Luxemburger Wort

Gott Raum lassen

Gedanken zur heutigen Liturgie

- V O N P A T E R T H É O K L E I N S C J

Am Aschermitt­woch – und nicht bloß an diesem Tag – stellt sich die Frage: Wie sollen wir fasten? Welche Vorsätze haben wir? Und weshalb? Wir kennen die Angebote zu fasten: auf Süßigkeite­n und Alkohol verzichten. Oder andere nehmen das Wort des Psalms 141, 3 ernst: „Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen“. Für viele könnte dieses Gebet eine heilsame Maßnahme sein, um das Organ der ungezähmte­n Zunge zu bändigen. Andere legen Geld für die Kollekte zur Seite, um mit Armen zu teilen.

All diese und andere Maßnahmen zum Fasten können allerdings komplett falsch und daneben sein, und zwar dann, wenn sie uns erneut mit uns selbst beschäftig­en. Dies wäre ein trauriges und kein christlich­es Fasten.

Der Aschermitt­woch hat keinen traurigen Stempel. Vielmehr ist die Freude der Grundtenor und das Unterschei­dende, das unseren Weg bestimmt. Dabei geht es nicht um uns. Es geht um Gott! Da, wo Gott ist, da beginnt Freude. Wo man Gott Raum lässt, da geschieht Veränderun­g. Wir brauchen Buße und Umkehr, weil wir immer wieder in der Gefahr stehen, Gott zu vergessen. Wir erleben momentan eine Gesellscha­ft und auch eine Kirche von innen, die oft das Evangelium nivelliert. Da, wo das Evangelium verwässert wird, ist das Profil des Christentu­ms unkenntlic­h und wird zu Recht in Frage gestellt!

Die Botschaft lautet: Gott wartet auf uns. Er will angenommen, anerkannt sein. Gott ist da. Gott will geliebt werden. Wir können den Weg mit Gott gehen, weil er uns zuerst geliebt hat. Alle Schrifttex­te, ob das die Bußtexte vom Propheten Joel oder der Ruf des Apostel Paulus oder überdeutli­ch die Bergpredig­t sind, wo Jesus vom Vater im Himmel spricht, der das verborgene Gebet und das versteckte Almosen sieht. Es geht nicht darum, dass wir uns darstellen. Auch in der Kirche geht es nicht darum, irgendetwa­s darzustell­en. Vielmehr geht es um Gott, der der gefallenen Welt von weitem entgegenko­mmt. Gott möchte nicht, dass wir in unseren eigenen Ideen, Wünschen und Drehungen um uns selbst verrotten und verkommen.

Der Weg nach Ostern verheißt ewiges Leben. Deshalb sind wir eingeladen, Jesu Spur zu folgen, sein Wort aufmerksam­er zu hören und auch unseren Leib in den verschiede­nen Nuancen in Zucht zu nehmen.

Versuchen wir den Weg auf Ostern mit gutem Willen zu gehen, auch wenn wir Scheitern erfahren, das auch zu unserem Lebensweg gehört. So kann das Evangelium in und durch unser Leben sprechen „um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf dem Weg des Friedens.“(Lk 2, 79). bis zum Beginn des 60. Lebensjahr­es. Als Zeichen der Umkehr im Sinne der bewussten Hinkehr zu Gott und den Menschen, besonders den Bedürftige­n, bittet der Erzbischof das Abstinenz- und Fastengebo­t an allen Freitagen der Fastenzeit zu befolgen. Entschuldi­gt ist, wer durch Krankheit, auf Reisen, am fremden Tisch oder durch schwere körperlich­e Arbeit daran gehindert ist. Seelsorger und Eltern sollen dafür sorgen, dass auch diejenigen, die wegen ihres jugendlich­en Alters zu Fasten und Abstinenz nicht verpflicht­et sind, zu einem echten Verständni­s der Buße als Hinwendung zu Gott und den Notleidend­en geführt werden.

Möge die Zeit des Fastens und Betens uns alle näher zu Gott und zueinander führen. LW

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