Wer pro­tes­tiert, lan­det schnell im Ge­fäng­nis

Wolfsburger Allgemeine - - BLICK IN DIE ZEIT -

Im Pri­va­ten ha­ben heu­te die we­nigs­ten Rus­sen Angst, ih­re Mei­nung zu äu­ßern. Wer sich je­doch öf­fent­lich ge­gen die Re­gie­rung stellt, muss mit schmerz­haf­ten Kon­se­quen­zen rech­nen. Bei Pro­tes­ten, die laut Ge­setz nur an­ge­kün­digt, aber nicht ge­neh­migt wer­den müs­sen, prü­geln Po­li­zis­ten mas­siv auf Kri­ti­ker ein; auch Fest­nah­men sind üb­lich. Zahl­rei­che Kremlkri­ti­ker sit­zen zum Teil mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fen ab. Ar­rest­stra­fen sind für Op­po­si­tio­nel­le wie den Blog­ger und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fer Ale­xej Na­wal­nij (Fo­to) an der Ta­ges­ord­nung. Für die Er­mor­dung des Re­gime­geg­ners Alex­an­der Lit­wi­nen­ko 2006 in Lon­don mit ra­dio­ak­ti­vem Po­lo­ni­um mach­te ein bri­ti­scher Rich­ter den Kreml ver­ant­wort­lich. Der mut­maß­li­che Mör­der sitzt heu­te im Par­la­ment und be­kam von Pu­tin ei­nen ho­hen Or­den. Meh­re­re Men­schen­rechts­fäl­le sind vor der WM im Fo­kus. In ei­nem Straf­la­ger am Po­lar­kreis ist der ukrai­ni­sche Fil­me­ma­cher Oleg Sen­zow seit Mit­te Mai im Hun­ger­streik. Er will sich not­falls zu To­de hun­gern, um die Frei­las­sung von 60 ukrai­ni­schen Ge­fan­ge­nen in Russ­land zu er­zwin­gen.

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