„Qu­el­le tris­tesse!“

FORT DOUAU­MONT „Ein Gra­nat­split­ter mit­ten ins Herz“

Tageblatt (Luxembourg) - - Erster Weltkrieg -

Die obi­ge Kar­te wur­de in ei­nem ge­schlos­se­nen Brief­um­schlag ver­schickt, die Rück­sei­te qua­si als Brief­pa­pier ge­nutzt und voll­ge­schrie­ben.

„Be­stra­fung“steht un­ter dem Bild auf der Vor­der­sei­te, das ei­nen fran­zö­si­schen Sol­da­ten zeigt, wie er den auf sei­nem Ba­jo­nett auf­ge­spieß­ten Kopf des deut­schen Kai­sers prä­sen­tiert. „Bi­en cher Lé­on“be­ginnt das Schrei­ben auf der Rück­sei­te. Nach ei­ner kur­zen Er­kun­di­gung über den Ge­sund­heits­zu­stand des Adres­sa­ten ver­rät der Schrei­ber, dass ei­ne ge­mein­sa­me Be­kann­te, Frau Fo­res­tier, ge­ra­de die Nach­richt vom To­de ih­res Bru­ders er­hal­ten ha­be.

Er sei, so kann man le­sen, im Al­ter von 25 Jah­ren, bei der bru­ta­len Schlacht um das Fort Douau­mont von ei­nem Gra­nat­split­ter mit­ten ins Herz ge­trof­fen wor­den. „Qu­el­le tris­tesse! Mon dieu, au­rons-nous bi­en­tôt la fin de ce cau­che­mar?“Doch noch soll­ten zwei schreck­li­che Kriegs­jah­re fol­gen. fb

Meist wur­den die Pro­pa­gan­d­a­post­kar­ten wäh­rend des Krie­ges vor al­lem ge­nutzt, um kür­ze­re Mit­tei­lun­gen über et­wa den je­wei­li­gen Ge­sund­heits­zu­stand an Ver­wand­te oder Freun­de zu sen­den. Ab und zu aber ver­ra­ten sie uns heu­te mehr über das Schick­sal der Men­schen. So wie in die­sem Fall bei ei­ner Kar­te, die am 9. Ju­li 1916 aus Pa­ris ver­schickt wur­de.

„Tour­nez s’il vous plaît“, 1914

„Die letz­te Auf­rüs­tung – Roman­ze oh­ne Wor­te!“, 1917

„Die Rück­kehr nach Deutsch­land“, 1918

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