Brea­kin’ Mo­zart: Ge­nia­les Spek­ta­kel im Thea­ter

Ge­lun­ge­ne Mi­schung auf der Büh­ne: Break­dance mit Klas­sik ver­bun­den – Voll­be­set­zer Saal war be­geis­tert

Wolfsburger Allgemeine - - WOLFSBURG - Kem

KLIEVERSBERG. Am Frei­tag­abend er­leb­te das voll be­setz­te Scha­roun Thea­ter mit „Brea­kin‘ Mo­zart“ei­ne groß­ar­ti­ge Auf­füh­rung. Im­mer wie­der ließ sich das Pu­bli­kum zu Be­geis­te­rungs­stür­men hin­rei­ßen. Um es vor­weg zu neh- men: Spä­tes­tens mit der baye­ri­schen DDC-Dance­floor De­struc­tion Cr­ew – un­ter Ju­gend­li­chen ein Be­griff für in­no­va­ti­ven Break­dance – hat der Street­dance als Kunst­form auch bei uns die Büh­ne er­obert und ei­ne neue Di­men­si­on er­reicht. DDC stellt mit­rei­ßend un­ter Be­weis, dass Musik im Sti­le des Hip-Hop oder Funk mit Mo­zarts Ori­gi­nal­mu­sik ver­schmel­zen kann. Ori­gi­nal­mu­sik und Be­ar­bei­tun­gen wech­seln ein­an­der ab. Aus­drucks­star­kes Kla­vier­spiel (Nao­ko Fu­ko­mo­to) und gro­ßer, sau­be­rer So­pran (Dar­le­ne Ann Do­bisch) be­glei­ten Sze­nen wie „Ohn­macht“, „Toy­boy“oder „Paarthe­ra­pie“live, wäh­rend in „Dro­ge Mo­zart“das be­rühm­te Ron­do „al­la tur­ca“um­ge­s­tal- tet er­klingt. Die Ar­ran­ge­ments, las­sen stets den Re­spekt vor Mo­zarts Ge­nie spü­ren und sind kom­po­si­to­risch gleich­wer­tig. Hier ge­lingt in meis­ter­haf­ter Wei­se ei­ne über­zeu­gen­de Über­set­zung von Mo­zarts Mu­sik­spra­che in das 21. Jahr­hun­dert.

In sieb­zehn Tanz­sze­nen (Re­gis­seur Christoph Ha­gel) wer­den Lie­be, Ei­fer­sucht, Ri­va­li­tät, Neid oder Ra­che als Opern­in­hal­te mit den ty­pi­schen For­ma­tio­nen des Ur­ban Dan­cing dar­ge­stellt, bei dem in his­to­ri­scher Klei­dung Mo­zart selbst zum B-Boy wird. Mar­cel Geiß­ler, Alex­an­der Poll­ner, Gregory Stri­schew­sky, Ra­pha­el Götz, Micha­el Lam­precht, Kr­zy­sz­tof Mali­cki, Tes­sa Ach­ter­mann und Fe­li­ce Agui­lar be­we­gen sich 100 Mi­nu­ten stets an den Gren­zen ath­le­ti­scher Höchst­leis­tung.

Ob Sprün­ge um die ei­ge­ne Ach­se, Ab­rol­len über die Schul­tern, syn­chro­nes Tan­zen im Ste­hen und auf dem Bo­den, Kopf- und Un­ter­arm­ro­ta­tio­nen oder Be­we­gun­gen im Ein­hand­stand sind nie Selbst­zweck, son­dern die­nen dem Aus­druck der Musik. Gran­dio­ses Tanz­thea­ter im Scha­roun Thea­ter.

FO­TO: VER­AN­STAL­TER

Ein­fach groß­ar­tig: „Brea­kin’ Mo­zart“ver­bin­det Klas­sik mit Break­dance. Die Zu­schau­er im Thea­ter wa­ren be­geis­tert.

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