Luxemburger Wort

Einer ihrer Großen ist tot

Die Filmwelt trauert um den deutschen Star-Regisseur Wolfgang Petersen

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Los Angeles/Berlin. Die Filmwelt hat mit Trauer und Bestürzung auf den Tod des Star-Regisseurs Wolfgang Petersen reagiert. „Danke, Wolfgang, für die vielen Tage und Stunden, die ich mit Dir verbringen durfte“, schrieb Schauspiel­er Jürgen Prochnow (81) am Mittwoch in einem Statement. Die beiden hatten zusammen den legendären Film „Das Boot“gedreht. Petersen, Regisseur von Filmen wie „Outbreak“, „Air Force One“und „Der Sturm“, starb im Alter von 81 Jahren an Bauchspeic­heldrüsenk­rebs, wie seine Assistenti­n am Dienstag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Er sei am Freitag friedlich im Kreis seiner Familie in seinem Haus in Brentwood, einem Teil von Los Angeles, gestorben. Seine Frau Maria war an seiner Seite.

Über Petersens Tod zeigte sich Prochnow „zutiefst erschütter­t und sehr, sehr traurig“, wie es in einem Statement hieß, das sein Management gestern veröffentl­ichte. „Was bleibt sind die Erinnerung­en, die Erinnerung­en an einen wunderbare­n Regisseur und Freund.“Die deutsche Kulturstaa­tsminister­in Claudia Roth erklärte: „Mit Wolfgang Petersen verlieren wir einen großartige­n Regisseur, der seit den siebziger Jahren mit seinen Arbeiten für Fernsehen und Kino Maßstäbe für gleicherma­ßen packendes wie ambitionie­rtes Erzählen gesetzt hat.“Sein Film „Das Boot“gelte als Meilenstei­n in der deutschen Filmgeschi­chte.

Stars wie Clint Eastwood, Dustin Hoffman, Harrison Ford, George Clooney, Brad Pitt, Diane Lane und Glenn Close hatten mit dem deutschen Hollywood-Regisseur gedreht. Für die Filmwelt kam sein Tod überrasche­nd. Sie habe eine „besondere Erinnerung“an die Dreharbeit­en mit Petersen für den Film „Air Force One“, schrieb Glenn Close in einer Mitteilung.

Obwohl das Skript packend und unglaublic­h intensiv war, hätten sie sehr viel gelacht. „In meiner Erinnerung war er ein Mann voller Lebensfreu­de, der das tat, was er am meisten liebte“, würdigte der Hollywood-Star den Regisseur. In dem Action-Thriller „Air Force One“(1997) spielte Harrison Ford einen fiktiven US-Präsidente­n und Close seine Vize-Präsidenti­n.

„Wolfgang war eine große, liebevolle Seele“„Mein Herz ist heute traurig“, schrieb Diane Lane in einer Mitteilung laut „Deadline.com“. „Wolfgang war eine große, liebevolle Seele“. Mit seiner positiven Unterstütz­ung habe er allen bei den Dreharbeit­en geholfen. Durch ihn sei sie zu einer besseren Schauspiel­erin geworden, würdigte Lane den Regisseur.

Petersen hatte sie im Jahr 2000 an der Seite von George Clooney und Mark Wahlberg für das Schiffsunt­ergang-Drama „Der Sturm“vor die Kamera geholt.

Der in Emden geborene und in Hamburg aufgewachs­ene Regisseur lernte sein Handwerk an der deutschen Film- und Fernsehaka­demie in Berlin. 1971 hatte er gleich mit dem „Tatort“-Krimi „Blechschad­en“Erfolg. Die Folge „Reifezeugn­is“(1977) mit Nastassja Kinski machte ihn und die junge Darsteller­in über Nacht berühmt. Zum Tabubreche­r wurde Petersen 1977 mit dem Kinofilm „Die Konsequenz“, der von einer homosexuel­len Liebe handelt.

Das Kino-Epos „Das Boot“(1981) über die Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg, mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer, bahnte Petersen den Weg nach Hollywood. Der Film wurde mit sechs OscarNomin­ierungen, darunter für Regie und adaptierte­s Drehbuch, bedacht.

Mit dem Fantasy-Märchen „Die unendliche Geschichte“(1984) landete Petersen einen weiteren Kassenhit, gefolgt von dem ScienceFic­tion-Film „Enemy Mine“(1985), alle bei Bavaria Film nahe München gedreht.

Seit 1987 lebte der Regisseur mit seiner Frau in Los Angeles. Dort holte er Hollywood-Stars wie Clint Eastwood („In the Line of Fire“), Dustin Hoffman („Outbreak“), Harrison Ford („Air Force One“), George Clooney („Der Sturm“) und Brad Pitt („Troja“) vor die Kamera.

Für ein Remake seiner alten Fernseh-Komödie „Vier gegen die Bank“aus den 1970er Jahren, kehrte Petersen 2016 in seine Heimat zurück. Der Gaunerfilm war mit Til Schweiger, Matthias Schweighöf­er, Jan Josef Liefers und Michael „Bully“Herbig prominent besetzt.

Der ARD-Vorsitzend­e Tom Buhrow würdigte Petersen als einen der Großen des deutschen Films. „,Vier gegen die Bank’, ,Reifezeugn­is’, ,Das Boot’ – Wolfgang Petersen hat in der ARD das Genre Fernsehfil­m auf Kino-Level gehoben – und damit den Grundstein für seine einzigarti­ge HollywoodK­arriere gelegt“, schrieb Buhrow am Mittwoch in einer Mitteilung. „Mit ihm geht ein visionärer Erzähler und ganz Großer des deutschen Films.“

Martin Moszkowicz, Chef der Constantin Film, erklärte: „Die Filmbranch­e verliert einen der großen Filmemache­r. Wolfgang Petersen hat Filmgeschi­chte geschriebe­n. Klassiker wie „Das Boot“und „Die unendliche Geschichte“sind Teil der gemeinsame­n Geschichte von Wolfgang Petersen und der Constantin Film. Wir trauern mit Angehörige­n, Freunden und Kollegen um einen außergewöh­nlichen Filmemache­r.“dpa

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Foto: dpa Der Tod von Wolfgang Petersen (hier beim Filmfest München 2019) hat Trauer nicht nur in der Filmwelt ausgelöst.

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