„Die Tä­ter ha­ben kei­ner­lei Mit­ge­fühl“

Wolfsburger Allgemeine - - PANORAMA - In­ter­view: Tom­ma Pe­ter­sen

Herr Ma­gyar, häu­fen sich die Fäl­le von sol­chen se­xu­el­len An­grif­fen wie dem von Vel­bert?

So ei­ne Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung ist kein Mas­sen­phä­no­men, aber auch kein Ein­zel­fall. Die­se Art von Ge­walt gibt es schon lan­ge – sie ist schon ei­ne Form ri­tu­el­len Miss­brauchs. Mit Si­cher­heit spielt auch ei­ne Art Grup­pen­dy­na­mik bei ei­ner Tat wie der von Vel­bert ei­ne Rol­le.

Ju­gend­li­che ver­ge­wal­ti­gen ei­ne Ju­gend­li­che – wie kann es da­zu kom­men?

Die Tä­ter ha­ben kei­ner­lei Mit­ge­fühl mit dem Op­fer. Au­ßer­dem ver­spü­ren sie ei­ne Lust dar­an, die Tat zu fil­men. Das Kon­zept ei­ner Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung wird mit dem Wort Gang­bang seit Jah­ren in Songs als ver­meint­lich tol­le Sa­che ze­le­briert. Bei Ju­gend­li­chen gibt es wahr­schein­lich ei­ne Mi­schung aus ganz un­ter­schied­li­chen Aspek­ten, die bei solch ei­ner Tat zu­sam­men­kom­men. Die Ge­walt­be­reit­schaft ist hoch, oft kön­nen auch Dro­gen oder Al­ko­hol ei­ne gro­ße Rol­le spie­len. Ei­ni­ge ha­ben viel­leicht auch schon Fan­ta­si­en im Kopf. Für die Tä­ter ist das

hoch er­re­gend.

An­drás Ma­gyar ist So­zio­lo­ge, Kin­de­r­und Ju­gend­li­chen­the­ra­peut so­wie Se­xu­althe­ra­peut.

War­um fil­men Men­schen sol­che Ge­walt­ta­ten?

Für Ju­gend­li­che ist al­les, was den Puls er­höht, et­was, das fest­ge­hal­ten wer­den muss. Oft gibt es kei­ne Gren­ze, und das ist sehr er­schre­ckend.

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