Mehr Zug­rei­sen­de in die Nie­der­lan­de

Grü­ne: Bun­des­re­gie­rung ver­nach­läs­sigt Nord­wes­ten bei Aus­bau

Wittlager Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Dirk Fis­ser

OS­NA­BRÜCK Der Zug­ver­kehr zwi­schen Deutsch­land und den Nie­der­lan­den wird nach Schät­zun­gen der Bun­des­re­gie­run­gen stark zu­neh­men. Das zeigt ei­ne Ant­wort des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums auf An­fra­ge der Grü­nen. Dem­nach sol­len 2030 ins­ge­samt 6,6 Mil­lio­nen Men­schen die Gren­ze per Zug über­que­ren – 50 Pro­zent mehr als noch im Jahr 2010 mit 4,4 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­ren. Beim Gü­ter­ver­kehr auf der Schie­ne geht die Bun­des­re­gie­rung im sel­ben Zei­t­raum von ei­ner Zu­nah­me um 22 Pro­zent auf dann 30,2 Mil­lio­nen Ton­nen aus.

Bahn­über­gän­ge be­ste­hen un­ter an­de­rem in Em­me­rich, Nord­rhein-West­fa­len, so­wie Bad Bent­heim in Nie­der­sach­sen. Wei­ter nörd­lich ist die grenz­über­schrei­ten­de Bahn­ver­bin­dung un­ter­bro­chen: 2015 zer­stör­te ein Fracht­schiff die Frie­sen­brü­cke bei Wee­ner. Sie pas­sier­ten bis da­to grenz­über­schrei­ten­de Re­gio­nal­zü­ge. Bis 2024 soll ei­ne neue Brü­cke für 66 Mil­lio­nen Eu­ro ste­hen.

Aus den Nie­der­lan­den be­steht der Wunsch, ei­ne Schnell­zug-Ver­bin­dung zwi­schen Gro­n­in­gen und Bre­men ein­zu­rich­ten. Da­zu fehlt aber auf deut­scher Sei­te die nö­ti­ge In­fra­struk­tur. Man drän­ge dar­auf, dass der Zeit­plan beim Brü­cken­bau ein­ge­hal­ten wer­de, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Pro­vinz Gro­n­in­gen auf An­fra­ge der Zei­tung „Dag­b­lad van het No­or­den“.

Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Fi­liz Po­lat kri­ti­sier­te, dass sich die Bun­des­re­gie­rung al­lein auf den Aus­bau der Stre­cke vom Ruhr­ge­biet in Rich­tung Rot­ter­dam kon­zen­trie­re und zu­gleich das Netz zwi­schen den Nie­der­lan­den und Nie­der­sach­sen ver­nach­läs­si­ge. „Ge­ra­de in Ost­fries­land könn­te man mit ei­nem gu­ten grenz­über­schrei­ten­den Bahn­ver­kehr auch tou­ris­tisch noch un­ge­nutz­te Po­ten­zia­le he­ben“, sag­te Po­lat.

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