„Ope­ra­ti­on Over­lord“: Wolfs­bur­ger spielt in Hol­ly­wood-Film mit

Erich Red­man er­schafft in sei­ner Rol­le als „Dr. Schmidt“Mons­ter-Na­zis – Dreh­buch erst am Vor­abend ge­se­hen

Wolfsburger Allgemeine - - WOLFSBURG - VON FREDERIKE MÜL­LER

WOLFS­BURG/LON­DON. Der Wolfs­bur­ger Schau­spie­ler Erich Red­man ist wie­der auf der Lein­wand zu se­hen: Im Hol­ly­wood-Ac­tionhor­ror „Ope­ra­ti­on: Over­lord“spielt er den Arzt Dr. Schmidt, der in ei­nem un­ter­ir­di­schen La­bor deut­schen Sol­da­ten mit Hil­fe ei­nes Serums in mons­trö­se Krea­tu­ren mit Kraft ver­wan­delt. Die Dreh­ar­bei­ten stell­ten Red­man aber noch vor ganz ei­ge­ne Her­aus­for­de­run­gen.

Üb­li­cher­wei­se be­kom­men Schau­spie­ler das Dreh­buch vor Dreh­be­ginn und un­ter­schrei­ben ei­ne Ver­schwie­gen­heits­klau­sel – so kennt es Red­man nicht zu­letzt von den Fil­men „Der Sol­dat Ja­mes Ryan“oder „Cap­tain Ame­ri­ca: The First Aven­ger“, in de­nen er mit­ge­spielt hat. Die Pro­du­zen­ten von „Ope­ra­ti­on: Over­lord“woll­ten je­doch auf Num­mer si­cher ge­hen: „Ich ha­be die ein­zel­nen Sze­nen erst am Vor­abend des je­wei­li­gen Dreh­tags zu le­sen be­kom­men“, er­zählt der ehe­ma­li­ge Det­mero­der Re­de­kopp ali­as Red­man. Das hieß für ihn nicht nur, sei­nen Part in­ner­halb we­ni­ger St­un­den ler­nen zu müs­sen, son­dern auch sich für ei­nen Film zu ver­pflich­ten, den er gar nicht kann­te. Des­halb ließ er sich vor­her ein paar Din­ge ver­spre­chen: „Ich wür­de nie ei­nen Pä­do­phi­len oder ei­nen Ver­ge­wal­ti­ger spie­len oder im Film selbst bru­tal er­mor­det wer­den. Das wä­re für mich emo­tio­nal zu ma­so­chis­tisch. Au­ßer­dem ha­be ich so oft den deut­schen Sol­da­ten ge­spielt und wur­de er­schos­sen – da­von ha­be ich die Na­se voll.“

Ein biss­chen bru­tal wur­de es dann doch, aber an­ders: Ein paar Ta­ge vorm Dreh be­kam Red­man ei­ne Füh­rung durch das Film­set: „Es ging vor­bei an Ba­de­wan­nen, in de­nen mensch­li­che Kör­per­tei­le schwam­men“, er­zählt Red­man. „Ich ha­be mich ge­gru­selt. Es war kei­ne an­hei­meln­de Um­ge­bung, die En­er­gie im Raum war schon et­was be­un­ru­hi­gend.“

Die be­drü­cken­de At­mo­sphä­re wur­de durch den Dreh­ort noch ver­stärkt: Al­le Sze­nen Red­mans wur­den in ei­ner gro­ßen La­ger­hal­le ge­dreht, in der bis auf ei­ne klei­ne Licht­in­sel in der Mit­te tiefs­te Dun­kel­heit herrsch­te. „Wie ei­ne hel­le Kap­sel in ei­ner schwar­zen Schach­tel“, er­zählt Red­man. „So et­was ha­be ich noch nie er­lebt.“Den­noch war der Dreh ei­ne gu­te Er­fah­rung: „Es ist toll, mit den Ame­ri­ka­nern zu dre­hen“, so Red­man. „Die ha­ben ein Rie­sen-Bud­get – al­les ist mög­lich.“

Ge­dreht wur­de al­ler­dings nicht in den USA, son­dern in En­g­land, wo

Red­man seit drei Jah­ren auch lebt. In­zwi­schen ar­bei­tet er an sei­nem nächs­ten Pro­jekt – ei­ner in­ter­na­tio­na­len Se­rie über den Bör­sen­crash.

In den Wolfs­bur­ger Ki­nos läuft „Ope­ra­ti­on: Over­lord“bis­her nicht. Wer ihn se­hen will, muss nach Han­no­ver fah­ren: Dort läuft er im Ci­ne­ma­xx am Rasch­platz. Die Fahrt könn­te sich loh­nen: Der Film hat es auf der Film-Platt­form IMDb auf gan­ze 7,1 Ster­ne ge­bracht.

Ich wür­de nie ei­nen Pä­do­phi­len oder ei­nen Ver­ge­wal­ti­ger spie­len.

Erich Red­man Hol­ly­wood-Schau­spie­ler aus Wolfs­burg

FO­TOS: PA­RA­MOUNT PIC­TU­RES /DPA

Hat die Na­se voll von Ge­walt: Au­ßer­halb ge­hei­mer Na­zi-La­bo­re ist der ehe­ma­li­ge Det­mero­der ein fried­lie­ben­der Zeit­ge­nos­se.

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