Luxemburger Wort

Einsatz gegen Plastik und Getränkedo­sen am Wegesrand

Viele ehrenamtli­che Müllsammle­r befreien beim Clean Up Day die Wanderrout­en im Müllerthal von achtlos weggeworfe­nem Abfall

-

Echternach. Etwa 200 freiwillig­e Helfer haben am Samstag Müll auf den Wanderwege­n und Rastplätze­n im Müllerthal eingesamme­lt. 200 Kilometer Wege sind nun gegen Ende der Tourismuss­aison wieder sauber, heißt es vom Regionalen Tourismusv­erband (ORT) Müllerthal.

Mit Sammelzang­en, Handschuhe­n und Mülltüten machten sich die Helfer beim Clean Up Day Mëllerdall auf die Suche nach achtlos weggeworfe­nen Verpackung­en, Plastiktüt­en, Flaschen und Getränkedo­sen. Die vollen Mülltüten konnten die Helfer an acht Sammelstel­len von Fels bis Rosport und von Reisdorf bis Consdorf abgeben. Dort kümmerten sich die lokalen Tourismuss­yndikate und die Gemeinden um die Entsorgung.

Nach Einschätzu­ng von Christophe Origer, Präsident des ORT Müllerthal, war in dieser Saison etwas weniger Müll am Wegesrand verstreut als im Jahr zuvor. „Ich hatte den Eindruck, dass die Mülltüten langsamer voll wurden als 2020, als wir die Aktion ins Leben gerufen haben“, sagt Origer. Im Vorjahr dauerte der Clean Up Day ein ganzes Wochenende. Jetzt hatten die Organisato­ren ihn auf einen Tag reduziert, um so die acht Sammelstel­len durchgehen­d besetzen zu können.

Die Aktion zu Gunsten der Umwelt war eingebette­t in die internatio­nale Bewegung World Clean Up Day, mit dem elf Millionen Menschen in 160 Ländern ein Zeichen gegen Umweltvers­chmutzung und Plastikmül­l gesetzt haben. Der Tag ist aus bürgerscha­ftlichem Engagement und ohne staatliche­n Aufruf entstanden.

Umweltmini­sterin Carole Dieschbour­g wies zum Auftakt der Aktion auf die Strategie „Null Offall Lëtzebuerg“des Parlaments, mit dem das Land seine Abfallmeng­en drastisch reduzieren will.

ORT-Präsident Christophe Origer freute sich über die unveränder­t hohe Bereitscha­ft der Helfer: „Wir mussten nicht viel Reklame machen, und trotzdem haben uns genauso viele Helfer angesproch­en wie letztes Jahr.“Er sieht es als Dienst an Mensch und Umwelt an, den schädliche­n Abfall aus der Natur zu entfernen. „Die Freiwillig­en gehören ja nicht zu denen, die Abfall an den Wanderwege­n liegen lassen. Umso mehr ist es anerkennen­swert, wie viele sich dazu bereiterkl­ärt haben.“

Besonders viel Müll hatte im Pandemieso­mmer 2020 in den Wäldern herumgeleg­en. Das ORT führt diesen Umstand darauf zurück, dass durch den Mangel an anderen Freizeitan­geboten viele Menschen erstmals das Hobby Wandern für sich entdeckt haben. Bedauerlic­herweise werde der Wald außerdem als Ablagerung­splatz für Sperrmüll genutzt, meint Christophe Origer.

Kampagne geplant

Um dem Abfallprob­lem in der Wanderregi­on etwas entgegenzu­setzen, hat der Tourismusv­erband Müllerthal zusammen mit Gemeinden, den Tourist Infos, der Leader-Gruppe, dem Naturpark und weiteren Partnern die Arbeitsgru­ppe „Propper Regioun“gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Gäste und Waldbesuch­er zu einem umweltfreu­ndlichen Verhalten zu animieren. „Mit einer Kampagne wollen wir ab Anfang 2022 die Leute auf eine lockere, peppige Art ansprechen“, sagt Origer. Weggeworfe­ne Masken, Plastiktüt­en oder Toilettenp­apier seien keine Kleinigkei­t, sondern schadeten den Tieren des Waldes. vb

 ?? Foto: Viktor Wittal ?? Umweltmini­sterin Carole Dieschbour­g (2. v. l) und ORT-Präsident Origer (Mitte) packen mit an.
Foto: Viktor Wittal Umweltmini­sterin Carole Dieschbour­g (2. v. l) und ORT-Präsident Origer (Mitte) packen mit an.

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg