Schü­ne­mann: Is­la­mis­ti­scher Ter­ror in Nie­der­sach­sen hei­misch

Land­tag dis­ku­tiert über neu­es Po­li­zei­ge­setz – Pis­to­ri­us kri­ti­siert baye­ri­schen Kurs scharf

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - VON MAR­CO SENG

HAN­NO­VER. Nie­der­sach­sens frü­he­rer In­nen­mi­nis­ter Uwe Schü­ne­mann (CDU) warnt vor ei­ner zu­neh­men­den Ter­ror­ge­fahr im Land. „Der is­la­mis­ti­sche Ter­ro­ris­mus ist nicht nur hier an­ge­kom­men, er ist hier hei­misch“, er­klär­te Schü­ne­mann am Don­ners­tag bei der De­bat­te über das neue Po­li­zei­ge­setz im Land­tag.

Nie­der­sach­sen sei lei­der zu ei­nem „Hots­pot“der sala­fis­ti­schen Sze­ne ge­wor­den. In Wolfs­burg, Braun­schweig und Hil­des­heim hät­ten sich Zen­tren ent­wi­ckelt. „Hier hat man po­ten­zi­el­le At­ten­tä­ter ra­di­ka­li­siert.“Schü­ne­mann nann­te als Bei­spie­le den Ber­lin-At­ten­tä­ter Anis Am­ri und Sa­fia S., die im Haupt­bahn­hof von Han­no­ver ei­nen Po­li­zis­ten nie­der­ge­sto­chen hat­te.

Schü­ne­mann ver­tei­dig­te die mit dem Po­li­zei­ge­setz ge­plan­te Te­le­fon- und On­line- über­wa­chung. Sein Nach­fol­ger als In­nen­mi­nis­ter, Bo­ris Pis­to­ri­us (SPD), sag­te: „An­ge­sichts der Be­dro­hungs­la­ge wä­re es mehr als fahr­läs­sig, nicht al­le ver­fas­sungs­mä­ßig zu­läs­si­gen Maß­nah­men und Be­fug­nis­se aus­zu­schöp­fen.“Schwer­punkt sei­en ge­setz­li­che Än­de­run­gen, die der Be­kämp­fung des is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus dien­ten.

In ei­nem In­ter­view mit dem Ma­ga­zin „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Wo­che“üb­te Pis­to­ri­us schar­fe Kri­tik am Kurs der baye­ri­schen Re­gie­rung. Der Ein­griff in die Grund­rech­te, den die un­be­grenz­te Prä­ven­tiv­haft im baye­ri­schen Po­li­zei- ge­setz dar­stel­le, ste­he zur tat­säch­li­chen Ge­fahr ei­nes Ter­ror­an­schlags in kei­nem „sinn­vol­len Ver­hält­nis“, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker. Die in Bay­ern re­gie­ren­de CSU hat­te das Ge­setz am Di­ens­tag­abend ge­gen die Stim­men der Op­po­si­ti­on durch den Land­tag ge­bracht.

Die AfD be­grüß­te den Ge­setz­ent­wurf für Nie­der­sach­sen und warn­te eben­falls vor ei­ner Ter­ror­ge­fahr. Die Zahl der Gefährder ha­be sich in drei Jah­ren ver­drei­facht, er­klär­te der AfD-In­nen­po­li­ti­ker Jens Ah­rends.

FDP und Grü­ne kri­ti­sier­ten da­ge­gen den Ge­setz­ent­wurf er­neut als ei­nen „mas­si­ven Ein­schnitt in die Grund­rech­te“. Der Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Hel­ge Lim­burg warf der rot­schwar­zen Lan­des­re­gie­rung „Über­wa­chungs­wahn“vor. Der FDP-Ab­ge­ord­ne­te JanChris­toph Oet­jen sag­te, die Prä­ven­tiv­haft von bis zu 74 Ta­gen sei be­denk­lich.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.