Luxemburger Wort

Abschied der Stadtschwe­stern

Heute vor 15 Jahren beginnt der Abriss der Clinique Sacré-coeur in Belair

- Von Pierre Scholtes

Luxemburg. Es war eines der kleinsten Krankenhäu­ser in der Stadt – die Clinique Sacré-coeur in Belair. 1956 nach damals modernsten Standards errichtet, stand das von den Franziskan­erschweste­rn verwaltete Hospital fast 50 Jahre im Dienst der Kranken. Heute vor 15 Jahren – am 4. Februar 2005 – fiel es der Abrissbirn­e zum Opfer.

Bereits 2003 gingen in der Clinique Sacré-coeur endgültig die Lichter aus. Das Klinikgebä­ude war nicht mehr zeitgemäß, das medizinisc­he Angebot wurde in das neu errichtete Hôpital Kirchberg eingeglied­ert. Neben der Clinique Sacré-coeur musste einige Monate später ein weiteres Krankenhau­s in der Hauptstadt der Zukunft weichen – auch die Clinique Ste-elisabeth wurde abgerissen. Dies vor dem gleichen Hintergrun­d, da das Hôpital Kirchberg ein gemeinscha­ftliches Projekt der Franziskan­erschweste­rn und des Ordens der Elisabethe­rinnen ist, die seither unter dem Dach der Fondation Françoisel­isabeth arbeiten.

Rückblick: Die Clinique Sacrécoeur nahm am 10. September 1956 mit 128 Betten ihren Betrieb auf. Neben drei Operations­sälen, der Radiologie und der Röntgensta­tion beheimatet­e das Krankenhau­s auch ein eigenes Laboratori­um. Wie in einem zur Einweihung­sfeier erschienen­en Artikel im „Luxemburge­r Wort“vom 29. August 1956 berichtet wurde, „vergaßen Besucher vor dem äußerst ansprechen­den Rahmen fast, dass dort Kranke beherbergt werden“.

Fürsorge als Mission

Ein Blick in die Geschichte des Ordens zeigt, dass dieser sich seit seiner Gründung der Pflege von Schwachen und Kranken widmet. Auch als Stadtschwe­stern bekannt, betrieben die Franziskan­erinnen zunächst ein Armenhaus im

Stadtgrund, ehe das Mutterhaus des Ordens auf den Fischmarkt und 1926 an seinen heutigen Sitz Belair umgezogen ist.

Ein Krankenhau­s von vielen

Neben der Clinique Sacré-coeur leiteten die Franziskan­erinnen noch weitere Krankenhäu­ser auf dem Stadtgebie­t. So wurde das Ordensklos­ter auf dem Fischmarkt bis 1975 als Krankenhau­s genutzt; auch aufgekauft­e Häuser wurden zu Krankensta­tionen umgebaut, zum Beispiel die Clinique St-joseph, die 1976 geschlosse­n wurde.

Auf dem Gelände der ehemaligen Clinique Sacré-coeur steht bis heute die Pflege und Fürsorge im Mittelpunk­t – dort leitet der Orden der Franziskan­erinnen seit 2009 das neu gebaute Altenheim Cipa Sacré-coeur.

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Foto: Guy Jallay / Lw-archiv Nach 50 Jahren im Dienst der Kranken rollen Anfang 2005 die Bagger bei der Clinique Sacré-coeur an.
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Foto: René Weydert / Lw-archiv Funktional und doch den modernsten Standards der Zeit genügend: Die Clinique Sacré-coeur stellt in den 1950er-jahren eine Wende in der Ordensgesc­hichte der Franziskan­erinnen dar.
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Foto: Chris Karaba Heute steht auf dem ehemaligen Areal der Clinique Sacré-coeur das Altenheim gleichen Namens.

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