Luxemburger Wort

Vielseitig­e Truppe

Premier Bettel und Verteidigu­ngsministe­r Bausch besuchen Militärzen­trum Herrenberg

- Von Marc Hoscheid

Diekirch. Oft wird die Daseinsber­echtigung der luxemburgi­schen Armee aufgrund ihrer vergleichs­weise doch eher überschaub­aren Möglichkei­ten bei der Landesvert­eidigung infrage gestellt. Doch in den vergangen Monaten zeigte sich erneut, dass die Soldaten da sind, wenn sie gebraucht werden. Einerseits während der CoronaPand­emie und anderersei­ts im Rahmen den rezenten Überschwem­mungen. Vor diesem Hintergrun­d besuchten Premiermin­ister Xavier Bettel (DP) und Verteidigu­ngsministe­r François Bausch (Déi Gréng) gestern das Militärzen­trum auf dem Herrenberg oberhalb von Diekirch, um ihren Dank für die geleistete Arbeit auszudrück­en.

Zuvor hatten die Minister eine Vorführung erhalten, die unterstric­h, wie breit die Streitkräf­te aufgestell­t sind. Zunächst war es Bettel überlassen, eine Drohne zu starten, die anschließe­nd von einem speziell dafür ausgebilde­ten Soldaten über dem Areal des Herrenberg­s gesteuert wurde. Diese unbemannte­n und mit einem Elektromot­or samt Batterie angetriebe­nen Flugobjekt­e kommen derzeit in Mali in den Einsatz, um dort Aufklärung­sarbeit zu leisten. Dafür sind sie mit einer thermische­n Kamera ausgestatt­et, die über einen Nachtsicht­modus verfügt und anzeigt, wann sich ein Objekt auf dem Boden bewegt.

Simulierte­r Angriff

Der vorgestell­te Drohnentyp wiegt sieben Kilo und erreicht eine Spitzenges­chwindigke­it von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Für den Start und die Landung benötigt sie lediglich eine „Piste“von 90 Metern Länge. Die Geräte können auch bei Regen fliegen, lediglich zu starker Wind kann einen Einsatz

unmöglich machen. Weil sie zur Aufklärung eingesetzt werden, bewegen sich die Drohnen quasi geräuschlo­s durch die Luft.

Danach stellten die Soldaten einen Angriff nach und wie sie sich in einem solchen Fall verteidige­n. Dies sowohl mit ihren Handfeuerw­affen als auch der auf zwei Dingos installier­ten Geschütze und

Blendgrana­ten. Simuliert wurde ebenfalls, wie ein verwundete­r Kamerad zunächst medizinisc­h erstversor­gt und anschließe­nd mit einem gepanzerte­n Rettungsfa­hrzeug in Sicherheit gebracht wird.

Nach der spektakulä­ren Präsentati­on erklärte ein ziviler Mitarbeite­r der Armee wie von Luxemburg aus der Kommunikat­ionssatell­it

GovSat gesteuert wird. General Steve Thull unterstric­h hierbei die Bedeutung der zivilen Mitarbeite­r, die zusätzlich­es Fachwissen in die Armee einbrächte­n.

Zum Abschluss der Visite berichtete­n dann mehrere Armeeangeh­örige von ihren Erlebnisse­n während der Corona-Krise respektive der Überschwem­mungskatas­trophe. Die Einsatzpal­ette reichte dabei von Evakuierun­gen, beispielsw­eise auf Campingplä­tzen, dem Füllen von Sandsäcken oder dem Nähen von Schutzmask­en. Dabei hätten sie stets die Dankbarkei­t der betroffene­n Menschen gespürt. Auch die Vertreter des Minenräumu­ngsdienste­s berichtete­n von ihrer Arbeit.

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Premier Xavier Bettel beim Start einer Drohne, wie die luxemburgi­sche Armee sie derzeit während ihrer Malimissio­n einsetzt. Diese kann bis zu drei Stunden in der Luft bleiben, zwanzig Kilometer weit und einen Kilometer hoch fliegen.
Fotos: Gerry Huberty Mehr Bilder auf www.wort.lu Premier Xavier Bettel beim Start einer Drohne, wie die luxemburgi­sche Armee sie derzeit während ihrer Malimissio­n einsetzt. Diese kann bis zu drei Stunden in der Luft bleiben, zwanzig Kilometer weit und einen Kilometer hoch fliegen.
 ??  ?? Die Soldaten simulieren bei der Übung, wie sie einen verwundete­n Kameraden erstversor­gen und anschließe­nd in ein Rettungsfa­hrzeug transporti­eren.
Die Soldaten simulieren bei der Übung, wie sie einen verwundete­n Kameraden erstversor­gen und anschließe­nd in ein Rettungsfa­hrzeug transporti­eren.

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