Vie­le Fra­ge­zei­chen

Wittlager Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Ni­na Kall­mei­er n.kall­mei­er@noz.de

Noch im April kün­dig­te die Ge­werk­schaft DHV an, kein Part­ner für ei­ne Ta­rif­flucht der Su­per­markt­ket­te Re­al sein zu wol­len. Sie kün­dig­te gar die Ta­rif­ver­trags­be­zie­hung mit der Me­tro Ser­vices Gm­bH, in die neue Re­al-Mit­ar­bei­ter aus­ge­glie­dert wer­den. Ge­hol­fen hat die Hal­tung der Ge­werk­schaft, der im­mer wie­der Ar­beit­ge­ber­nä­he vor­ge­wor­fen wird, nicht. Bis zum Ab­schluss ei­nes neu­en Ta­rif­ver­trags bleibt der al­te bes­te- hen – und ge­nau der wird ak­tu­ell neu­en Re­al-Mit­ar­bei­tern an­ge­bo­ten.

So­mit hat die Me­tro AG er­reicht, was sie woll­te. Ei­nen auf­drän­gen­den Grund, gar mit Ver­di neu zu ver­han­deln, gibt es nicht. Ob ihr Plan je­doch lang­fris­tig auf­geht, ei­ne Ta­rif­flucht durch den DHVVer­trag zu um­ge­hen, ist frag­lich. Seit 2013 wird ge­richt­lich dar­über ge­strit­ten, in­wie­fern die Ge­werk­schaft über­haupt ta­rif­fä­hig ist. Erst En­de Ju­ni die­ses Jah­res kas­sier­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt ein Ur­teil, das der DHV Ta­rif­fä­hig­keit be­schei­nig­te. Ent­spre­chend ist das letz­te Wort über die DHV-Ta­rif­ver­trä­ge noch nicht ge­spro­chen.

Ak­tu­ell nützt das den 34 000 Re­al-Be­schäf­tig­ten nichts. Sie zei­gen sich so­li­da­risch und ge­hen für ih­re neu­en Kol­le­gen auf die Stra­ße. Hin­zu kommt die be­rech­tig­te Furcht, dass ei­ne schlech­te­re Be­zah­lung neu­er Mit­ar­bei­ter nur der An­fang ist. Die Mut­ter­ge­sell­schaft Me­tro pocht dar­auf, die an­ge­schla­ge­ne Su­per­markt­ket­te auch über nied­ri­ge­re Ge­häl­ter der Mit­ar­bei­ter zu sa­nie­ren. Mit­tel­fris­tig auch an die Kon­di­tio­nen von Be­stands­mit­ar­bei­tern ge­hen zu wol­len ist der nächs­te lo­gi­sche Schritt.

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