„Gaart Bel­val“vor Er­öff­nung

„Ur­ban Gar­de­ning“steht hoch im Kurs. Ein neu­es Gar­ten­pro­jekt soll bald auch in Esch-Bel­val Ein­zug hal­ten. Dort kön­nen die Ein­woh­ner sich ken­nen­ler­nen und ge­mein­sam gärt­nern.

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Me­lo­dy Han­sen

„Ur­ban Gar­de­ning“steht zur­zeit hoch im Kurs und soll sehr bald auch in Esch-Bel­val Ein­zug hal­ten. Doch was kann man sich un­ter dem städ­ti­schen Gar­ten­bau ei­gent­lich genau vor­stel­len? Und wie wird das Kon­zept in Esch aus­se­hen? Das Ta­ge­blatt hat die Mit­glie­der der „Gaart Bel­val as­bl.“bei ih­rer zwei­ten öf­fent­li­chen Be­spre­chung be­sucht und mit Ih­nen über ihr Pro­jekt ge­re­det.

BEL­VAL Hin­ter dem Be­griff „Ur­ban Gar­de­ning“steht die Idee, wie­der ein Stück Na­tur in die Stadt zu brin­gen. Der zum ei­ge­nen Haus da­zu­ge­hö­ren­de Gar­ten, der frü­her noch üb­lich war, ist mitt­ler­wei­le in Städ­ten zur ab­so­lu­ten Aus­nah­me ge­wor­den. Der Wunsch, wie­der mehr im di­rek­ten Kon­takt mit der Na­tur zu sein und bei der Ern­te der ei­ge­nen Le­bens­mit­tel in der Er­de zu bud­deln, kommt im­mer häu­fi­ger bei Stadt­be­woh­nern auf. Auf­grund von Platz­man­gel bleibt dies für vie­le lei­der oft nur ein Traum.

In Bel­val, wo das Stadt­bild von In­dus­trie und mo­der­nen Hoch­häu­sern ge­prägt ist, soll sich das schon sehr bald än­dern. Nicht nur den Be­woh­nern, son­dern auch den Stu­den­ten der Uni Lu­xem­burg so­wie den zahl­rei­chen An­ge­stell­ten, die je­den Tag Zeit dort ver­brin­gen, soll der Gar­ten in Zu­kunft ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu Ca­fés und Shop­ping Cen­ter bie­ten.

In ers­ter Li­nie soll der „Gaart Bel­val“ei­ne Be­geg­nungs- und Aus­tausch­stät­te sein. Jan-To­bi­as Dörr, Vor­stands­vor­sit­zen­der der „Gaart Bel­val as­bl.“, er­klärt die Grund­idee ge­gen­über dem Ta­ge­blatt: „Bel­val ist ein re­la­tiv neu­er Ort, an dem es im Prin­zip kei­ne Ein­hei­mi­schen gibt. Al­le Leu­te sind hier mehr oder we­ni­ger neu. Ein Gar­ten bie­tet die Mög­lich­keit, sich zu be­geg­nen. Hier kann man un­ter­schied­li­chen Hob­bys nach­ge­hen und sich ken­nen­ler­nen.“

Künst­ler­auf­trit­te

Haupt­säch­lich soll der Gar­ten al­so die Zu­sam­men­füh­rung von Stu­die­ren­den, Ar­bei­ten­den und An­woh­nern be­wir­ken. Je­der soll in dem Gar­ten et­was fin­den, das ihm zu­spricht. „Dreck an den Hän­den macht glück­lich und schüt­tet En­dor­phi­ne aus“, sagt Jan-To­bi­as Dörr. „Es ist ei­ne Ge­le­gen­heit, wie­der nä­her an die Na­tur und die ei­ge­ne Er­näh­rung her­an­zu­kom­men.“

Wer kei­nen grü­nen Dau­men hat, wird im „Gaart Bel­val“trotz­dem et­was fin­den, das ihm Spaß macht. In­mit­ten der Hoch­bee­te soll ei­ne klei­ne Büh­ne ent­ste­hen, auf der al­le krea­ti­ven Köp­fe auf­tre­ten kön­nen. Klei­ne Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen Mu­sik ge­spielt wird oder Vor­le­sun­gen statt­fin­den, schwe­ben den Vor­stands­mit­glie­dern als Ide­en vor.

Ein wei­te­rer po­si­ti­ver Aspekt des Pro­jek­tes ist die pro­duk­ti­ve Nut­zung des Brach­ge­län­des zwi­schen dem ro­ten Ge­bäu­de der RBC und dem Ein­kaufs­zen­trum. So­lan­ge dort nicht ge­baut wird, stellt Ago­ra den Platz kos­ten­los zur Ver­fü­gung. Vor­aus­sicht­lich kann der Gar­ten ein Jahr lang dort blei­ben.

Um­zug in den Park

Wird das Pro­jekt ein Er­folg, zieht „Gaart Bel­val“bei an­ge­kün­dig­ten Bau­ar­bei­ten um. Hier­über ha­ben sich die Ver­eins­mit­glie­der na­tür­lich auch schon ei­ni­ge Ge­dan­ken ge­macht und er­wä­gen ei­nen Um­zug in den Park in Bel­val. Das Ge­rücht kur­siert, der be­rühm­te Ar­chi­tekt Nor­man Fos­ter und sei­ne Agen­tur „Fos­ter + Part­ners“, ver­ant­wort­lich für die Ar­chi­tek­tur der Ber­li­ner Reichs­tags­kup­pel, sol­le hier ein Ge­bäu­de pla­nen.

Auf die Nach­fra­ge des Ta­ge­blatt, ob sie dort ein Pro­jekt an­ge­nom­men hat, ant­wor­te­te die Ar­chi­tek­ten­fir­ma al­ler­dings nicht. Nach dem jet­zi­gen Stand ist das Ge­bäu­de wohl noch nicht ver­kauft.

„Gaart Bel­val“ar­bei­tet eng mit dem Escher CIGL zu­sam­men, das be­reits die drei ers­ten Hoch­bee­te so­wie ei­ni­ge sehr hüb­sche Sitz­ge­le­gen­hei­ten fer­tig­ge­stellt hat. Fo­tos sind auf der Face­boo­kSei­te von „Gaart Bel­val“zu se­hen. Al­les wur­den aus re­cy­cel­tem Holz ge­fer­tigt und soll schon bald auf dem Brach­ge­län­de Platz ein­neh­men. Es soll näm­lich über­haupt nicht mehr lan­ge dau­ern, bis der Gar­ten sein „Ope­ning Event“fei­ert.

„Wir müs­sen noch ein paar ad­mi­nis­tra­ti­ve Din­ge fer­tig­stel­len und sind, was das Da­tum an­geht, auch von Ago­ra ab­hän­gig, aber nor­ma­ler­wei­se müss­te es En­de Ok­to­ber, An­fang No­vem­ber statt­fin­den“, er­zählt Pau­la, Grün­dungs­mit­glied und Pro­mo­vie­ren­de im Fach Geo­gra­fie an der Uni Lu­xem­burg. Noch in die­sem Jahr kehrt al­so et­was Grün und ganz viel ge­mein­sa­me Freu­de auf Bel­val ein.

Zwölf Grün­dungs­mit­glie­der zählt die „Gaart Bel­val as­bl.“um den Prä­si­den­ten Jan-To­bi­as Dörr (l.)

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.