BGH: Land­käu­fer dür­fen Geld für Wind­rä­der auf ih­ren Flä­chen be­hal­ten

Wittlager Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Dpa

KARLS­RU­HE Land­käu­fer in Ost­deutsch­land sind für Wind­kraft­an­la­gen auf ih­ren Flä­chen nach ei­nem BGH-Ur­teil jah­re­lang zu Un­recht zur Kas­se ge­be­ten wor­den. Ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung in ih­ren Kauf­ver­trä­gen ist un­wirk­sam, wie der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ges­tern ent­schied. Land­be­sit­zer kön­nen mög­li­cher­wei­se Geld zu­rück­for­dern, so­lan­ge die An­sprü­che noch nicht ver­jährt sind.

Die Bo­den­ver­wer­tungs­und -ver­wal­tungs Gm­bH (BVVG) ver­kauft und ver­pach­tet seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung im staat­li­chen Auf­trag die ehe­mals volks­ei­ge­nen Äcker, Wie­sen und Wäl­der. In den ers­ten 15 Jah­ren sol­len die Flä­chen nur für die Land­wirt­schaft ge­nutzt wer­den. Gibt es dar­an in die­ser Zeit Än­de­run­gen, hat die BVVG in be­stimm­ten Fäl­len das Recht, das Land zu­rück­zu­kau­fen oder vom Kauf­ver­trag zu­rück­zu­tre­ten.

Der Klä­ger, ein Mann aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern, will auf sei­nen 71 Hekt­ar Land drei Wind­rä­der auf­stel­len las­sen. Dar­an hät­te die BVVG kräf­tig mit­ver­dient. Denn sein Kauf­ver­trag sieht vor, dass er der Ge­sell­schaft 75 Pro­zent des Gel­des ab­tre­ten muss, das er vom Be­trei­ber der Wind­rä­der über die ge­sam­te Lauf­zeit der An­la­ge hin­weg bekommt. Dem Klä­ger zu­fol­ge wa­ren das ur­sprüng­lich rund 800 000 Eu­ro pro Wind­rad. Er spricht von „Kne­bel­ver­trä­gen“– und zog vor Ge­richt.

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