Grizz­lys sie­gen 4:2 ge­gen die Eis­bä­ren!

Eishockey – DEL: Spar­re mit Dop­pel­pack -Leg­gio stark – 3700 Fans, da­von rund 800 aus Ber­lin

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - VON JÜR­GEN BRAUN

WOLFS­BURG. Nach sechs Plei­ten in Fol­ge ha­ben die Grizz­lys Wolfs­burg im Eis­ho­ckey­Ober­haus mal wie­der ge­won­nen. Ge­gen die Eis­bä­ren Ber­lin gab es vor 3676 Zu­schau­ern ein 4:2 (0:0, 2:0, 2:2). Dan Spar­re (2), Co­le Cas­sels und Se­bas­ti­an Furch­ner tra­fen für die Wolfs­bur­ger, die vom letz­ten Rang zwei Plät­ze klet­ter­ten.

Nach dem 0:5 ge­gen Nürn­berg hat­te es bei den Grizz­lys am Sams­tag (mal wie­der) ge­kracht.„Wir bie­ten nicht so viel an, dass un­se­re Zu­schau­er sa­gen, das will ich se­hen’“, so Ma­na­ger Char­ly Flieg­auf.

Ge­gen die Eis­bä­ren war das ers­te Drit­tel an­sehn­lich. Und die Stim­mung auf den Rän­gen? Ein­sei­tig und laut. Rund 800 mit­ge­reis­te An­hän­ger der Eis­bä­ren er­zeug­ten Schall­druck, über­tön­ten Hei­no und sein Nie­der­sach­sen­lied aus den Hal­len­laut­sp­re- chern, was schwe­rer war, als Wolfs­burgs Fans zu über­tö­nen. Auf­fäl­lig: wie luf­tig die Wolfs­bur­ger Fan­kur­ve be­setzt war.

Die Grizz­lys wirk­ten im Spiel ge­ord­ne­ter als zu­letzt, hat­ten ein paar fei­ne Chan­cen durch Ma­ri­us Möchel (16.), der an Ke­vin Pou­lin schei­ter­te und durch Se­bas­ti­an Furch­ner kurz da­nach. Ber­lin hat­te ei­ne kur­ze Drang­pha­se zur Mit­te des ers­ten Ab­schnitts und spä­ter zwei di­cke Chan­cen durch Co­lin Smith (18.) und Dan­ny Richmond Se­kun­den vor der ers­ten Pau­se. Da­vid Leg­gio im Wolfs­bur­ger Kas­ten hielt sou­ve­rän. Erst­mals nach vier Spie­len la­gen die Gast­ge­ber nach dem ers­ten Drit­tel nicht zu­rück.

Im zwei­ten Drit­tel hat­ten die Grizz­lys zu­letzt im­mer ih­re bes­te Zeit ge­habt. Und dar­an än­der­te sich nichts. Ei­ne ers­te Voll­zeit­über­zahl ge­stal­te­ten die Wolfs­bur­ger noch be­kannt kläg­lich, in der zwei­ten schlug es dann ein. Spar­re (25.) traf bei ei­nem Kon­ter­an­griff in den Win­kel. Es war das ers­te Über­zahl­tor des schwächs­ten Po­wer­play-Teams der Li­ga nach sie­ben Par­ti­en. Für Ber­lin schei­ter­te Se­an Back­man bei Über­zahl (29.), kurz da­nach stand es 2:0. Der schar­fe Pass des kampf­star­ken Co­le Cas­sels lan­de­te im Tor.

Wolfs­burgs Fans, die schon nach dem 1:0-Wech­sel­ge­sang durch die Hal­le tö­nen lie­ßen, stan­den nun zeit­wei­se vor Be­geis­te­rung. „Wir müs­sen das wie­der­gut­ma­chen, es war hart und bit­ter für die Fans“, hat­te Mit­tel­stür­mer Je­re­my Welsh nach dem Frei­tag-Spiel ge­sagt. Die Grizz­lys wa­ren auf dem Weg. Leg­gio hielt wei­ter sou­ve­rän, die Ber­li­ner, die lang­sam um die Play-Off-Teil­nah­me zit­tern müs­sen, wa­ren im Ab­schuss schlecht. Back­man (40.) tauch­te al­lein vor Leg­gio auf

– der klär­te mit der Stock­hand.

Spar­re (47.) er­höh­te mit sei­nem elf­ten Sai­son­tor nach

Zu­spiel des eben­falls star­ken Cen­ters Ja­son Jas­pers auf 3:0. Und dann pa­rier­te Leg­gio auch noch ei­nen Pen­al­ty von Ja­mie MacQueen.

Doch die Grizz­lys wa­ren noch nicht durch. Als nach 54 Mi­nu­ten der Puck zum 1:3 der Gäs­te durch Back­man im Wolfs­bur­ger Netz lag, klan­gen die Gäs­te-Ge­sän­ge vom „Jetzt geht’s los“ernst­haf­ter. Und tat­säch­lich: Es wur­de noch pa­ckend. In Über­zahl lenk­te Andre Ran­kel (58.) die Schei­be zum 2:3 der Gäs­te ins Tor. Die Ber­li­ner brach­ten ei­nen sechs­ten Feld­spie­ler. Furch­ner (59.) aber ent­schied mit ei­nem Tref­fer ins lee­re Netz. Der Ka­pi­tän sag­te da­nach: „Der Trai­ner hat am Sams­tag ei­ne kna­cki­ge An­spra­che ge­hal­ten, hat uns gut ab­ge­holt. Je­der war be­reit für die­ses Spiel. Wir sind nach dem spä­ten An­schluss­tref­fer nicht ner­vös ge­wor­den. Die Stim­mung war toll, das hat mal wie­der Spaß ge­macht.“

Furch­ner hat­te auch ge­spürt: „Wir muss­ten die Fans erst auf un­se­re Sei­te zie­hen, das hat man ge­merkt.“Nach der Nürn­berg-Plei­te hat­te es Pfif­fe ge­setzt. Furch­ner: „Ich ha­be so et­was wie Frei­tag zum ers­ten Mal in mei­ner Kar­rie­re er­lebt. Es tat schon weh, ist aber ver­ständ­lich.“

Der Trai­ner hat am Sams­tag ei­ne kna­cki­ge An­spra­che ge­hal­ten, Je­der war be­reit für die­ses Spiel. Se­bas­ti­an Furch­ner

Ka­pi­tän der Grizz­lys Wolfs­burg

BO­RIS BASCHIN

Die Grizz­lys ju­beln mal: Se­bas­ti­an Furch­ner sieht hier schon, dass der Schuss von Co­le Cas­sels (v.) drin ist – zum 2:0 der Wolfs­bur­ger beim 4:2 ge­gen die Eis­bä­ren Ber­lin.

BO­RIS BASCHIN

Ich drück’ dich! Spen­cer Mach­acek im An­flug, nach­dem Dan Spar­re (r.) das 1:0 für die Grizz­lys ge­gen Ber­lin er­zielt hat.

Da­vid Leg­gio

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