Luxemburger Wort

Zukunft gestalten – Gegenwart verändern

- V O N H E N R I H A M U S

Mark Twain, der amerikanis­che Erzähler und Satiriker (1835-1910) sagte einmal: „Natürlich kümmere ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines Lebens darin zu verbringen.“ Wenn der Eindruck nicht täuscht, scharen sich nicht allzu viele um Twain, um dasselbe zu behaupten. Ansonsten würde doch mehr Engagement aufgeboten, um zumindest den festen Untergrund sprich: unsere Erde so sorgsam zu schützen und zu pflegen, dass er das Morgen überhaupt noch tragen kann.

Doch des Lamentiere­ns genug! Es gibt sowieso zu viel davon. Wenden wir uns lieber denen zu, die nach vorne schauen, und die heute am Morgen bauen! „Rien ne vaut un rêve pour créer l'avenir“(Ein Traum ist unerlässli­ch, wenn man Zukunft gestalten will), sagte Victor Hugo. Vielen ist das Träumen möglicherw­eise vergangen, weil sie in dem Vielen, was sie haben, fast ersticken. Dafür gibt es aber die Vielen, die mit leerem Magen und unter düsteren Umständen, von besseren Tagen zu träumen wagen. Und Gott sei Dank wissen sie aus Erfahrung, was Bischof Dom Helder Camara in großartige­r Weise so ausgedrück­t hat: „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichke­it“. Begeisteru­ng, die ansteckt Ich schaue auf die junge Frau auf dem diesjährig­en Plakat von partage.lu. Mir scheint, sie schaut auf uns, ihr Lächeln ist fast ein wenig mitleidig, so als ob sie uns sagen wollte: Warum soviel Resignatio­n und Müdigkeit bei euch, warum so viele Wünsche und so wenig Gemeinsamk­eit, warum so wenig Freude und Begeisteru­ng? Sie strahlt und schaut etwas verschmitz­t nach vorne. Sie weiß, dass auch sie die Zukunft nicht kennt, aber sie hat diese kräftige innere Triebfeder, die sie mit anderen antreibt, heute dort anzupacken, wo das Morgen gebaut wird. Sie weiß, dass „die eine Generation die Straße baut, auf der die nächste fährt“(Sprichwort aus China) – und sie und jedem? Was bewege ich bei mir, in der Familie, in der Kirche? Wage ich, meine Meinung zu sagen? Habe ich schon mal dran gedacht, mein Einkaufsve­rhalten in Frage zu stellen und zu ändern? Typisch Pfarrer, mag der eine oder andere denken, immer diese Gewissense­rforschung und verkappten Beichtspie­gel! Ich bitte um Entschuldi­gung! Und lasse lieber die junge Frau auf dem Plakat sprechen.

Sie schaut auf ein Bild, das eher futuristis­che Züge trägt, das bunt ist und mehr andeutet als zeigt ... Wie gut, dass Zukunft nicht einfach eine Fortsetzun­g des schon immer Bekannten ist. Wie gut, dass aus vielen Elementen ein Ganzes entstehen kann. Wie gut, dass jede und jeder mit anpacken kann und von seinen Träumen mit den ihm eigenen Fähigkeite­n etwas verwirklic­hen kann.

Gemeinsame­s Zupacken Sie schaut aus nach mir, nach uns. Sie hat uns erblickt, auch wenn wir uns noch ein bisschen zu verstecken scheinen. Sie kann darüber nur lächeln: denn vor der Zukunft kann sich niemand verstecken, auch nicht hinter traumhafte­n Bildern und schönen Visionen. Eine Skizze ja – aber dann gemeinsame­s Zupacken!

Und schon bald zaubert sich ein Lächeln auf unsere oft so finsteren Gesichter! Wollen wir's doch hoffen für uns und für die junge Frau und für alle, mit denen sie uns zulächelt.

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 ??  ?? Jugendlich­e ausgebilde­t. in Mali werden als Mechaniker
Jugendlich­e ausgebilde­t. in Mali werden als Mechaniker
 ??  ?? Indigene Völker protestier­en gegen die Verletzung­en ihrer Verfassung­srechte auf Land und Kultur.
Indigene Völker protestier­en gegen die Verletzung­en ihrer Verfassung­srechte auf Land und Kultur.
 ??  ?? Familien im Turkana verbessern ihre Landwirtsc­haft und werden unabhängig von Lebensmitt­elhilfe.
Familien im Turkana verbessern ihre Landwirtsc­haft und werden unabhängig von Lebensmitt­elhilfe.
 ??  ?? Frauen in Indien verteidige­n ihre Rechte in der Gesellscha­ft. (FOTOS: FPL, AJR, CIMI, VALENTE)
Frauen in Indien verteidige­n ihre Rechte in der Gesellscha­ft. (FOTOS: FPL, AJR, CIMI, VALENTE)
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Frauen emanzipier­en sich in Männerberu­fen wie Schreiner und Maurer.
 ??  ?? Abbé Henri Hamus ist Vizepräsid­ent von partage.lu.
Abbé Henri Hamus ist Vizepräsid­ent von partage.lu.
 ??  ?? Junge Indigene studieren an der Hochschule und kämpfen für ihr Land und ihre Kultur.
Junge Indigene studieren an der Hochschule und kämpfen für ihr Land und ihre Kultur.

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