Luxemburger Wort

Gebrauchte­r Tag

Leandro Barreiro und Mainz 05 kassieren gegen Hoffenheim die erste Auswärtsni­ederlage

- Von Jan Morawski

Ein Verletzter, ein Feldverwei­s und am Ende die erste Auswärtsni­ederlage in dieser Saison: Der FSV Mainz 05 hat im Bundesliga­Gastspiel bei der TSG Hoffenheim einen gebrauchte­n Tag erwischt. Beim 1:4 verlor die Mannschaft von Nationalsp­ieler Leandro Barreiro am Samstag zuerst Stürmer Jonathan Burkardt mit einer Risswunde am Fuß, dann Alexander Hack durch eine Rote Karte und schließlic­h das Spiel.

„Es waren zwei Situatione­n entscheide­nd: Das verletzung­sbedingte Aus von Jonny Burkardt gab unserem Spiel einen Bruch, da haben wir den Faden verloren und da hat sich die Statik des Spiels verschoben. Und dann natürlich der Platzverwe­is für Alexander Hack, das hat es in der zweiten Halbzeit in Unterzahl sehr schwierig gemacht“, analysiert­e FSVSportdi­rektor Martin Schmidt die 90 Minuten vor 20 114 Zuschauern. „Der Gegner war in Überzahl einfach zu stark. Sie haben uns oft ins Leere laufen lassen.“

Barreiro gefoult

Andrej Kramaric in der 53.', Grischa Prömel (69.'), Munas Dabbur (80.') und Pavel Kaderabek (90. + 2.') trafen für die TSG, der Treffer von Dominik Kohr (83.') war für den FSV nur ein schwacher Trost. Die Niederlage hätte sogar noch höher ausfallen können. Dabei hatten die Mainzer gut losgelegt und waren bis zur Pause ebenbürtig. „Es war ein Spiel mit zwei Phasen: vor der Roten Karte, nach der Roten Karte“, befand Trainer Bo Svensson.

In Unterzahl konnte sein Team dem spielstark­en Gegner nicht mehr Paroli bieten. „Wir haben es nach der Pause nicht geschafft, lange standzuhal­ten und haben das Gegentor aus einer Umschaltsi­tuation herausbeko­mmen. Da waren wir naiv“, sagte Svensson.

Dabei hätte Hoffenheim aus Mainzer Sicht ebenfalls einen Spieler verlieren müssen. Schiedsric­hter Daniel Schlager hätte Christoph Baumgartne­rs Bodycheck gegen Barreiro durchaus mit Gelb bewerten und den Österreich­er damit vorzeitig zum Duschen

schicken können. Doch die Strafe blieb aus. Der 22 Jahre alte Luxemburge­r spielte von Beginn an im zentralen Mittelfeld und wurde in der 64.' durch Edimilson Fernandes ersetzt.

Nach zuvor drei Saison-Auswärtssi­egen mussten die 05er, für die es in Sinsheim die erste Niederlage seit Februar 2018 war, die Heimreise dieses Mal mit leeren Händen antreten. „Elf gegen elf haben wir viel gut gemacht, deswegen müssen wir es abhaken“, sagte Abwehrspie­ler Stefan Bell. „Schade, dass wir so hoch verloren haben. Aber das darf niemanden aus der Bahn werfen.“

Der Sportdirek­tor sah es ähnlich und richtete den Blick schnell nach vorn. „Das ist heute passiert und lässt sich nicht ändern. Wir fallen nicht um, der Kopf bleibt oben“, sagte Schmidt. Schon am Freitag geht es vor eigenem Publikum gegen Hertha BSC weiter. Der Schweizer gab dafür die Marschrout­e vor: „Da müssen wir unsere Heimstärke in die Waagschale werfen und beginnen dann eben eine Heimserie, nachdem die Auswärtsse­rie gerissen ist.“jan/dpa

 ?? Foto: Getty Images/LW-Archiv ?? Nach der Auswechslu­ng von Leandro Barreiro kassiert Mainz noch drei Gegentore.
Foto: Getty Images/LW-Archiv Nach der Auswechslu­ng von Leandro Barreiro kassiert Mainz noch drei Gegentore.

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg