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Wann muss der Ar­beit­ge­ber mei­nen Um­zug be­zah­len?

Wittlager Kreisblatt - - BRANCHEN-SPEZIAL - Dpa/tmn

Ar­beit­neh­mer ha­ben kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung der Um­zugs­kos­ten an den Ar­beit­ge­ber. Viel­fach wird aber trotz­dem ei­ne Un­ter­stüt­zung ge­zahlt – al­les ist Ver­hand­lungs­sa­che.

ES­SEN Bei ei­nem at­trak­ti­ven Job­an­ge­bot neh­men vie­le Ar­beit­neh­mer auch ei­nen Um­zug in Kauf, um in der Nä­he ih­res neu­en Ar­beits­plat­zes zu sein. Muss der Ar­beit­ge­ber dann den Um­zug be­zah­len? Wie sind hier die Re­geln? Jo­han­nes Schipp, Fach­an­walt für Ar­beits­recht und Vor­sit­zen­der der Ar­beits­ge­mein­schaft Ar­beits­recht im Deut­schen An­walt­ver­ein, sagt: „Grund­sätz­lich hat ein Ar­beit­neh­mer kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung der Um­zugs­kos­ten“. Kan­di­da­ten, die ei­ne neue Stel­le an­fan­gen, kön­nen mit ih­rem Ar­beit­ge­ber aber oft Ver­ein­ba­run­gen zur Er­stat­tung der Um­zugs­kos­ten tref­fen. „Wenn ein Be­wer­ber ei­ne neue Stel­le an­tritt und da­für ex­tra den Wohn­ort wech­selt, gibt es oft An­ge­bo­te von Sei­ten des neu­en Un­ter­neh­mens“, er­klärt Schipp.

Und was ist, wenn Ar­beit­neh­mer für ihr ak­tu­el­les Un­ter­neh­men um­zie­hen? Für Ver­set­zun­gen gibt es oft ge­son­der­te Re­geln. Flug­ge­sell­schaf­ten et­wa ord­nen Pi­lo­ten oder Flug­be­glei­ter häu­fig ei­ner neu­en Di­enst­stel­le zu. Das be­deu­tet für die An­ge­stell­ten dann zum Bei­spiel: Um­zug von Frank­furt nach Mün­chen. „In die­sen Fäl­len gibt es oft Ta­rif­ver­trä­ge, die vor­schrei­ben, wie mit den

hat kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung der Um­zugs­kos­ten von Sei­ten des Ar­beit­ge­bers. Oft zei­gen sich Un­ter­neh­men aber ku­lant.

Um­zugs­kos­ten bei Ver­set­zun­gen um­ge­gan­gen wird“, er­klärt Schipp.

Auch wenn An­ge­stell­te im Rah­men ei­nes So­zi­al­plans um­zie­hen müs­sen, et­wa weil ein Un­ter­neh­men sei­nen Stand­ort ver­legt, bie­ten Ar­beit­ge­ber oft Un­ter­stüt­zung an. „Und dann gibt es noch ei­ne ge­setz­li­che Grau­zo­ne“, er­läu­tert Schipp. Wenn Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer nichts ver­ein­bart ha­ben und auch kei­ne ge­setz­li­chen Vor­ga­ben be­ste­hen, kann Fol­gen­des ein­tre­ten: Hat ein Un­ter­neh­men zum Bei­spiel die Ab­sicht, ei­nen Mit­ar­bei­ter von Düs­sel­dorf nach Ber­lin

ist Fach­an­walt für Ar­beits­recht und Vor­sit­zen­der des Ge­schäfts­füh­ren­den Aus­schus­ses Ar­beits­recht im Deut­schen An­walt­ver­ein.

zu ver­set­zen, nimmt er ein ein­sei­ti­ges Leis­tungs­be­stim­mungs­recht wahr. Da­bei muss er nach bil­li­gem Er­mes­sen han­deln. Hier kön­ne ein Ar­beit­neh­mer ar­gu­men­tie­ren, dass die Ver­set­zung nur bil­li­gem Er­mes­sen ent­spre­che, wenn die Um­zugs­kos­ten auch über­nom­men wer­den. Ge­schieht das nicht, kann die Ver­set­zung un­wirk­sam sein.

„So ein Streit ist aber im Zwei­fel im­mer mit Ri­si­ken ver­bun­den, dem Ver­hält­nis zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer wird das nicht gut be­kom­men“, so die Ein­schät­zung des Fach­an­walts.

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