tungs­wahn in­stru­men­ta­li­sie­ren las­sen“, sag­te Ge­ne­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil.

Nach mas­si­vem Druck des US-Prä­si­den­ten auf die Na­toStaa­ten hat­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) beim Gip­fel des Bünd­nis­ses Zu­ge­ständ­nis­se bei den Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Aus­sicht ge­stellt. SPD-Vi­ze­par­tei­chef Thors­ten Schä­fer-Güm­bel sag­te: „Statt wei­te­re Mil­li­ar­den in die Rüs­tung soll­ten

wir je­den ver­füg­ba­ren Eu­ro in so­zia­len Woh­nungs­bau und ei­ne Ent­span­nung des Miet­mark­tes in­ves­tie­ren.“Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) be­ton­te, im Haus­halt­ent­wurf für 2019 sei be­reits ei­ne „sub­stan­zi­el­le Stei­ge­rung“für den Wehr­etat vor­ge­se­hen. Ob die Pla­nun­gen für die Zeit da­nach an­ge­passt

wer­den kön­nen, hän­ge da­von ab, ob es zu­sätz­li­che fi­nan­zi­el­le Spiel­räu­me ge­be.

Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) be­ton­te hin­ge­gen, sein jüngs­ter Vor­stoß für hö­he­re Mi­li­tär­aus­ga­ben ha­be „über­haupt nichts mit Trump zu tun“. In der „Rhei­ni­schen Post“ver­wies er „auf die be­dau­er­li­chen und nicht mehr ak­zep­ta­blen Aus­rüs­tungs­de­fi­zi­te in der Bun­des­wehr“. Kau­der hat­te ge­for­dert, das 1,5-Pro­zent-Ziel noch in die­ser Wahl­pe­ri­ode zu er­rei­chen. Auch Mer­kel hat­te beim Na­to-Gip­fel be­tont, es ge­he um „Aus­rüs­tung und nicht Auf­rüs­tung“.

Der AfD-Vor­sit­zen­de Alex­an­der Gau­land be­zeich­ne­te den Gip­fel als kla­ren Er­folg für die USA: „Das hat wie­der ein­mal ge­zeigt, dass Trump nicht der Idi­ot ist, als der er von vie­len deut­schen Po­li­ti­kern und Me­di­en dar­ge­stellt wird.“Für Grü­nen-Frak­ti­ons­chef An­ton Ho­frei­ter ist Mer­kel in ei­ne Fal­le ge­tappt. „In­dem sie sich die­ser Auf­rüs­tungs­ideo­lo­gie un­ter­wor­fen hat, hat sie sich ge­gen­über den USA er­press­bar ge­macht“, sag­te er.

Der Na­to-Ober­be­fehls­ha­ber Cur­tis Sca­par­rot­ti nahm Deutsch­land ge­gen die Kri­tik Trumps in Schutz. „Deutsch­land ist ein ex­zel­len­ter Al­li­ier­ter“, so der US-Ge­ne­ral. Das Land sei der zweit­größ­te Trup­pen­stel­ler in der Al­li­anz und spie­le so­wohl bei der Prä­senz in den bal­ti­schen Staa­ten als auch in Af­gha­nis­tan ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Sca­par­rot­ti be­ton­te, es ha­be wäh­rend des Gip­fels nicht nur Kri­tik an Deutsch­land ge­ge­ben. „Es gibt wirk­lich mehr als nur die Un­ter­schie­de bei der Las­ten­tei­lung.“Er be­ton­te al­ler­dings, dass Deutsch­land auch aus sei­ner Sicht sei­ne An­stren­gun­gen ver­stär­ken müs­se.

Was wird aus der Na­to? Hin­ter­grün­de und Ana­ly­sen auf noz.de/po­li­tik

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