Er­leich­te­rung beim Bas­ket Esch

BAS­KET­BALL Bas­ket Esch - Ami­ca­le St­ein­sel 76:71 (42:41)

Tageblatt (Luxembourg) - - Handball -

In ei­nem hart um­kämpf­ten Spiel be­sieg­te der Bas­ket Esch ges­tern Abend die Ami­ca­le St­ein­sel vor hei­mi­schem Pu­bli­kum knapp mit 76:71. Nach zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Nie­der­la­gen ge­gen Et­tel­brück und den Ra­c­ing ging es für Esch ges­tern im Du­ell ge­gen den in die­ser Sai­son bis da­hin noch un­ge­schla­ge­nen Ti­tel­ver­tei­di­ger St­ein­sel dar­um, den Kon­takt zur Ta­bel­len­spit­ze nicht be­reits früh in der Sai­son zu ver­lie­ren. Denn bei ei­ner Nie­der­la­ge hät­te der Ab­stand zur Ami­ca­le in der Ta­bel­le be­reits drei Punk­te be­tra­gen. „Wir müs­sen uns de­fi­ni­tiv in der Ver­tei­di­gung stei­gern, das war in der letz­ten Wo­che un­ser größ­ter Schwach­punkt“, er­klär­te Joé Bie­ver dem Ta­ge­blatt ei­nen Tag vor dem Spiel. An die­se De­vi­se hielt sich die Escher Mann­schaft und zeig­te sich von Be­ginn als kämp­fen­des Kol­lek­tiv.

Im ers­ten Vier­tel ge­stand man dem Geg­ner nicht mehr als 14 Punk­te zu, die bei­den US-Spie­ler der Gäs­te, Jef­frey Ear­ly und Chris Reyes, er­ziel­ten ge­mein­sam so­gar nur vier Zäh­ler. Am En­de hat­te die Ami­ca­le nur 71 Punk­te auf dem Kon­to ste­hen, Mis­si­on so­mit er­füllt. Die Er­leich­te­rung merk­te man nach Spie­len­de auch Ben Ko­vac an, der mit dem wohl wich­tigs­ten Dis­tanz­wurf des Spiels sein Team drei Mi­nu­ten vor dem En­de wie­der auf 66:66 her­an­brach­te: „Der Druck lag vor die­ser Par­tie schon auf uns. Wir sind vor der Sai­son als Mit­fa­vo­rit auf den Ti­tel ge­han­delt wor­den, was al­les schon schwe­rer macht. In der letz­ten Spiel­zeit konn­ten wir noch als Un­der­dog in die Par­ti­en ge­hen und vie­le die­ser Mann­schaf­ten kön­nen wir nun nicht mehr über­ra­schen. Jetzt ge­ra­de St­ein­sel ge­schla­gen zu ha­ben, ist für uns sehr wich­tig und die Er­leich­te­rung spürt man si­cher­lich. Mit ei­nem 1:3 in die Sai­son zu star­ten, hät­te den Druck noch wei­ter er­höht. Dann wür­de man sich noch mehr Ge­dan­ken ma­chen und Sa­chen, die sonst von selbst ge­hen, wä­ren auf ein­mal nicht mehr so selbst­ver­ständ­lich.“

Dass die Escher ih­ren Rhyth­mus al­ler­dings noch nicht ge­fun­den ha­ben, zeig­te sich je­doch pha­sen­wei­se in der Of­fen­si­ve. Mit Alex Ro­den­bourg und USSpie­ler Jor­dan Hicks wa­ren in den ver­gan­ge­nen Wo­chen zwei Leis­tungs­trä­ger an­ge­schla­gen und ka­men ent­we­der gar nicht oder nur teil­wei­se zum Ein­satz. Wie wich­tig Hicks für sein Team je­doch ist, be­wies er in der „Crunch­ti­me“, als er nach dem vor­ent­schei­den­den Drei-Punk­teWurf von Ko­vac noch zwei Tref­fer drauf­leg­te und die Escher zwei Mi­nu­ten vor Spie­len­de bis auf 70:66 da­von­zo­gen. „Jor­dan ist zwar noch nicht bei hun­dert Pro­zent, doch er ist für uns un­ver­zicht­bar. Vor al­lem un­se­rem zwei­ten Pro­fi­spie­ler, Clan­cy Rugg, konn­te er heu­te Ver­ant­wor­tung ab­neh­men“, er­klär­te Ko­vac wei­ter, der hofft, dass die­ser Er­folg ih­nen nun ei­nen Mo­ti­va­ti­ons­schub für die kom­men­den Spie­le gibt.

Für St­ein­sel war die gest­ri­ge Par­tie hin­ge­gen der ers­te rich­ti­ge Här­te­test der Sai­son. Denn nach sou­ve­rä­nen Sie­gen ge­gen Auf­stei­ger Kord­all, Bar­trin­gen und das noch sieg­lo­se Schluss­licht Wal­fer­din­gen stand man erst­mals in die­ser Sai­son ei­nem der Mit­fa­vo­ri­ten auf den Meis­ter­ti­tel ge­gen­über. Für die im Ver­gleich zur letz­ten Sai­son schon stark ver­än­der­te Mann­schaft dem­nach Zeit, sich warm­zu­lau­fen und auf­ein­an­der ein­zu­stel­len. Doch ob­wohl Bob­by Mel­cher mit ins­ge­samt 25 Punk­ten (da­von fünf Drei­er) ges­tern ei­nen Sah­ne­tag er­wisch­te, soll­te es in der Of­fen­si­ve pha­sen­wei­se doch nicht wirk­lich rund­lau­fen. Mi­nu­ten­lang blieb die Ami­ca­le pha­sen­wei­se oh­ne Kor­ber­folg, was auch Ka­pi­tän Pitt Kos­ter be­dau­er­te: „Die De­fen­si­ve stimm­te heu­te. Wir woll­ten Esch auf 75 Punk­te hal­ten, am En­de wa­ren es 76 Zäh­ler, doch dar­an lag es im End­ef­fekt nicht. Of­fen­siv agier­ten wir ein­fach zu sta­tisch. Wir ha­ben zu oft die Eins-ge­gen-eins-Si­tua­tio­nen ge­sucht und der Ball dreh­te so­mit nicht rich­tig.“Nach den doch deut­li­chen Sie­gen der ver­gan­ge­nen Wo­chen hofft Kos­ter, dass man in St­ein­sel die Leh­ren aus die­sem Spiel zie­hen wird: „Es war viel­leicht gar nicht ein­mal so schlecht, dass un­se­re bei­den USSpie­ler nun auch ein an­de­res Le­vel ken­nen­ler­nen konn­ten. Ge­gen Esch auf fünf Punk­te zu ver­lie­ren ist auch nicht tra­gisch, doch wenn man sich den Spiel­ver­lauf an­sieht und wie knapp es war, hät­te es nicht sein müs­sen.“

J.Z.

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