Bosch muss Die­sel-Ak­ten her­aus­ge­ben

Wittlager Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Dpa

STUTT­GART Der Au­to­zu­lie­fe­rer Bosch muss nach Auf­fas­sung des Stutt­gar­ter Land­ge­richts in­ter­ne Un­ter­la­gen zum Die­sel-Ab­gas­skan­dal bei VW her­aus­ge­ben. Bosch ha­be sich bis­her zu Un­recht auf das Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht be­ru­fen, ur­teil­te der zu­stän­di­ge Rich­ter ges­tern. Kon­kret geht es um EMail-Wech­sel zwi­schen Be­schäf­tig­ten des Zu­lie­fe­rers und Volks­wa­gen-Mit­ar­bei­tern so­wie um ei­nen Brief der Bosch-Rechts­ab­tei­lung an VW. Das Ur­teil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Kla­ge von VW-An­le­gern

Der Zu­lie­fe­rer war in dem Ver­fah­ren ei­gent­lich gar nicht selbst be­tei­ligt. Die zu­grun­de lie­gen­den Kla­gen von VW-An­le­gern rich­ten sich ge­gen die Volks­wa­gen-Dach­ge­sell­schaft Por­sche SE. Sie wer­fen der Hol­ding – und auch VW selbst – vor, die Fi­nanz­märk­te zu spät über das 2015 be­kannt ge­wor­de­ne Die­sel­dra­ma in­for­miert zu ha­ben. VW und die Por­sche SE wei­sen den Vor­wurf zu­rück.

Bosch hat­te VW die Gr­und­ver­si­on der Soft­ware ge­lie­fert, die in gro­ßem Stil zur Ma­ni­pu­la­ti­on von Ab­gas­wer­ten bei Die­sel­au­tos ge­nutzt wur­de. Um Licht ins Dun­kel zu brin­gen, wer wann was ge­wusst ha­ben muss bei VW, hat­ten die Klä­ger ver­langt, dass Bosch die Un­ter­la­gen her­aus­gibt – was der Zu­lie­fe­rer aber nicht woll­te.

Bosch, so das Ur­teil, ent­ste­he un­mit­tel­bar kein fi­nan­zi­el­ler Scha­den, wenn die Un­ter­la­gen her­aus­ge­ge­ben wür­den. Der Zu­lie­fe­rer müs­se auch nicht fürch­ten, selbst we­gen ei­ner Straf­tat oder ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit ver­folgt zu wer­den. Und zu gu­ter Letzt dür­fe sich Bosch auch nicht auf mit VW ver­ein­bar­te Ge­heim­hal­tungs­klau­seln be­ru­fen.

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