Lü­gen­pres­se war ges­tern

Stu­di­en: Ver­trau­en in die Me­di­en steigt

Wolfsburger Allgemeine - - MEDIEN - VON IM­RE GRIMM

Die „Lü­gen­pres­se“-Hys­te­rie ebbt ab – das Ver­trau­en in pro­fes­sio­nel­le Me­di­en nimmt wie­der zu. Das ist das Er­geb­nis zwei­er Stu­di­en. Nur noch 13 Pro­zent der Bür­ger in Deutsch­land stim­men der Aus­sa­ge zu, dass die Be­völ­ke­rung von den Me­di­en „sys­te­ma­tisch be­lo­gen“wird. Ein Jahr zu­vor wa­ren es noch fast 20 Pro­zent. Das hat die „Lang­zeit­stu­die Me­di­en­ver­trau­en“der Jo­han­nes-Gu­ten­ber­gU­ni­ver­si­tät in Mainz er­ge­ben. Das Ver­trau­en in On­li­ne­me­di­en ist dem­zu­fol­ge re­gel­recht ab­ge­stürzt: Nur noch 10 Pro­zent der Bür­ger hal­ten In­ter­net­an­ge­bo­te im All­ge­mei­nen für ver­trau­ens­wür­dig – ein Rück­gang um 14 Pro­zent­punk­te. Grund ist die an­hal­ten­de De­bat­te über Fa­ke News und Hass­kom­men­ta­re. „Der Mehr­heit ist of­fen­bar be­wusst, dass im In­ter­net, das als Hy­brid­me­di­um ganz un­ter­schied­li­che An­ge­bo­te ver­eint, be­son­de­re Vor­sicht und Auf­merk­sam­keit ge­bo­ten ist, ob ei­ne Qu­el­le se­ri­ös ist“, heißt es in der Stu­die. Nur et­wa 2 bis 3 Pro­zent hiel­ten so­zia­le Netz­wer­ke für ver­trau­ens­wür­dig.

Das Me­di­en­wis­sen in Deutsch­land sei oft lü­cken­haft, mahnt die Main­zer Stu­die. So glaub­ten 38 Pro­zent der Deut­schen irr­tüm­lich, dass Jour­na­lis­ten be­rich­ten dürf­ten, was sie wol­len, weil es kei­ne ge­setz­li­chen Schran­ken ge­be. Je 11 Pro­zent glau­ben, dass Be­hör­den jour­na­lis­ti­sche Be­rich­te frei­ge­ben müs­sen und der Staat ent­schei­det, wer Jour­na­list wer­den darf. Jour­na­lis­ten müss­ten ihr Hand­werk da­her bes­ser er­klä­ren, um das Ver­trau­en zu stär­ken.

75 Pro­zent der In­ter­net­nut­zer welt­weit in­for­mie­ren sich zu ak­tu­el­len Nachrichten be­wusst auf hoch­wer­ti­gen Qu­el­len, seit ver­mehrt von Fa­ke News die Re­de ist. Das sind Er­geb­nis­se der Stu­die „In News We Trust“des Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens Cen­sus­wi­de mit 16 000 Be­frag­ten, da­von 2000 in Deutsch­land.

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