Ein Tag zum Ver­ges­sen

NA­TI­ONS LE­AGUE Lu­xem­burg ver­liert 0:1 in Weiß­russ­land

Tageblatt (Luxembourg) - - Forum - Aus Minsk be­rich­tet Ta­ge­blatt-Re­dak­teur Dan El­vin­ger

Lu­xem­burg hat durch ei­ne 0:1-Nie­der­la­ge die Ta­bel­len­füh­rung in der Grup­pe 2 der Di­vi­si­on D der Na­ti­ons Le­ague ver­spielt. In Minsk zeig­ten die „Ro­ten Lö­wen“vor al­lem in der ers­ten Hälf­te ei­ne phleg­ma­ti­sche Vor­stel­lung. Nach dem Dreh konn­te die Elf von Na­tio­nal­trai­ner Luc Holtz die Wen­de nicht mehr er­zwin­gen. Chan­cen wa­ren Man­gel­wa­re und Lu­xem­burg muss­te sich erst­mals seit vier Län­der­spie­len wie­der ge­schla­gen ge­ben. Lu­xem­burgs Na­tio­nal­trai­ner Luc Holtz ließ sei­ne Mann­schaft in ei­nem 4-4-2-Sys­tem auf­lau­fen. Nicht da­bei wa­ren der leicht an­ge­schla­ge­ne Lars Ger­son (In­nen­band­über­deh­nung), der im zen­tra­len Mit­tel­feld durch Chris Phil­ipps er­setzt wur­de, und Ma­rio Mutsch (Wa­den­pro­ble­me). An­grei­fer Da­vid Tur­pel kam im rech­ten Mit­tel­feld zum Ein­satz und Da­nel Sina­ni wie beim F91 als hän­gen­de Spit­ze.

Igor Kri­us­hen­ko muss­te auf den ge­fähr­li­chen Links­au­ßen Mik­hail Gordei­chuk und Spiel­ma­cher Ren­an Bres­san ver­zich­ten Sein Team trat in ei­nem 4-23-1-Sys­tem auf.

Lu­xem­burg mach­te von Be­ginn an die Räu­me eng. Un­nö­ti­ge Ri­si­ken ein­zu­ge­hen war nicht die Ab­sicht der „Ro­ten Lö­wen“, denn es wa­ren nicht sie, die in die­sem Spiel un­ter dem größ­ten Druck stan­den. In der 7. Mi­nu­te droh­te sich auf den ers­ten Blick das Hor­ror­sze­na­rio von 2016 zu wie­der­ho­len, als Chris­to­pher Mar­tins mit ka­put­ten Zäh­nen ins Mins­ker Kran­ken­haus trans­por­tiert wer­den muss­te. Dies­mal war es Chris Phil­ipps, der von ei­nem Ge­gen­spie­ler bru­tal nie­der­ge­streckt und wäh­rend zwei Mi­nu­ten be­han­delt wur­de. Kurz dar­auf gab der lu­xem­bur­gi­sche Mann­schafts­arzt – der üb­ri­gens vor dem Spiel den Bus ver­passt hat­te – Ent­war­nung.

Weiß­russ­land ver­such­te vor al­lem über den rech­ten Flü­gel zum Er­folg zu kom­men. Rechts­ver­tei­di­ger Po­lya­kov rück­te im­mer wie­der auf und mach­te zu­sam­men mit Nek­haychik dem Lu­xem­bur­ger Carl­son das Le­ben schwer. Zwei nicht un­ge­fähr­li­che Kopf­bäl­le von Sa­ro­ka (17.) und Sta­se­vich (23.) nach Flan­ken von der rech­ten Sei­te gin­gen knapp am Tor vor­bei. Die bes­te Chan­ce hat­ten die Haus­her­ren, als Sa­ro­ka in der 36. in den Straf­raum ein­zog. Mo­ris stürm­te her­aus und wur­de mit ei­ner Flan­ke über­wun­den. Der Kopf­ball von Sta­se­vich ging je­doch über den leer­ste­hen­den Kas­ten.

Lu­xem­burg hat­te in der ers­ten Hälf­te in der Of­fen­si­ve recht we­nig zu bie­ten. Zu oft wa­ren die An­spie­le in der Vor­wärts­be­we­gung zu un­prä­zi­se. Die FLFMann­schaft hat­te nicht ein­mal ei­ne Halb­chan­ce.

Tref­fer vor der Pau­se

Kurz vor dem Sei­ten­wech­sel fiel dann die Füh­rung für die Weiß­rus­sen. Nach ei­ner Flan­ke in den Straf­raum miss­lang Mo­ris’ Ab­wehr­ak­ti­on, das Tor stand of­fen und Sa­ro­ka traf. Nur zwei Mi­nu­ten spä­ter pa­rier­te der lu­xem­bur­gi­sche Tor­wart ei­nen ge­fähr­li­chen Schuss von Dra­gun.

In der Pau­se re­agier­te Luc Holtz und nahm ei­nen Wech­sel in der Ab­wehr­zen­tra­le vor. Mahmu­to­vic kam für Mal­get. Zu­dem tausch­ten Tur­pel und Sina­ni ih­re Po­si­tio­nen. In der 50. hat­te Lu­xem­burg sei­ne ers­te nen­nens­wer­te Chan­ce. Ein Kopf­ball von O. Thill nach ei­ner Flan­ke von Jans ging knapp ne­ben das Tor. Die Ein­stel­lung war nun sicht­bar ei­ne an­de­re.

Die FLF-Aus­wahl war ag­gres­si­ver und prä­sen­ter. Tur­pel ver­pass­te in der 56. aus aus­sichts­rei­cher Po­si­ti­on ei­ne Di­rekt­ab­nah­me. Aber es hät­te auch 2:0 ste­hen kön­nen, wenn Put­si­lo in der 64. das Tor an­statt das Au­ßen­netz ge­trof­fen hät­te.

Lu­xem­burg fehl­te es wei­ter­hin an der rich­ti­gen Durch­schlags­kraft. Die „Ro­ten Lö­wen“ver­such­ten zwar, dem 1:1 nä­her zu kom­men, hat­ten je­doch we­der ge­nug Sprit­zig­keit noch aus­rei­chend Krea­ti­vi­tät, um die ro­bus­ten und gut or­ga­ni­sier­ten Weiß­rus­sen aus der Re­ser­ve zu lo­cken. In der 76. Mi­nu­te ging ein Kopf­ball von Mar­tins nur knapp über das Tor. Ei­ne Nach­läs­sig­keit im Mit­tel­feld hät­te kurz da­nach fast zum zwei­ten Tref­fer der Gäs­te ge­führt. Mo­ris pa­rier­te je­doch ge­gen Sa­ro­ka.

Trotz der Ein­wechs­lung der Of­fen­siv­spie­ler Da Mo­ta und Ro­d­ri­gues durch­brach die FLF-Elf die belarus­si­sche Mau­er nicht mehr.

Viel Zeit, um die­se Nie­der­la­ge zu ver­dau­en, bleibt nicht. Heu­te tritt die FLF-Aus­wahl die Heim­rei­se an und be­reits am Mon­tag fin­det das vier­te Grup­pen­spiel der Na­ti­ons Le­ague ge­gen den Ta­bel­len­letz­ten San Ma­ri­no statt (20.45 Uhr im Sta­de Jo­sy Bart­hel).

Fo­to: AP/Ser­gei Grits

Den Lu­xem­bur­ger An­grei­fern um Da­nel Sina­ni (l.) fehl­te es an der rich­ti­gen Durch­schlags­kraft

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