Ab­zug im zwei­ten An­lauf ?

Ge­werk­schaft warnt vor Schlie­ßung der Di­enst­stel­le der Was­ser­schutz­po­li­zei

Wittlager Kreisblatt - - REGION - Von Hei­ner Bein­ke

BRAMSCHE Wird die Di­enst­stel­le der Was­ser­schutz­po­li­zei in Bramsche ge­schlos­sen und das Po­li­zei­boot auf dem Mit­tel­land­ka­nal ab­ge­zo­gen? Vor die­sen Fol­gen der ge­plan­ten Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Was­ser­schutz­po­li­zei in Nord­rhein-West­fa­len warnt die Ge­werk­schaft der Polizei. Das zu­stän­di­ge Po­li­zei­prä­si­di­um Duis­burg hält sich be­deckt.

Erst­mals ist die Dis­kus­si­on vor drei Jah­ren auf­ge­kom­men. Die Di­enst­stel­le in Bramsche ist die Ein­zi­ge am Mit­tel­land­ka­nal zwi­schen dem Ab­zweig vom Dortmund-Ems-Ka­nal und Min­den. Sie ist auch zu­stän­dig für den Stich­ka­nal nach Osnabrück. Der Ein­satz der Be­am­ten aus NRW auf dem Mit­tel­land­ka­nal in Nie­der­sach­sen zwi­schen Ki­lo­me­ter 24,67 und Ki­lo­me­ter 68,55 und auf dem Os­na­brü­cker Stich­ka­nal ist per Staats­ver­trag ge­re­gelt.

Die nicht um­ge­setz­ten Plä­ne der al­ten Lan­des­re­gie­rung greift die neue nun auf. Es sei aber noch nichts be­schlos­se­ne Sa­che, be­tont Jaque­line Grahl, Pres­se­spre­che­rin der Duis­bur­ger Polizei. Ei­ne Ar­beits­grup­pe ha­be die 2015 dis­ku­tier­ten An­sät­ze wei­ter­ver­folgt. Die Er­geb­nis­se wür­den nun im zu­stän­di­gen In­nen­mi­nis­te­ri­um dis­ku­tiert. Erst „En­de Sep­tem­ber“kön­ne Kon­kre­tes ge­sagt wer­den, mein­te Grahl. Im In­nen­mi­nis­te­ri­um wird da­ge­gen auf die Zu­stän­dig­keit der Polizei für Fra­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on ver­wie­sen.

Nach Ein­schät­zung der Ge­werk­schaft der Polizei sind

die Plä­ne schon viel wei­ter ge­die­hen. Nach ei­nem Er­lass des In­nen­mi­nis­ters Her­bert Reul (CDU) „sol­len die WSPStand­or­te Ber­ges­hö­ve­de und Bramsche nun tat­säch­lich ge­schlos­sen wer­den“, heißt es in ei­nem Schrei­ben der Kreis­grup­pe Was­ser­schutz­po­li­zei in der Ge­werk­schaft an die di­rek­ten und in­di­rek­ten An­lie­ger der Was­ser­stra­ßen. Bis An­fang 2019 sol­le da­für ein kon­kre­ter Zeit­plan ste­hen.

Die Kon­se­quen­zen ei­ner sol­chen Ent­schei­dung aus Ge­werk­schafts­sicht: Weil die ver­blei­ben­den Wa­chen in

Min­den und Müns­ter in ei­ner Schicht mit den Boot je­weils ma­xi­mal 30 bis 35 Ki­lo­me­ter in ei­ne Rich­tung fah­ren könn­ten, blie­ben da­zwi­schen et­wa 70 bis 80 Ka­nal­ki­lo­me­ter, auf de­nen kein WSP-Boot prä­sent sein kön­ne. „Hier wür­de was­ser­schutz­po­li­zei­tech­nisch ge­se­hen ein rechts­frei­er Raum ent­ste­hen, in dem die Be­rufs­schiff­fahrt und Sport­boo­te nicht über­prüft wer­den kön­nen“, warnt die Ge­werk­schaft.

Die feh­len­de Prä­senz wirft aus Ge­werk­schafts­sicht ei­ne Rei­he von Fra­gen auf: Wie schnell kön­ne die WSP künf­tig bei ei­nem Schiffs­un­fall vor Ort sein? Kön­nen Um­welt­straf­ta­ten wie Ge­wäs­ser­ver­un­rei­ni­gun­gen durch den gro­ßen zeit­li­chen Ver­zug künf­tig nicht mehr auf­ge­klärt wer­den? Wie soll die durch­ge­hen­de Schiff­fahrt über­wacht wer­den?

„Die Prä­senz der Polizei stärkt das sub­jek­ti­ve Si­cher­heits­ge­fühl der Bür­ger“, schreibt die Ge­werk­schaft. Sie bit­tet die An­lie­ger der Was­ser­strei­fen um „jeg­li­che Un­ter­stüt­zung“im Kampf um den Er­halt der Di­enst­stel­le. Die­se Un­ter­stüt­zung hat­te es be­reits vor drei Jah­ren ge­ge­ben.

Fo­to: Hei­ner Bein­ke

Di­enst­stel­le und Boot der Was­ser­schutz­po­li­zei in Bramsche sol­len ab­ge­zo­gen wer­den, glaubt die Ge­werk­schaft der Polizei.

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