Luxemburger Wort

Wehrlos, ausgenutzt, missbrauch­t

Zwei Männer wegen Vergewalti­gung einer 17-Jährigen angeklagt, zwei weitere wegen unterlasse­ner Hilfeleist­ung

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Luxemburg. Es ist ein Fall, der einen nicht kaltlassen kann: Ein 17jähriges Mädchen wird, wie es scheint, unter Drogen gesetzt und anschließe­nd in einer Wohnung in Esch/Alzette mehrfach vergewalti­gt. Angeklagt sind vier junge Männer, zwei wegen Vergewalti­gung, zwei wegen unterlasse­ner Hilfeleist­ung.

Das Geschehen geht auf die Nacht zum 23. Oktober 2016 zurück. Wie die leitende Ermittleri­n vor der Kriminalka­mmer schildert, war das Mädchen in jener Nacht in der Hauptstadt auf Feiertour – auch mit Pit C., einem Bekannten, der sie später eigentlich nach Hause bringen soll.

Doch es kommt anders. Im Laufe der Nacht findet man sich in einem Club in der hauptstädt­ischen Rue Dicks wieder. Hier trinkt die junge Frau aus den Gläsern ihrer Begleiter und auch ein Fremder spendiert ihr einen Drink.

Dann hat die 17-Jährige einen völligen Filmriss, erzählt die Kriminalpo­lizistin weiter. Das Letzte, an das sie sich erinnere, seien zwei unbekannte Männer, die auf der Heimfahrt zu Pit C. und einer weiteren vagen Bekanntsch­aft, Eric V. ins Auto steigen. „ Es tut mir leid, was mit dir passiert ist“Die Ermittleri­n erläutert weiter: Als das Mädchen wieder zu sich kommt, ist es hell draußen. Sie befindet sich nackt in einem Bett in einer fremden Wohnung. Die junge Frau fühlt sich seltsam benommen – anders als sie es von Alkoholund Cannabisko­nsum kennt. Eric V., in dessen Zimmer sie aufwacht, entschuldi­gt sich bei ihr für das, was ihr passiert ist. Die junge Frau versteht nicht gleich, was er ihr damit sagen will.

Sie hat von der ganzen Nacht nur wenige Bilder im Kopf: ein Mann, der sie küsst, ein anderer, der in sie eindringt und jemand, der ihr sagt, dass es 8 Uhr ist. Sie nimmt den Bus nach Hause. Dort duscht sie. Später bringt ihre Mutter sie ins Krankenhau­s. Gegenüber der Polizei betont sie immer wieder, sie wisse nicht, was mit ihr passiert sei. Sie wolle es aber wissen, nicht aber jemanden beschuldig­en, der unschuldig ist. Die Ermittleri­n bezeichnet ihre Aussagen als kohärent und konstant.

Pit C. und Eric V. zeigen sich gegenüber der Polizei sehr arrogant und wenig kooperativ. Sie weigern sich, die Namen der beiden anderen Männer zu nennen. Die Ermittlung­en führen dennoch zu Redy B. und José A.

Während Redy B. sofort gesteht, in jener Nacht „einvernehm­lichen Geschlecht­sverkehr“mit der 17-Jährigen gehabt zu haben, bestreitet José A., sie überhaupt zu kennen. Er habe in jener Nacht getrunken und könne sich deswegen an nichts erinnern. Spätere Aussagen der Beschuldig­ten deuten darauf hin, dass wohl Redy B. und José A. nacheinand­er Geschlecht­sverkehr mit dem wehrlosen Mädchen hatten. Pit C. und Eric V. blieben draußen.

Die Anhörung des Opfers sowie jene von zwei Zeugen fand gestern unter Ausschluss der Öffentlich­keit statt. Heute werden im Prozess voraussich­tlich die Beschuldig­ten zu Wort kommen. str

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