Ru­he bit­te!

Papst bit­tet Non­nen um maß­vol­le Nut­zung von Twit­ter und Co.

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - VON IVON­NE MAR­SCHALL

ROM. Der Papst geht mit gu­tem Bei­spiel vor­an. Ein, zwei Tweets pro Tag er­schei­nen in sei­ner Twit­ter-Ti­me­li­ne, und sel­ten ist Bri­san­te­res dar­un­ter als Sät­ze wie der Ein­trag vom Don­ners­tag: „Die Lie­be, mit der Gott liebt, be­siegt je­de Form der Ein­sam­keit und der Ver­las­sen­heit.“Ziel­ge­rich­tet, nah am Kern­the­ma, oh­ne über­flüs­si­ge Schnör­kel. Ge­nau so wünscht sich der Pon­ti­fex den Um­gang sei­ner Schäf- chen mit so­zia­len Me­di­en. Ins­be­son­de­re Or­dens­frau­en sol­len ih­re Zeit nicht mit Twit­tern und Pos­ten ver­geu­den, mahnt er in jetzt ver­öf­fent­lich­ten neu­en Richt­li­ni­en für kon­tem­pla­ti­ve Frau­en­or­den.

Non­nen soll­ten so­zia­le Me­di­en wie Face­book und Twit­ter mit „Ernst­haf­tig­keit und Dis­kre­ti­on“nut­zen – und zwar nicht nur in Be­zug auf die In­hal­te, son­dern auch auf die Men­ge der In­for­ma­tio­nen, heißt es dort. Mo­der­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel kön­nen dem­nach in Klös­tern für In­for­ma­ti­on, Bil­dung oder Ar­beit ge­nutzt wer­den. Sie soll­ten aber dem Or­dens­le­ben die­nen und kein „An­lass zur Zeit­ver­schwen­dung“sein, meint der Papst. Dies be­rich­te­te un­ter an­de­rem „Va­ti­can News“, die Nach­rich­ten­sei­te des Hei­li­gen Stuhls.

Die An­wei­sun­gen stam­men aus ei­nem Do­ku­ment des Va­ti­kans mit dem Ti­tel „Cor Orans“(zu Deutsch: be­ten­des Herz). Das Do­ku­ment legt dar, wie die rund 38 000 Mit­glie­der von kon­tem­pla­ti­ven Frau­en­or­den die 2016 von Papst Fran­zis­kus für sie er­las­se­ne Apos­to­li­sche Kon­sti­tu­ti­on um­set­zen sol­len. Än­de­run­gen soll es in zwölf Ge­bie­ten ge­ben, vom Ge­bet bis hin zum Ar­beits­le­ben der Non­nen. Im drit­ten Ka­pi­tel, das sich mit den spi­ri­tu­el­len Be­din­gun­gen des Le­bens im Klos­ter be­fasst, wird aus­drück­lich auf die „Tren­nung von der Welt“als ur­ei­ge­nes Ziel des klös­ter­li­chen Da­seins hin­ge­wie­sen. Die Ein­kehr dür­fe nicht mit „Lärm, Nachrichten und Wor­ten“ih­res We­sens ent­leert wer­den, ent­spre­chend maß­voll sol­le die Nut­zung von Twit­ter und Co. sein, lau­tet die Leit­li­nie.

Vor­schlag für den päpst­li­chen Tweet für heu­te: Schwei­gen ist Gold.

FO­TO: DPA

Ziel­grup­pe sind kon­tem­pla­ti­ve Frau­en­or­den.

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