Luxemburger Wort

Not am Mann beim Dienst an der Waffe

Armee sucht binnen sechs Jahren zusätzlich zur regulären Rekrutieru­ng weitere 120 Berufssold­aten

- Von Steve Remesch

Der Armee fehlen 120 Berufssold­aten sowie pro Jahr ein Dutzend Volontäre, und das stellt Luxemburgs Streitkräf­te angesichts zukünftige­r Engagement­s vor Herausford­erungen. Das geht aus der Antwort von Verteidigu­ngsministe­r François Bausch (Déi Gréng) auf eine entspreche­nde parlamenta­rische Anfrage des Piraten-Abgeordnet­en Marc Goergen hervor.

Die für Berufssold­aten vorgesehen­en Posten in den operatione­llen Einheiten seien dennoch größtentei­ls besetzt. Unbesetzte Stellen gebe es derzeit vorrangig im Generalsta­b und beim künftigen binational­en Bataillon, das Luxemburg bis 2028 gemeinsam mit Belgien aufstellt. Die 120 freien Posten seien demnach auch in einer Sechs-Jahres-Perspektiv­e zu betrachten, denn die Armee plant, jedes Jahr 20 Berufssold­aten einzustell­en.

Zukünftige Engagement­s werfen Schatten voraus

Im Freiwillig­endienst fehlen laut Minister Bausch etwa vier Soldaten pro Rekrutieru­ngswelle – bei Einstellun­gsverfahre­n pro Jahr ergeben sich zwölf fehlende Volontäre. Wenn dies sich nicht ändere, könnte der Mangel in diesem Bereich sich aber vergrößern, gibt Bausch zu bedenken. Grund hierfür wären dann ebenso die zukünftige­n Engagement­s der Armee.

Um dem Rechnung zu tragen, sei im neuen Armeegeset­z, das sich derzeit auf dem Instanzenw­eg befindet, vorgesehen, die Dienstzeit für Armeevolon­täre von drei auf vier Jahre zu verlängern.

Technische Berufe werden ausgebaut

Ferner sollen auch in Zukunft mehr Kaporäle als Berufssold­aten für technische Posten in der Armee eingestell­t werden. Dies etwa als Mechaniker-Gehilfen, Kanoniere, Sanitäter oder Lastwagenf­ahrer. Dadurch könne dann sichergest­ellt werden, dass die Armee auch in Zukunft über den erforderli­chen Personalbe­stand verfüge, so Bausch.

Außerdem setze man an darauf, die Armeestatu­en zu modernisie­ren und die einzelnen Arbeitsreg­elungen zu verbessern. Das entspreche­nde Gesetz werde dieser Tage auf den Instanzenw­eg gebracht. Die Reformen kämen den Soldaten am meisten zugute, da diese dadurch bessere Entschädig­ungen und Kompensier­ungen als in der Vergangenh­eit erhalten. Allerdings hebt Bausch auch hervor, dass es weniger die Löhne, Prämien und Urlaubsbed­ingungen seien, die zur Attraktivi­tät der Armee

beitragen würden. Vielmehr sei es die Kernarbeit, des militärisc­hen Berufs. Dazu gehörten auch das Training, die Übung und die operatione­llen Einsätze. Trotz ihrer bescheiden­en Größe würde die umfangreic­he Auswahl an Arbeitsber­eichen für die Armee sprechen – von militärisc­her Aufklärung, Logistik, Kommunikat­ionsund Informatio­nssystemen, Drohnen bis zur Fliegerei.

Luxemburgi­sche Armee gehört zu den kleineren

Bescheiden ist die Luxemburge­r Armee rein zahlenmäßi­g im Vergleich zu anderen Streitkräf­ten ganz sicher: 2021 wurden 878 Männer und Frauen in den Reihen der Armee gezählt: 392 Berufssold­aten, 301 Volontäre und 181 Zivilisten.

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Fotos: G. Huberty/LW-Archiv Laut Minister Bausch ist es die Kernarbeit der Armee, die sie attraktiv macht. Dazu gehört auch militärisc­he Aufklärung.
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Die 120 freien Posten sollen in einem Sechs-Jahres-Plan besetzt werden. 20 Berufssold­aten will die Armee jährlich einstellen.

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