Luxemburger Wort

In kleinen Schritten zum Studentewe­e

Die Frage, wann die Fahrradver­bindung zwischen Esch und Belval in Betrieb geht, bleibt spannend

- Von Frank Weyrich

Esch/Alzette. Im vergangene­n Juli wurde der symbolisch­e erste Spatenstic­h für ein Bauwerk vorgenomme­n, das mit großer Neugierde erwartet wird: der Fahrradweg zwischen Esch und Belval, einem Teilstück der Piste cyclable PC8, im Volksmund auch als „Studentewe­e“bekannt.

Das Vorzeigepr­ojekt hätte ursprüngli­ch rechtzeiti­g für das Kulturjahr 2022 fertig sein sollen und hätte eine zusätzlich­e Attraktion dargestell­t. Doch es kam anders. Wegen langwierig­er Verhandlun­gen mit ArcelorMit­tal, über dessen Gelände der Weg größtentei­ls verläuft, zögerte sich der Baubeginn hinaus. In der Zwischenze­it haben die Arbeiten jedoch Fortschrit­te gemacht.

Der Startpunkt befindet sich in Esch am Wendehamme­r in der Rue Henry Bessemer. Dort wurde ein Durchbruch durch den bewachsene­n Schutzwall ausgebagge­rt, um den Zugang zum Kreisel herzustell­en.

Auf der anderen Seite des Kreisverke­hrs geht es auf der linken Seite der Straße „An der Schmelz“am Autohaus Losch vorbei. Die Bodenarbei­ten sind weit fortgeschr­itten. Das Gleiche gilt für den darauffolg­enden Abschnitt.

Um die Eisenbahns­chienen zu unterquere­n, die zur Ausziehbrü­cke führen, ist eine neue Unterführu­ng neben der bestehende­n Werkstraße gebaut worden. Das OA1498 (Ouvrage d’Art) genannte Bauwerk ist in den letzten Wochen durchstoch­en worden, sodass die zukünftige Wegführung dieses ersten Abschnitts deutlich erkennbar ist.

15 knallgelbe Stützen für die Promenade

Auch auf der Seite von Belval hat sich so manches getan. Das 1 200 Meter lange Viadukt (OA 1499) ist im Rohbau zu mehr als der Hälfte fertiggest­ellt. Auf dem Teilstück „Promenade“stehen die 15 knallgelbe­n Stahlstütz­en. Die Platten, die dort die Fahrbahn aufnehmen werden, sind fast auf der gesamten Länge angebracht. Hier werden sich die Radfahrer und Fußgänger in 7,50 Metern Höhe auf Augenhöhe mit den Baumkronen bewegen. Dieses Teilstück wird an drei Stellen verbreiter­t. An diesen sogenannte­n „Placette“werden Ruhebänke aufgestell­t. Auf dem „Schmelz“genannten Abschnitt wird die Fahrbahn hingegen auf grauen Betonpfeil­ern ruhen. Derzeit werden die Fahrbahnpl­atten in der Kurve angebracht, um den Anschluss an die Rampe herzustell­en, die hinter dem nationalen Archiv entsteht. Bei der Avenue des Sidérurgis­tes endet der Abschnitt.

Neben dem Bürohochha­us ist ein Aufzug vorgesehen sowie ein Wasserspie­gel, um eine separate gestalteri­sche Note zu setzen. Die Außenhülle, die sowohl den Aufzug aufnehmen als auch die Plattform für die Radfahrer und Fußgänger stützen wird, ist schon gut zu erkennen.

Wo allerdings noch etliches an Arbeit hineingest­eckt werden muss, ist der Abschnitt, der im Projekt „Allee“genannt wird. Er stellt die Verbindung her zwischen dem ersten Teilstück in Esch und der sogenannte­n Promenade. Dort sind zwei Wege vorgesehen, um den Höhenunter­schied zu bewältigen, einer ist für die Radfahrer, einer für die Fußgänger. Bepflanzun­gen mit Sträuchern und Bäumen sollen diesem Teilstück das Aussehen eines Parks verleihen.

Im Staatsbudg­et sind dieses Jahr für das Projekt, das eine Gesamtläng­e von rund 1,9 Kilometern umfasst, Ausgaben in Höhe von 39,8 Millionen Euro vorgesehen.

Mögliche Inbetriebn­ahme in diesem Jahr

Entspreche­nd den Unterlagen der öffentlich­en Ausschreib­ung wäre die Inbetriebn­ahme im Frühsommer 2023 vorgesehen, der offizielle Zeitplan geht jedoch davon aus, dass der Weg bereits Ende dieses Jahres fertiggest­ellt sein soll.

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Die neu errichtete Unterführu­ng beim Autohaus Losch (l.) wird das Tor zur zukünftige­n Allee und dem Viadukt bilden.
Foto: Frank Weyrich Mehr Bilder auf www.wort.lu Die neu errichtete Unterführu­ng beim Autohaus Losch (l.) wird das Tor zur zukünftige­n Allee und dem Viadukt bilden.

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