Grup­pe miss­braucht 13-Jäh­ri­ge

14- bis 16-Jäh­ri­ge fil­men ih­re grau­sa­me Tat – zwei Ver­däch­ti­ge sind noch auf der Flucht

Wolfsburger Allgemeine - - PANORAMA - VON MICHA­EL KIEF­FER

VEL­BERT. Die Tat er­schüt­tert das Land: In ei­nem Wald­stück im nord­rhein-west­fä­li­schen Vel­bert wird ein 13-jäh­ri­ges Mäd­chen schwer miss­braucht – von min­des­tens acht Ju­gend­li­chen im Al­ter von 14 bis 16 Jah­ren. Die Schü­ler fil­men die Tat. Bei den Ver­däch­ti­gen han­delt es sich den Er­mitt­lern zu­fol­ge um Bul­ga­ren, al­le woh­nen wie das Mäd­chen in der über­schau­ba­ren Stadt Vel­bert (84 000 Ein­woh­ner). „Sie sind, man muss es so sa­gen, über das Mäd­chen her­ge­fal­len“, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, Wolf-Til­man Bau­mert. Sechs der acht jun­gen Män­ner sit­zen in Un­ter­su­chungs­haft. „Das sind har­te Ban­da­gen für Ju­gend­li­che, aber die sind hier ab­so­lut be­rech­tigt.“Zwei wei­te­re Tat­ver­däch­ti­ge sind auf der Flucht.

Das bru­ta­le Ver­bre­chen in Vel­bert er­eig­ne­te sich be­reits am 21. April. Es wur­de erst jetzt öf­fent­lich, weil Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft lan­ge ver­sucht hat­ten, das schwer trau­ma­ti­sier­te Op­fer zu schüt­zen.

Das Mäd­chen hat­te den Tag zu­sam­men mit ei­ni­gen Freun­din­nen in ei­nem Frei­bad ver­bracht, als es von den Ju­gend­li­chen be­läs­tigt wur­de. Als die 13-Jäh­ri­ge dann al­lein nach Hau­se ging, hät­ten die Jun­gen sie ver­folgt, in ei­nen na­he ge­le­ge­nen Wald ge­zerrt und miss­braucht. Da­bei sei sie mehr­fach Op­fer schwer­wie­gen­der Se­xu­al­straf­ta­ten ge­wor­den – auf Han­dy­vi­deo ge­bannt. Bau­mert spricht von „dras­ti­schen Sze­nen“. Ei­ne Spa­zier­gän­ge­rin ha­be das 13-jäh­ri­ge Mäd­chen aus den Hän­den der Ju­gend­li­chen ge­ret­tet. Sie ha­be zu­vor mit­be­kom­men, dass die Fa­mi­lie nach dem Kind such­te, und die Ju­gend­li­chen scharf an­ge­spro­chen, als sie auf die Grup­pe traf. Erst dann hät­ten die Jun­gen von dem Mäd­chen ab­ge­las­sen und die Flucht er­grif­fen.

Um das jun­ge und schwer trau­ma­ti­sier­te Op­fer zu schüt­zen, ha­be man die Öf­fent­lich­keit aber nicht frü­her in­for­miert. Vel­bert sei ei­ne ver­gleichs­wei­se über­schau­ba­re Stadt. Es ha­be die Ge­fahr be­stan­den, dass das Mäd­chen er­kannt und auf die Tat an­ge­spro­chen wer­den könn­te.

Ein Blick in die Kri­mi­nal­sta­tis­tik zeigt: Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gun­gen sind kein Ein­zel­fall. An­fang des Jah­res soll ei­ne Cli­que aus dem Ruhr­ge­biet im­mer wie­der Mäd­chen in ei­ne Fal­le ge­lockt und ver­ge­wal­tigt ha­ben. 2017 ver­folg­ten rund 40 Men­schen li­ve, wie meh­re­re Men­schen ei­ne 15Jäh­ri­ge in Chi­ca­go ver­ge­wal­tig­ten.

Die Be­weis­la­ge im Vel­ber­ter Fall sei ver­gleichs­wei­se ein­deu­tig, sag­te Bau­mert. Es ge­be DNA-Spu­ren, Aus­sa­gen des Op­fers und der Spa­zier­gän­ge­rin. Au­ßer­dem sei das Han­dy be­schlag­nahmt und be­reits aus­ge­wer­tet wor­den, mit dem die ab­scheu­li­che Tat ge­filmt wur­de. Der Film sei nicht ins In­ter­net hoch­ge­la­den wor­den, aber er kön­ne nicht sa­gen, ob der Film als „Tro­phäe“auf dem Schul­hof her­um­ge­zeigt wor­den sei, sag­te Bau­mert.

FO­TO: DPA

Tat­ort Frei­bad: Hier be­läs­ti­gen die Jun­gen das Mäd­chen zum ers­ten Mal.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.