Frist­lo­se Kün­di­gung bei ver­müll­ter Woh­nung

Ge­rü­che und Schä­den nicht hin­nehm­bar

Wittlager Kreisblatt - - IM GESPRÄCH - dpa/tmn

MÜN­CHEN Zu viel Müll in der Woh­nung kann ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung nach sich zie­hen. Das gilt zu­min­dest dann, wenn durch den an­ge­sam­mel­ten Un­rat die Sub­stanz des Hau­ses an­ge­grif­fen wird. Geht ei­ne star­ke Ge­ruchs­be­läs­ti­gung von der be­tref­fen­den Woh­nung aus und der Mie­ter ist nicht be­reit, sein Ver­hal­ten zu än­dern, ist die Kün­di­gung auch bei ei­nem lan­gen Miet­ver­hält­nis ge­recht­fer­tigt. Das ent­schied das Amts­ge­richt Mün­chen (Az.: 416 C 5897/18), wie die Zeit­schrift „Das Grund­ei­gen­tum“(Nr. 21/2018) des Ei­gen­tü­mer­ver­ban­des Haus & Grund Ber­lin be­rich­tet.

In dem ver­han­del­ten Fall hat­ten sich Be­woh­ner über ei­ne Nach­ba­rin be­schwert. Bei ei­ner Be­sich­ti­gung wur­de fest­ge­stellt, dass der Woh­nungs­flur und die Zim­mer mit Müll, Pa­pier und Schutt knö­chel­tief be­deckt wa­ren. Der Par­kett­fuß­bo­den der Woh­nung war teil­wei­se stark durch­nässt und ver­schmutzt. Die De­cke des Flurs war mit In­sek­ten­nes­tern über­zo­gen.

Auch die Kü­che war ver­müllt. Die Ar­beits­plat­te war durch­feuch­tet und hin­ter dem Spül­be­cken ein­ge­bro­chen. Es wa­ren Schim­mel­schä­den er­kenn­bar. Im Ba­de­zim­mer war der Bo­den feucht und ver­dreckt. Auf dem eben­falls ver­müll­ten Bal­kon hiel­ten sich zahl­rei­che Tau­ben auf. Und von der Woh­nung ging ein star­ker Ge­ruch aus. Am Fol­ge­tag er­klär­te die Ver­mie­te­rin die frist­lo­se, hilfs­wei­se or­dent­li­che Kün­di­gung.

Mit Er­folg: Die Mie­te­rin müs­se die Woh­nung ver­las­sen, ent­schied das Ge­richt. Durch ihr Ver­hal­ten ha­be sie den Haus­frie­den nach­hal­tig ge­stört. Dass das Miet­ver­hält­nis seit vie­len Jah­ren be­steht, än­de­re dar­an nichts. Denn es be­stün­den er­heb­li­che Zwei­fel, ob die Mie­te­rin ei­gen­ver­ant­wort­lich und aus ei­ge­ner Kraft in der La­ge sei, den Zu­stand der Woh­nung zu be­sei­ti­gen. Au­ßer­dem ha­be sie den Zu­tritt zur Klä­rung der Was­ser­schä­den durch ei­nen Sach­ver­stän­di­gen ver­hin­dert. Da die Mie­te­rin über ein Fe­ri­en­haus als Wohn­raum ver­fü­ge, sei die Her­aus­ga­be der Woh­nung zu­mut­bar.

Fo­to: Uwe An­s­pach / dpa-tmn

be­schä­di­gen. darf die Sub­stanz des Hau­ses nicht

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