Mu­se­ums­lei­te­rin Bet­ti­na Gref­frath geht nach 28 Jah­ren in Ru­he­stand

Nach fast drei Jahr­zehn­ten ist Schluss – Wolfs­burg bleibt die Hei­mat

Wolfsburger Allgemeine - - WOLFSBURG - VON SYL­VIA TELGE

WOLFS­BURG. Das ist ei­ne ver­dammt lan­ge Zeit: Seit stol­zen 28 Jah­ren ar­bei­tet Bet­ti­na Gref­frath in den Städ­ti­schen Mu­se­en, zu­nächst als Mu­se­ums­päd­ago­gin, seit vie­len Jah­ren als Lei­te­rin. Am 17. De­zem­ber hat die 61-Jäh­ri­ge ih­ren letz­ten Ar­beits­tag. „Es war ei­ne span­nen­de Zeit mit vie­len High­lights“, sagt sie rück­bli­ckend. die His­to­ri­ke­rin am ers­ten Ar­beits­tag, als ihr da­ma­li­ger Chef Karl-Wil­helm von Wint­zin­ge­ro­de-Knorr sie ins Au­to setz­te und ihr die his­to­ri­schen Schlös­ser in Fal­lers­le­ben und Wolfs­burg, die al­te Braun­scheu­ne in Alt-Wolfs­burg so­wie die Burg Neu­haus – ih­re spä­te­ren Ar­beits­stät­ten – zeig­te. „Ich kann­te Wolfs­burg vor al­lem als mo­der­ne In­dus­trie­stadt.“

Die­se lan­ge und span­nen­de Ge­schich­te aus­wär­ti­gen Be­su­chern, aber auch Wolfs­bur­gern nä­her­zu­brin­gen, war fast drei Jahr­zehn­te ih­re Auf­ga­be. Eins war ihr da­bei be­son­ders wich­tig: die Ver­mitt­lung. Denn die bes­te Aus­stel­lung brin­ge nichts, wenn nie­mand sie ver­steht. Bet­ti­na Gref­frath macht bis heu­te selbst noch Füh­run­gen. Die Re­ak­ti­on des Pu­bli­kums sei ihr wich­tig: „Da sieht man, ob die eig­ne Ar­beit gut war.“

Bet­ti­na Gref­frath setzt mit ih­rem Team im­mer auf ei­ne gu­te Mi­schung bei Aus­stel­lun­gen: Lo­ka­le Wolfs­bur­ger Aspek­te in ei­nen ge­samt­ge­schicht­li­chen Kon­text set­zen. Da­für wer­den auch Wolfs­bur­ger mit ins Boot ge­holt: Sie ge­ben Leih­ga­ben, er­zäh­len die ganz per­sön­li­che Ge­schich­te da­zu. Das war bei der Zwer­gen-Schau im Stadt­mu­se­um so, bei der die Schlümp­feSamm­lung ei­nes Bür­gers zu se­hen war, oder auch bei der ak­tu­el­len Mu­sik-Schau, für die Wolfs­bur­ger al­te Schall­plat­ten oder Pla­ka­te bei­steu­er­ten. Bei der Re­cher­che­ar­beit merk­te die Mu­se­ums­lei­te­rin schnell: „Wolfs­burg ist ex­em­pla­risch für an­de­re Nach­kriegs­städ­te.“

In ih­re Amts­zeit fie­len wich­ti­ge Er­eig­nis­se: Die Er­öff­nung/Wie­der­er­öff­nung von Stadt­mu­se­um und Hoff­mann­von-Fal­lers­le­ben-Mu­se­um, aber auch die 850-Jahr-Fei­er von Vors­fel­de (ihr ers­tes gro­ßes Pro­jekt). Durch ih­re Ar­beit hat sie vie­le Wolfs­bur­ger ken­nen­ge­lernt, des­halb ist es für die ge­bür­ti­ge Han­no­ve­ra­ne­rin klar: Auch im Ru­he­stand bleibt sie Wolfs­burg treu!

FO­TOS: RO­LAND HERMSTEIN/BRIT­TA SCHUL­ZE (ARCHIV)

Die Wolfs­bur­ger Stadt­ge­schich­te ist ih­re gro­ße Lei­den­schaft: Dr. Bet­ti­na Gref­frath geht nach 28 Jah­ren bei der Stadt in den Ru­he­stand.

Im­mer mit­ten­drin: Die Mu­se­ums­päd­ago­gik liegt Dr. Bet­ti­na Grf­frath ganz be­son­ders am Her­zen.

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