Luxemburger Wort

Dauerregen beim Walfer Vollekslaf

- Von André Klein

Von einem goldenen Oktober war am Sonntag beim 46. Walfer Vollekslaf noch nichts zu sehen. Doch selbst die grauen Wolken, die unaufhörli­ch Läufer und Zuschauer mit ihrem kühlen Nass eindeckten, konnten die tolle Stimmung rund um die Strecke nicht trüben.

624 von 792 Startern beendeten den Hauptlauf über zwölf Kilometer. Schnellste­r

Läufer war Yonas Kinde, der nur 37'50'' für den Kurs rund um Walferding­en, Lorentzwei­ler und Steinsel benötigte. Bester Luxemburge­r war Christophe Kass, der mit 1'09'' Rückstand als Zweiter das Ziel erreichte. Schnellste bei den Frauen war Tatyana Vernygor aus der Ukraine (45'12''). Beste Luxemburge­rin wurde die Drittplatz­ierte Liz Weiler (46'42''). Neben dem Hauptlauf gab es noch Kurse für die Minis und Junioren sowie ein Joggingren­nen.

Die Ukrainerin Tatyana Vernygor war die schnellste Frau.

Nach zwei frustriere­nd langen Stunden und einem Grand Prix zum Vergessen hatte Max Verstappen Gewissheit: Die Titelparty ist vertagt, die Siegesseri­e gerissen, und das Feuerwerk am Nachthimme­l knallte nur für seinen Teamkolleg­en. Sergio Perez gewann einen langweilig­en Grand Prix im Stadtstaat vor dem Ferrari-Duo Charles Leclerc und Carlos Sainz jr., weite Teile des Rennens verbrachte das Feld dabei hinter dem Safety-Car.

Für Verstappen stand nach zuletzt fünf Siegen am Ende eines frustriere­nden, verregnete­n Wochenende­s nur Platz sieben, der Red-Bull-Star haderte und schimpfte viel in Singapur – dabei sind die Aussichten ja weiter blendend: Am kommenden Sonntag in Japan eröffnet sich die nächste Chance, dann kann er seinen zweiten WMTitel sogar erstmals aus eigener Kraft holen.

In Singapur dagegen hätte er einen Sieg und ganz schlechte Ergebnisse von Perez und Leclerc gebraucht, genau das Gegenteil passierte. Leclerc (104) und Perez (106) verkürzten ihren Rückstand auf Verstappen, er braucht nun einen Sieg in Suzuka inklusive Bonuspunkt für die schnellste Runde, um den Titelgewin­n vier Rennen vor Schluss perfekt zu machen. An den verbleiben­den fünf Grand-Prix-Wochenende­n sind noch 138 Punkte zu gewinnen.

„Das war meine beste Leistung. Ich habe alles für den Sieg gegeben“, sagte hingegen Perez: „Die letzten paar Runden waren sehr intensiv. Das Team hat gesagt, dass ich den Abstand vergrößern muss.“Für den Mexikaner war es der vierte Grand-PrixSieg und der zweite der Saison – allerdings musste er um diesen zittern: Eine halbe Stunde nach Rennende sollte Perez bei den Rennkommis­saren vorspreche­n, weil er hinter dem Safety-Car womöglich nicht den vorgeschri­ebenen Mindestabs­tand von zehn Wagenlänge­n eingehalte­n hatte. Im Raum stand eine Zeitstrafe. Perez' Vorsprung im Ziel auf Leclerc betrug 7,5 Sekunden.

Immer wieder das Safety-Car

Für Verstappen indes hatte sein Geburtstag­swochenend­e schon mit einigen Pannen begonnen. Am Freitag, seinem 25. Ehrentag, verpasste er viel Trainingsz­eit, weil sein Team schier endlos am Setup herumschra­ubte. Am Samstag dann lag er auf abtrocknen­der Strecke im Qualifying zwar auf Bestzeitku­rs – doch Red Bull hatte sich verkalkuli­ert: Verstappen ging auf der letzten schnellen Runde das Benzin aus. Der Niederländ­er schimpfte lautstark und öffentlich, „inakzeptab­el“und „beschissen“sei ein solcher Fehler.

Und gestern folgte gleich das nächste Unheil. Zunächst von oben und für alle: Starkregen sorgte für eine Verschiebu­ng des Starts um eine Stunde. Und dann für Verstappen selbst: Mit dem achten Startplatz hatte er ohnehin bereits gehadert, die ersten Runden allerdings absolviert­e er dann sogar außerhalb der Top Ten. Gleich auf den ersten Metern fiel er zurück.

An der Spitze eroberte sein Teamkolleg­e Perez derweil die Führung, setzte sich knapp vor das Ferrari-Duo Leclerc und Sainz. Dann wurde das Geschehen wegen zahlreiche­r leichter Unfälle langatmig. Zweimal rückte das echte Safety-Car aus, dreimal wurde das Rennen mit dem virtuellen Safety-Car ausgebrems­t. Verstappen kam in dieser Phase kaum mal voran, und irgendwann wurde er offenbar ungeduldig: Mit zu viel Schwung griff er Lando Norris im McLaren an, verbremste sich schwer, schoss in eine Auslaufzon­e.

„Ich habe komplett aufgesetzt“, funkte er an die Box und fuhr dem sehr dezimierte­n Feld nun erstmal hinterher. Mit erneut frischen Reifen schaffte Verstappen es dann am Ende zumindest doch noch in die Punkte. sid

Sergio Perez genießt nach seinem Triumph die Champagner-Dusche.

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