Flücht­lings­un­ter­kunft in Esch nimmt Form an

ESCH Flücht­lings­un­ter­kunft in Neu­dorf

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport-finish -

Ei­ne Fir­ma aus Ita­li­en hat am Don­ners­tag da­mit be­gon­nen, Me­tall­trä­ger für die bei­den Rä­um­lich­kei­ten ab­zu­la­gern. Bis­lang ar­bei­ten sechs Män­ner auf der Bau­stel­le.

Die Un­ter­kunft soll bis En­de 2019 be­zugs­fer­tig sein. Vor mehr als zwei Jah­ren gab die da­ma­li­ge Bür­ger­meis­te­rin Ve­ra Spautz (LSAP) in ei­ner Sit­zung des Escher Ge­mein­de­rats be­kannt, dass die Re­gie­rung auf­grund der ho­hen Flücht­lings­strö­me ins­be­son­de­re in­fol­ge des sy­ri­schen Bür­ger­krie­ges pla­ne, ei­ne Un­ter­kunft für 300 Asyl­su­chen­de am Quai Neu­dorf zu er­rich­ten. Dies soll­te mit­tels ei­nes „Plan d’oc­cupa­ti­on du sol“pas­sie­ren. Nach ei­ner Pe­ti­ti­on und Un­ter­re­dun­gen mit dem In­ter­es­sen­ver­ein Neu­dorf so­wie ei­ner öf­fent­li­chen In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung, bei der die An­woh­ner ih­re Ängs­te und Be­den­ken äu­ßern konn­ten, be­schlos­sen In­nen­mi­nis­ter Dan Kersch und der Escher Schöf­fen­rat im Mai 2016, die Zahl der Be­woh­ner von 300 auf 150 zu hal­bie­ren. Die Plä­ne ei­nes dau­er­haf­ten Ge­bäu­des in Mo­dul­bau­wei­se wur­den durch die ei­ner vor­über­ge­hen­den Con­tai­ner­struk­tur er­setzt. Zu­dem wur­de die Pro­ze­dur ge­än­dert. An­statt dass der Staat ei­nen „Plan d’oc­cupa­ti­on du sol“ein­lei­tet, tritt er nun nur noch als Bau­herr auf, der ei­ne Ge­neh­mi­gung der Stadt Esch be­nö­tigt.

Ju­ris­ti­sche Schrit­te

Die „Bier­ger­initia­tiv Quai Nei­du­erf“hat­te da­mals ge­gen die­se Plä­ne ge­klagt. Al­ler­dings oh­ne Er­folg. In dem am ver­gan­ge­nen 10. Au­gust ver­öf­fent­lich­ten Ur­teil er­klä­ren die Rich­ter den Re­kurs ge­gen den Bau des Flücht­lings­heims im Escher Neu­dorf für nicht ge­recht­fer­tigt und wei­sen den An­trag der Bür­ger­initia­ti­ve, den Bau zu stop­pen, zu­rück. Ne­ben recht­li­chen und pro­ze­du­ra­len Fra­gen hat­te die „Bier­ger­initia­tiv Quai Nei­du­erf“ih­re Be­schwer­de mit ei­ner Wert­min­de­rung ih­rer Im­mo­bi­li­en und dem Ver­lust der Le­bens­qua­li­tät in ih­rem Vier­tel be­grün­det. Ein wei­te­res Ar­gu­ment war ei­ne ver­meint­li­che zu­sätz­li­che Ver­kehrs­be­las­tung durch die Last­wa­gen, die die Flücht­lings­un­ter­kunft be­lie­fern sol­len. Nicht zu­letzt rich­te­te sich der Ein­spruch ge­gen ei­nen ge­plan­ten Sport­platz auf dem Grund­stück des Heims. Ins­ge­samt be­män­gelt die Bür­ger­initia­ti­ve, die Stadt Esch und die zu­stän­di­gen Mi­nis­te­ri­en hät­ten mit ih­rer Ent­schei­dung zum Bau der Flücht­lings­un­ter­kunft ge­gen den ge­setz­li­chen Grund­satz ver­sto­ßen, den Bür­gern der Ge­mein­de op­ti­ma­le Le­bens­be­din­gun­gen und ei­ne har­mo­ni­sche Stadt­ent­wick­lung zu bie­ten. Ju­ris­tisch hät­te die Bür­ger­initia­ti­ve noch ein wei­te­res Mal ge­gen den Bau der Flücht­lings­un­ter­kunft vor­ge­hen kön­nen. Ob dies ge­schieht oder nicht, konn­te das Ta­ge­blatt nicht klä­ren, da die Vor­stands­mit­glie­der der Bür­ger­initia­ti­ve sich bis Re­dak­ti­ons­schluss nicht mehr ge­mel­det ha­ben.

Mo­men­tan ar­bei­ten sechs Män­ner auf der Bau­stel­le

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