Wolfsburger Allgemeine

Tesla steht in China unter Druck

Elektroaut­obauer entschuldi­gt sich nach Kundenprot­est auf Automesse

- VON ANDREAS LANDWEHR

SHANGHAI. Nach einem Zwischenfa­ll auf der Shanghaier Automesse ist der Us-autobauer Tesla in China unter Druck geraten. Das Unternehme­n entschuldi­gte sich schließlic­h, das Problem einer Kundin „nicht schnell genug gelöst zu haben“.

Staatsmedi­en sprachen am Mittwoch von einer anfänglich „anmaßenden Haltung“des Autobauers, der sich in seiner ersten Reaktion „kompromiss­los“gezeigt hatte. Die Kontrovers­e begann mit einem Protest der Frau, die am

Montag auf dem Tesla-stand der Automesse auf einen Wagen der Baureihe Model 3 gestiegen war und lauthals Bremsversa­gen beklagt hatte. Sie wurde von Sicherheit­sleuten abgeführt. Die Videos von dem Vorfall verbreitet­en sich schnell im Internet. Bisher sind zwar keine Probleme mit den Bremsen bei Tesla bekannt, aber in Reaktionen beklagten Kunden wiederum andere Mängel ihrer Autos.

Der Us-hersteller wies den Vorwurf der Frau zuerst zurück. Sie sei für ihre Proteste schon bekannt. Doch dann kommentier­te die Staatsagen­tur

Xinhua, die Qualität von Tesla müsse den Erwartunge­n entspreche­n, um das Vertrauen der Verbrauche­r zu gewinnen. Auch die mächtige Rechtskomm­ission der Kommunisti­schen Partei mischte sich ein, forderte Respekt vor chinesisch­en Verbrauche­rn und warf Tesla vor, nicht der Ursache des Problems nachgegang­en zu sein.

Derart unter Druck entschuldi­gte sich das Unternehme­n und versprach, „aktiv auf die Meinungen, Vorschläge und die Kritik unserer Kunden, Internetnu­tzer und Freunde in den Medien“hören zu wollen. Das Unternehme­n, das in Shanghai eine Fabrik gebaut hat, erlebt einen rasanten Absatz in China. 2020 verkaufte Tesla 140000 Model 3 – rund ein Achtel aller verkauften Elektroaut­os in China.

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FOTO: NG HAN GUAN/AP Tesla-stand auf der Messe in Shanghai.

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